Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Ettenbeuren
Zusammen mit der Pfarrkirche von Wettenhausen hat unsere Pfarreiengemeinschaft zwei Kirchen mit dem gleichen schönen Marienpatrozinium "Maria Himmelfahrt". Lesen Sie hier mehr zur Kirche von Ettenbeuren.
Zusammen mit der Pfarrkirche von Wettenhausen hat unsere Pfarreiengemeinschaft zwei Kirchen mit dem gleichen schönen Marienpatrozinium "Maria Himmelfahrt". Lesen Sie hier mehr zur Kirche von Ettenbeuren.
Pfarrkirche
Geschichte
Bereits im 11. Jhdt. schenkte ein nicht näher bekannter Diakon Udalrich dem Domstift die Kirche. Einer der Dompröbste überließ dieselbe dann in der Zeit von Bischof Udalschalk (1184-1202) an sein Kapitel. Am 6. Juni 1220 einverleibte dann Bischof Siegfried sie mit Ihrem Gesamtgute dem Domkapitel, was Papst Honorius der III. am 17. u. 21. Juli 1220 bestätigte. Da es sich um eine im Kern gotische Anlage handelt, dürfte es sich also mit größter Wahrscheinlichkeit hier nicht mehr um die Urkirche handeln (Gotik 14.-15. Jhdt.). Am Sonntag den 1.Mai 1672 abends um 20:00 Uhr stürzte der Kirchturm ein und beschädigte sowohl Chor wie Langhaus. Die Kirche wurde in den Jahren (1672-1684) wieder hergestellt und der Turm von Grund auf neu aufgebaut.
Umbau
Das Langhaus wurde im Jahre (1764-1766) unter der Bauleitung des Stiftsbaumeisters Joseph Dossenberger verlängert, erhöht und ausgeziert, wie es jetzt noch steht und sich so beschreiben lässt: Im Kern eine gotische Anlage. Geräumiger, durch Doppelpilaster gegliederter Saalbau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor, Flachdecken über hoher Voute mit einschneidenden Stichkappen. Im nördlichen Winkel quadratischer Turm mit Oktogonen und Zwiebelhaube. Durch den damaligen Erzbischof von Salzburg Sigismund Christoph Graf von Schrattenbach (1753-71), zugleich Domherr zu Augsburg und Amt Herr von Ettenbeuren im Jahr 1758 und durch großzügige Spenden, wurde der Umbau finanziert.
Altäre
Der Hochaltar ist im Zuge der Innenrestaurierung im Jahre 1893 entstanden; mit Reliefs in der Mensa und Predella, mit Doppeltabernakel, und zwei großen Seitenstatuen (Petrus und Pauls) unter Benützung des vorhandenen Mittelbildes und der Altarstufen im Neurokoko- bzw. Renaissancestil. Das Mittelbild stellt die Aufnahme Mariens in den Himmel nach dem bekannten Gemälde von Guido Reni dar. Im Antependium sind dargestellt von links nach rechts: Kain und Abel, Jesus beim Brotbrechen in Emmaus, und Abraham. Wenn auch jeglicher Hinweis auf den Altarbauer fehlt, so spricht doch die Charakteristik eindeutig für den Krumbacher Altarbauer Bosch. Die beiden Seitenaltäre wurden 1893 mit Ausnahme der Bilder restauriert, sie stammen noch aus verschiedenen früherer Zeitepochen. Die Bilder auf den Seitenaltären stellen nördlich den hl. Sebastian und südlich den hl. Joseph dar.
Decke
Drei Künstler gaben Zeugnis ihres Könnens bei der Ausgestaltung der Decke. Es ist zum einen der bekannte Allgäuer Bauernsohn Joseph Christ. Er schuf ursprünglich beide Deckenfresken, im Langhaus stellte er die Huldigung Mariens dar, die Kreuzwegstationen an den Wänden und die Grisaillen an den Wänden mit den vier Evangelisten im Chor, im Langhaus, nördlich: Hl. Anna und Joachim (die Eltern von Maria), dazwischen das Herz Jesu. Südlich: Elisabeth mit dem Johannnesknaben und Hl. Zacharias (den Eltern von Johannes dem Täufer). Das Fresko im Chor wurde im vorigen Jahrhundert beschädigt und wurde um 1900 von August Müller aus Warth in der Schweiz als „Aufnahme Mariens in den Himmel“ neu gestaltet. Der Rokokostuck von 1766, also der Endzeit des Neu- und Umbaus wird Johann Michael Hoiß zugeschrieben. Die Wappenkartusche über dem Chorbogen ist dem großen Umbauförderer Erzbischof Sigismund Christoph von Schrattenbach aus Dankbarkeit gewidmet. Ihre Inschrift lautet: Sigismund D.G. Archi. Salisb. Com. de Schrattenbach offic. Etten. possessor insig. benef. ac lampadis fundator insignis (Gräflich Schrattenbachisches Wappen 1766).
Öffnungszeiten
Die Kirche ist zu den Gottesdienstzeiten geöffnet. Auf Anfrage im Pfarrbüro kann Ihnen außerhalb der Gottesdienstzeiten gerne die Kirche zugänglich gemacht werden.
Ettenbeurer Missionare in Amerika
1849 beschloss eine Gruppe des säkularen Drittordens des hl. Franziskus um den damaligen Ettenbeurer Pfarrer Anton Keppeler und seinen Kaplan Mathias Steiger nach Nordamerika zu gehen, um den dorthin Ausgewanderten in der Diözese von Bischof John Henni (Milwaukee) seelsorglich beizustehen.
Die sechs emigrierten Frauen der missionarischen Gruppe standen unter Leitung von Ottilie Dirr (Mutter Ämiliana), gebürtig aus Ebersbach (Ichenhausen). In Waisenhäusern und dem Priesterseminar von Milwaukee tätig, verließen einige der Gründungsschwestern 1860 die Diözese. Ihnen schienen die vielen "weltlichen" Aufgaben mit einem geistlichen Leben, wie sie es sich vorstellten, nicht vereinbar. Sie pflegten aber auch weiterhin das geistliche Leben.
1864 wurde das Mutterhaus zunächst nach Jefferson (Wisconsin) und 1871 dann nach La Crosse (Wisconsin) verlegt. Mutter Antonia Herb versuchte 1873 die in Milwaukee verbliebenen Schwestern zu einem Umzug in das neue Mutterhaus zu bewegen. 37 Schwestern wollten aber an ihrem bisherigen Einsatzort verbleiben und formten nun eine eigenständige Gemeinschaft, die Schwestern des hl. Franz von Assisi.
In Folge eines Gelübdes von Mutter Antonia Herb wurde die Gemeinschaft von La Crosse besonders von der Eucharistischen Anbetung geprägt. Die Schwestern nannten sich Franziskanische Schwestern von der Ewigen Anbetung und begannen am 1. August 1878 mit der Ewigen Anbetung. Am 26. Februar 2020 musste dieser immerwährende Gebetsstrom eingestellt werden, als nicht mehr genügend Schwestern und Laien die Rund-um-die-Uhr-Präsenz vor dem Allerheiligsten gewährleisten konnten.
1973 formte sich aus den Schwestern von der Ewigen Anbetung abermals eine neue Gemeinschaft, die Franziskanischen Schwestern von der Eucharistie, da nach dem 2. Vatikanischen Konzil zu unterschiedliche Auffassungen einander gegenüberstanden. Aus dieser Gemeinschaft wiederum entstanden die Franziskanischen Brüder von der Eucharistie.
Ein Gedenkstein im Friedhof vor der Sakristei, ebenso wie Gedenkplatten am linken Seitenaltar bezeugen eine lebendige Verbindung der geistlichen Gemeinschaften mit dem Heimatort ihrer Gründungen.