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Pfarreien, Gottesdienste, Veranstaltungen

Kirchen und Kapellen

Filialkirche St. Nikolaus in Hammerstetten

Ein Rokokojuwel besitzt unsere Pfarreiengemeinschaft mit der Filialkirche St. Nikolaus in Hammerstetten. Lesen Sie hier mehr. Baugeschichte 1439 wurde von Propst Stephan, Augustinerchorherr von Wettenhausen, eine Kapelle zu Ehren seines Namenspatrons in Hammerstetten errichtet. Die Kapelle, an der einst eine Burg gestanden hat, wurde von Simpert Kramer 1720 durch eine kleine Nikolauskirche ersetzt. Probst Augustin Bauhof ließ 1762 mit dem berühmten Stiftsbaumeister Joseph Dossenberger die Kapelle zur heutigen Kirche erweitern, welche im Zusammenklang mit den Fresken und Gemälden des Johann Baptist Enderle, der in den Jahren 1763/64 die pastellfarbigen Fresken und meisten Bilder schuf, einen charmanten Rokokobau bildet. Der eliptische Grundriss findet seine Vorbilder in der Wallfahrtskirche von Steinhausen bei Bad Schussenried (1733) und besonders in nahegelegenen Frauenkirche in Günzburg (1741), beides Bauten des berühmten Wessobrunners Dominikus Zimmermann. Außenbau Das gerundete Steildach ragt in exponierter Lage des Dorfes gen Himmel. In der eliptischen Verlängerung, über der Apsis der Kirche von 1720 mit späten Akkantusornamenten, erhebt sich der zierlich, quadratisch aufgeführte Turm und endet in einer mehrfach verkröpften welschen Haube, welche an ihren vier Turmseiten mit Dreiecksgiebeln stark eingeschnitten ist. Die ausschwingenden Seiten des Langhauses werden durch Pilastermalung und Rokokofenster gegliedert, wobei die Fenster im Langhaus ein Paar bilden, welches oben durch ein drittes, fächerförmiges Fenster zusammengruppiert ist. Das Vorzeichen schließt sich im Westen an, bildet zugleich den Eingang zum Friedhof und ist mit dessen Mauer verbunden. Im Osten ein kleiner Vorsatz, der die Sakristei bildet und vom Vorgängerbau stammt. Darin feine Stukkaturen aus der Zeit zum Übergang in den Regènce.  Im Vorzeichen zwei anmutige Figuren des hl. Nikolaus (links) und des hl. Leonhard (rechts), sowie in einer unweit davon nördlich eingefügten Nische die Statue des verspotteten Christus. Innenraum Im Inneren dominieren die Lichtfülle durch die großen Fenster, die doppelte Abstufung, bedingt durch zwei Altarpaare im Langhaus und Chorraum, sowie die zahlreichen Fresken an Decken und Wänden mit den goldenen Akzenten an Plastik und Stuck. Die Fresken stellen folgende Inhalte dar: Chordecke: Der hl. Nikolaus in himmlischer Herrlichkeit entrückt, ist Fürsprecher für alle Menschen; Langhaus: Propst Augustin mit Gefolge empfiehlt das Dorf dem hl. Nikolaus Gewölbeübergänge (vier Episoden aus dem Leben des hl. Nikolaus) Rettung der Schiffbrüchigen Unschuldige Märtyrer bei Konstantinopel Öl vom Grab des hl. Nikolaus Rettung eines Kindes Über den Fenstern: Die Taufe des hl. Nikolaus Vision seines Platzes im Himmel Unter der doppelten, geschweiften Empore: je 7 zusammengruppierte Kreuzwegmedaillons Emporen: 1. obere E.: Tod des hl. Nikolaus und 2. untere E.: Nikolaus beim Konzil von Nizäa Kirchenväter Ölberg, Abrahams Opfer und Moses beim Dornbusch Vorzeichen: Jakobsleiter [Nördliche Außenseite:] Nische: Der hl. Nikolaus als Fürsprecher für die Armen Seelen. Die Altäre sind unterschiedlich beschaffen, aber ein zusammenklingen aus Holz und Stuck bzw. Stuckmarmor und Fresken bzw. Gemälden. Es ist dargestellt: Hochaltar: Hl. Nikolaus als inniger Marienverehrer mit seinen drei Goldkugeln als Attribut, welche auf seine Nächstenliebe und Freigiebigkeit verweisen (Gemälde; 1765), Auszug: Gott Vater Linker Seitenaltar: Hl. Aloisius von Gonzaga, Auszug: Hl. Sebastian Rechter Seitenaltar: Hl. Leonhard, Auszug: Hl. Florian. Es bestand, wie das Altarbild verdeutlicht, ein Leonhardiritt, welcher als Reitwettlauf vom Nußlacher Hof zur Ortsmühle führte. Der Verlierer bekam ein Dornengebinde. Linker Langhausaltar: Hl. Wendelin, Auszug: Antonius der Einsiedler Rechter Langhausaltar: Hl. Ubaldus, Auszug: Hl. Augustinus Die Ausstattung der Kirche vermittelt die kirchlichen Feiertage des unmittelbaren Probsteigebietes Wettenhausen: 20.1. - Fest des heiligen Sebastian; 23.4. - Fest des hl. Georg; 16.5. - Fest des hl. Ubaldus (Patron gegen dämonische Einflüsse; mit Brotsegnung); 4.7. - Fest des hl. Ulrich (Wallfahrt zu ULF nach Wattenweiler); 28.8. - Fest des hl. Augustinus; 21.10. - Fest des hl. Wendelin (mit Weihe des Wendelinswasser; Hirtenbruderschaft [1721]); 7.11. - Fest des hl. Leonhard (mit Leonhardiritt); 21.11. - Maria Opferung; 6.12. - Fest des hl. Nikolaus (Patrozinium; Nikolausbruderschaft [1712]). Weitere Ausstattungsstücke Am linken Triumphbogenpilaster eine edle Muttergottesstatue in der Art von Christoph Rodt (ca. 1620), gegenüber ein einfaches Kruzifix aus der Ausstattungszeit der Kirche. Ebenso zwei silbergefasste Altarbüsten des Salvators und Mariens am Hochaltar, silbergefasste Medaillons der vier Kirchenväter an den Choraltären, schwungvolle Rokokofiguren des hl. Josef und hl. Johannes Nepomuk am linken und rechten Langhausaltar, der hll. Joachim und Anna, welche den Hochaltar flankieren, sowie eine anmutige Kanzel um 1762 mit den vier Symbolen der Evangelisten, zwischen Fenster und linkem Langhausalter eingerichtet. In der Kirche ist dem hl. Wendelin der linke Langhausaltar geweiht, sowie eine eigene volkstümliche, aber qualitätvolle Statue geweiht. An der Kirche bestand bis in das 19. Jahrhundert eine Hirtenbruderschaft, deren Patron der hl. Wendelin ist. So wird neben dem Patrozinium am 6.12. besonders das Fest des hl. Wendelin am 20.10. gefeiert. Öffnungszeiten Die Kirche ist zu den Gottesdienstzeiten geöffnet. Den Kirchenschlüssel hütet Fr. Marlene Thanner, Stubenweiherweg 7, Tel.: 08222 5899. Auf Anfrage bei ihr oder im Pfarrbüro kann Ihnen außerhalb der Gottesdienstzeiten gerne die Kirche zugänglich gemacht werden.

Filialkirche St. Ottilia in Ried

Die schöne Filialkirche von Ried erschließt sich dem vorbeifahrenden Autofahrer nur wenig. Lesen Sie hier mehr zur Kirche St. Ottilie. Erscheinungsbild 1778 hat Joseph Dossenberger unter Beibehaltung des Kirchturms und der Chorwände vom Vorgängerbau um 1750 diese schmucke Kirche errichtet. Die Umgebung, als auch die Lage an der Staatsstraße lassen nur wenig auf das heitere Innere schließen, wozu die gelungene Gewölbeverbindung, die abgerundeten Ostecken und die Pendentifkuppel in der Apsis beitragen. Während der quadratische bzw. oktogonale Turm mit seiner Zwiebelhaube auf den Vorgängerbau verweisen, vermittelt der Innenraum mit seinen erdfarbenen Fresken ein heiteres Bild des späten Rokoko. Wallfahrtsort Als Wallfahrtsort zur hl. Ottilie ausgewiesen, ist über dem Chor die Glorie der Patronin dargestellt. Sie tritt für das Dorf und alle Anliegen der Menschen ein. Ansehnliche Votivgaben im hinteren Teil der Kirche bestätigen auffallende Gebetserhörungen. Sowohl das Hochaltargemälde mit der Patronin und ihren typischen Attributen der offenstehenden Augen auf einem Buch, als auch eine in der Kirche verwahrte Reliquie der Heiligen machen das Kirchlein zu einem Verehrungsort der hl. Ottilie. Fresken Maßgeblich gestalten die Fresken von Menrad Hengge von 1778 den Innenraum. Unschwer ist zu erkennen, dass dieser Künstler aus dem Umkreis von Johann Baptist Enderle stammt. Im Chor das besagte Fresko, an der Gurtzone das Wappen der Vöhlin-Sandizell. Im Langhaus ist die Himmelfahrt Mariens, daneben das apokalyptische Lamm, die Kirchenväter und die Bundeslade dargestellt. Am rechten Seitenaltar - jeweils in Freskotechnik - der hl. Josef und links ein seltenes Bild Mariens, als "Maria gravida", der schwangeren Muttergottes. In der Weiterentwicklung dieses Typus wurde Maria auch unter dem Titel der "Ährenmadonna" verehrt. Dieses Motiv findet seinen Ursprung im Mailänder Dom (1387) und verbreitete sich besonders in Österreich und Böhmen (Budweis, 1410). Die schwangere Muttergottes (vgl. Lieder "Als Maria, übers Gebirge ging", "Maria durch ein Dornwald ging"; vgl. zweites freudenreiches Rosenkranzgeheimnis "Den du o Jungfrau zu Elisabeth getragen hast"; vgl. den Brauch des "Frauentragens" im Advent) hat in Niederbayern einen exzellenten Wallfahrtort mit Bogenberg - bekannt durch die Kerzenwallfahrt und berühmt als ältester Wallfahrtsort Bayerns (1104) - und im ehemaligen Niedersteyr in Slowenien den Wallfahrtsort Maria Rast in Ruše (seit 900), auf welchen nun das Fresko in der Kirche von Ried zurückgeht. Die Kanzel aus Stuck stammt aus dem Erbauungsjahr der Kirche. Öffnungszeiten Die Kirche ist üblicherweise verschlossen. Auf Anfrage im Pfarrbüro kann der Zugang gerne ermöglicht werden. Ansonsten ist die Kirche zu den monatlichen Messzeiten und am Patroziniumsfest geöffnet. Kapelle am Ortsende An dieser Stelle auch ein kurzes Wort zur Straßenkapelle am südlichen Ortsende. Als einfacher Satteldachbau wurde die Kapelle in der Art ihrer Vorgängerin aus dem 19. Jahrhundert 1972 an der gleichen Stelle errichtet. Im Inneren ein Sühnekreuz aus dem 17. Jahrhundert und vor allem eine schmerzhafte Muttergottes, die um 1430 datiert wird und eine echte Schönheit darstellt! Georg Hösle Gebürtig aus Ried (1649-1727) wurde Georg Hösle schließlich Kaplan in St. Barbara in Augsburg und Apostolischer Protonotar. Sein Grabmal befindet sich im Kreuzgang des Augsburger Domes. An seiner Heimatkirche in Ried errichtete er eine Stiftung zur Abhaltung einer wöchentlichen Messe, sowie in Behlingen eine Frühmessstiftung an den kirchlichen Sonn- und Feiertagen. 

Filialkirche St. Wolfgang in Unterrohr

Das kleine Unterrohr besitzt zwei Kirchengebäude, zum einen die Maria-Hilf-Kapelle welche auf 1730 zurückreicht und 1899 ergänzt wurde. Zum anderen die aufwändige St.-Wolfgangskirche, auf welche im Artikel näher eingegangen wird. Kirchengeschichte Es waren die Ulmer Patrizierfamilien Ehinger und Besserer, welche einst Besitzer des Dorfes waren und ihr neu angenommenes Bekenntnis des Protestantismus in Unterrohr einführen wollten. Die österreichische Landvogtei blieb dem katholischen Glauben treu und trat 1563 dafür auch in diesem unterstellten Ort ein. Daraufhin verkauften die Familien 1571 das Schloss bzw. den Burgstall an das Kloster Wettenhausen, welches mit Unterrohr und - bereits zu Beginn des Jahrhunderts (1508) - Unterbleichen größeren Besitz erwarb. 1673 wechselte das Dorf abermals den Besitzer, sodass es bis 1806 den Deutschordensherren gehörte und mit der Säkularisation 1806 an Bayern fiel. In der Barockzeit bestand in (Unter)rohr eine eigene Komturei des Ordens, welche verbunden mit Waldstetten (Kommende Waldstetten) zur (Land)kommende bzw. Deutschordenskommende Altshausen gehörte, die Zentralort der wiederum größeren Einheit, der Ballei Schwaben-Elsaß-Lothringen war. 1691 wurde die Kirche umgebaut und 1713 eingeweiht. Franz Benedikt Freiherr von Baaden war damals Landkomtur, worauf sein Wappen über der Kirche hindeutet. Kirchenbau Die Kirche stammt aus der spätgotischen Zeit, besitzt zwei Fensterachsen, ein steiles Satteldach und schließt halbrund im Chor. Nördlich fügt sich dem Chor der aufwändige Satteldachturm an, welcher durch Friese und weitere Zierelemente gegliedert ist. An der Außenwand des Chores eine Ädikula mit Muttergottesstatue und am gesamten Gebäude architektonische Bemalungen (Diamantrustika). Der Westgiebel mit seinen Voluten verleiht dem äußeren der Kirche ebenso ein erhabenes Aussehen.  Im Inneren ruht auf Pilasterkapitellen das Stichkappengewölbe. Eine Westempore und eine Loge im Chorraum sind weitere prägende Elemente. In der gänzlich weiß getünchten Kirche heben sich die drei qualitätvollen Altäre gut ab und verleihen dem Raum Größe. Der Hochaltar, als auch der linke Seitenaltar tragen gegenwärtig Nazarenergemälde, die Kreuzigung und im Auszug den hl. Wolfgang bzw. der hl. Josef mit dem Jesuskind. Die Altarantependien der Seitenaltäre sind mit Blumen und Ranken, sowie dem hl. Sebastian (l.) und dem hl. Antonius (r.) in frühbarocker Manier dargestellt. Auf dem rechten Seitenaltar sodann das Gemälde mit einer Kopie des Cranachschen Maria Hilf Bildes (1671).  Eine Mondsichelmadonna von 1680 hängt am Triumphbogen in den Kirchenraum und ist mit einem Fünf-Wunden-Rosenkranz umgeben. Eine Figur des hl. Wolfgang stammt aus spätgotischer Zeit und eine weitere am Triumphbogen um 1750. Zugleich bereichert eine hl. Ottilie, welche dem "Meister von Illerzell" zugeschrieben wird und eine Madonna der "Ulmer Schule" (1500) das Innere. Öffnungszeiten Die Kirche ist während des Tages im Allgemeinen geöffnet. Die Maria-Hilf-Kapelle mit schlichter Ausstattung und einer Maria-Hilf-Darstellung von Johann Schmidt (1872) im Altar ist nicht geöffnet, allerdings durch Fenster an der Kirche einsichtbar. 

Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Ettenbeuren

Zusammen mit der Pfarrkirche von Wettenhausen hat unsere Pfarreiengemeinschaft zwei Kirchen mit dem gleichen schönen Marienpatrozinium "Maria Himmelfahrt". Lesen Sie hier mehr zur Kirche von Ettenbeuren. Zusammen mit der Pfarrkirche von Wettenhausen hat unsere Pfarreiengemeinschaft zwei Kirchen mit dem gleichen schönen Marienpatrozinium "Maria Himmelfahrt". Lesen Sie hier mehr zur Kirche von Ettenbeuren. Pfarrkirche Geschichte Bereits im 11. Jhdt. schenkte ein nicht näher bekannter Diakon Udalrich dem Domstift die Kirche. Einer der Dompröbste überließ dieselbe dann in der Zeit von Bischof Udalschalk (1184-1202) an sein Kapitel. Am 6. Juni 1220 einverleibte dann Bischof Siegfried sie mit Ihrem Gesamtgute dem Domkapitel, was Papst Honorius der III. am 17. u. 21. Juli 1220 bestätigte. Da es sich um eine im Kern gotische Anlage handelt, dürfte es sich also mit größter Wahrscheinlichkeit hier nicht mehr um die Urkirche handeln (Gotik 14.-15. Jhdt.). Am Sonntag den 1.Mai 1672 abends um 20:00 Uhr stürzte der Kirchturm ein und beschädigte sowohl Chor wie Langhaus. Die Kirche wurde in den Jahren (1672-1684) wieder hergestellt und der Turm von Grund auf neu aufgebaut. Umbau Das Langhaus wurde im Jahre (1764-1766) unter der Bauleitung des Stiftsbaumeisters Joseph Dossenberger verlängert, erhöht und ausgeziert, wie es jetzt noch steht und sich so beschreiben lässt: Im Kern eine gotische Anlage. Geräumiger, durch Doppelpilaster gegliederter Saalbau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor, Flachdecken über hoher Voute mit einschneidenden Stichkappen. Im nördlichen Winkel quadratischer Turm mit Oktogonen und Zwiebelhaube. Durch den damaligen Erzbischof von Salzburg Sigismund Christoph Graf von Schrattenbach (1753-71), zugleich Domherr zu Augsburg und Amt Herr von Ettenbeuren im Jahr 1758 und durch großzügige Spenden, wurde der Umbau finanziert. Altäre Der Hochaltar ist im Zuge der Innenrestaurierung im Jahre 1893 entstanden; mit Reliefs in der Mensa und Predella, mit Doppeltabernakel, und zwei großen Seitenstatuen (Petrus und Pauls) unter Benützung des vorhandenen Mittelbildes und der Altarstufen im Neurokoko- bzw. Renaissancestil. Das Mittelbild stellt die Aufnahme Mariens in den Himmel nach dem bekannten Gemälde von Guido Reni dar. Im Antependium sind dargestellt von links nach rechts: Kain und Abel, Jesus beim Brotbrechen in Emmaus, und Abraham. Wenn auch jeglicher Hinweis auf den Altarbauer fehlt, so spricht doch die Charakteristik eindeutig für den Krumbacher Altarbauer Bosch. Die beiden Seitenaltäre wurden 1893 mit Ausnahme der Bilder restauriert, sie stammen noch aus verschiedenen früherer Zeitepochen. Die Bilder auf den Seitenaltären stellen nördlich den hl. Sebastian und südlich den hl. Joseph dar. Decke Drei Künstler gaben Zeugnis ihres Könnens bei der Ausgestaltung der Decke. Es ist zum einen der bekannte Allgäuer Bauernsohn Joseph Christ. Er schuf ursprünglich beide Deckenfresken, im Langhaus stellte er die Huldigung Mariens dar, die Kreuzwegstationen an den Wänden und die Grisaillen an den Wänden mit den vier Evangelisten im Chor, im Langhaus, nördlich: Hl. Anna und Joachim (die Eltern von Maria), dazwischen das Herz Jesu. Südlich: Elisabeth mit dem Johannnesknaben und Hl. Zacharias (den Eltern von Johannes dem Täufer). Das Fresko im Chor wurde im vorigen Jahrhundert beschädigt und wurde um 1900 von August Müller aus Warth in der Schweiz als „Aufnahme Mariens in den Himmel“ neu gestaltet. Der Rokokostuck von 1766, also der Endzeit des Neu- und Umbaus wird Johann Michael Hoiß zugeschrieben. Die Wappenkartusche über dem Chorbogen ist dem großen Umbauförderer Erzbischof Sigismund Christoph von Schrattenbach aus Dankbarkeit gewidmet. Ihre Inschrift lautet: Sigismund D.G. Archi. Salisb. Com. de Schrattenbach offic. Etten. possessor insig. benef. ac lampadis fundator insignis (Gräflich Schrattenbachisches Wappen 1766). Öffnungszeiten Die Kirche ist zu den Gottesdienstzeiten geöffnet. Auf Anfrage im Pfarrbüro kann Ihnen außerhalb der Gottesdienstzeiten gerne die Kirche zugänglich gemacht werden. Ettenbeurer Missionare in Amerika 1849 beschloss eine Gruppe des säkularen Drittordens des hl. Franziskus um den damaligen Ettenbeurer Pfarrer Anton Keppeler und seinen Kaplan Mathias Steiger nach Nordamerika zu gehen, um den dorthin Ausgewanderten in der Diözese von Bischof John Henni (Milwaukee) seelsorglich beizustehen. Die sechs emigrierten Frauen der missionarischen Gruppe standen unter Leitung von Ottilie Dirr (Mutter Ämiliana), gebürtig aus Ebersbach (Ichenhausen). In Waisenhäusern und dem Priesterseminar von Milwaukee tätig, verließen einige der Gründungsschwestern 1860 die Diözese. Ihnen schienen die vielen "weltlichen" Aufgaben mit einem geistlichen Leben, wie sie es sich vorstellten, nicht vereinbar. Sie pflegten aber auch weiterhin das geistliche Leben. 1864 wurde das Mutterhaus zunächst nach Jefferson (Wisconsin) und 1871 dann nach La Crosse (Wisconsin) verlegt. Mutter Antonia Herb versuchte 1873 die in Milwaukee verbliebenen Schwestern zu einem Umzug in das neue Mutterhaus zu bewegen. 37 Schwestern wollten aber an ihrem bisherigen Einsatzort verbleiben und formten nun eine eigenständige Gemeinschaft, die Schwestern des hl. Franz von Assisi. In Folge eines Gelübdes von Mutter Antonia Herb wurde die Gemeinschaft von La Crosse besonders von der Eucharistischen Anbetung geprägt. Die Schwestern nannten sich Franziskanische Schwestern von der Ewigen Anbetung und begannen am 1. August 1878 mit der Ewigen Anbetung. Am 26. Februar 2020 musste dieser immerwährende Gebetsstrom eingestellt werden, als nicht mehr genügend Schwestern und Laien die Rund-um-die-Uhr-Präsenz vor dem Allerheiligsten gewährleisten konnten. 1973 formte sich aus den Schwestern von der Ewigen Anbetung abermals eine neue Gemeinschaft, die Franziskanischen Schwestern von der Eucharistie, da nach dem 2. Vatikanischen Konzil zu unterschiedliche Auffassungen einander gegenüberstanden. Aus dieser Gemeinschaft wiederum entstanden die Franziskanischen Brüder von der Eucharistie. Ein Gedenkstein im Friedhof vor der Sakristei, ebenso wie Gedenkplatten am linken Seitenaltar bezeugen eine lebendige Verbindung der geistlichen Gemeinschaften mit dem Heimatort ihrer Gründungen.

Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Wettenhausen

Die ehemalige Klosterkirche ist ein kunsthistorischer und landschaftlicher Akzent. Lesen Sie hier mehr dazu. Geschichte Das Kloster wird zum ersten Mal 1130 in einem Stiftungsbrief des Bischofs Hermann von Augsburg urkundlich erwähnt. Die Jahreszahl 982, welche mit der Klostergründung genannt wird, verbleibt somit in geschichtlichem Dunkel. Gräfin Gertud von Roggenstein habe zusammen mit ihren beiden Söhnen das Kloster gestiftet. Sitz der Grafenfamilie war dort, wo sich heute im Wald das Ziel des Kalvarienberges erhebt, die Kreuzigungsgruppe. Gesichert ist für das Jahr 1387 der Erhalt der niederen Gerichtsbarkeit und für das Jahr 1566 die Reichsunmittelbarkeit. Unter Propst Hieronymus Roth nahm das Kloster zunächst Aufschwung, welcher durch den Dreißigjähringen Krieg jäh gebremst wurde. Unter Propst Dionysius von Rehlingen erblühte das Kloster von neuem. Es folgte 1802 die Säkularisation und 1865 die Wiederbesiedlung durch die Dominikanerinnnen. Außenbau Am östlichen Teil des Nordflügels angebaut, befindet sich die ehemalige Kloster- und heutige Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. In der Chronik wird 1405 vermerkt, dass das Gotteshaus seit alters her als "Münster" oder "Goldenes Haus" (domus aurea) bezeichnet wird. Ferner ist das Gotteshaus mit der Portalinschrift des Dionysius von Rehlingen als "Basilika" tituliert. In Verbindung zur Inschrift des Grundsteins und der Widmung auf der Westfassade ist die Kirche als ein Bau zur Ehre der Heiligsten Dreifaltigkeit, der Jungfrau und Gottesmutter Maria, des hl. Josef, sowie der hl. Joachim und Anna, Georg und Augustinus und der hl. Engel (vgl. "den himmlischen Heerscharen") ausgewiesen.  Der ehemals romanische Bau aus dem 12. Jahrhundert erhielt 1520 durch Propst Ulrich Hieber einen fünftürmigen Glockenturm ("Fünfknopfturm"; vgl. die Anlagen in Kaufbeuren oder Schwäbisch Gmünd). Zwei Jahre danach erhielt der Chor einen gotischen Umbau und 1612 erhielt der obere Turmteil eine oktogonale Struktur. Michael Thumb baute unter Propst Dionysius die Kirche im barocken Sinn um. Palier war ein anderer Bekannter aus der Vorarlberger Schule, nämlich Valerian Brenner. 1687 erfolgte die Einweihung. Die sechsachsige Wandpfeilerkirche, mit hoher Westfassade, mächtiger Westempore und querschiffartigen Kapellenanbauten bildet mit ihrem mächtigen und von einer Zwiebel gekröntem Turm ein landschaftsprägendes Ensemble, zusammen mit den Klosterbauten, welche ebenso von Zwiebeltürmen dominiert werden (vgl. Kloster Stams, Kloster Rot an der Rot). Innenraum Die Stuckdekoration, welche 1685 fertiggestellt wurde, stammt von den Wessobrunnern Georg Vogel und Christoph Gigl. Lorbeerstäbe und verschiedenste Fruchtgehänge machen zusammen mit zahlreichen Engelsköpfen und Draperien den schweren Stuck aus. Johann Georg Knappich schuf zur gleichen Zeit einen bedeutenden frühbarocken Zyklus, welcher 1892 vom Fischacher Maler Leonhard Thoma im Sinne der dominikanischen Spiritualität übermalt wurde (u.a. Spendung des hl. Rosenkranzes), da die neuangesiedelten Dominikanerinnen mit den übrigen Klostergebäuden auch die Pfarrkirche zu erwerben gedachten.  Die Altäre, welche in braun und gold gehalten sind stammen aus der gleichen frühbarocken Zeit. Im Hochaltar das Gemälde der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel, von Knappich gemalt. Im Auszug ist die Dreifaltigkeit bereit, um die Gottesmutter zu empfangen. Johann Heiß malte zur gleichen Zeit die Kreuzigung Christi im vorderen linken Seitenaltar, der zusammen mit dem installierten Kreuzweg die 12. Station bildet. Im Auszug des Altars der hl. Georg, der durch sein Patronat für die Adeligen und Ritter eine Verbindung zur Gründungsgeschichte des Klosters bildet. Im rechten Seitenaltar ist der hl. Augustinus vor der heiligsten Dreifaltigkeit dargestellt, im Auszug der hl. Martin von Tours. In der linken querschiffähnlichen Kapelle befindet sich ein Altargemälde der hl. Sippe, von Matthias Pußjäger 1694 ausgeführt. Auf der Mensa ein spätgotisches Vesperbild, welches als Gnadenbild verehrt wird. Um das Gnadenbild zwei Bäume mit je drei auf Blech gemalten Darstellungen, sodass dieser untere Bereich den Sieben Schmerzen Mariens zugedacht ist und sich als 13. Station in den Kreuzweg der Kirche einfügt. Das Pendant auf der rechten Seite birgt den Bruderschaftsaltar (vulg. "Marienaltar") der 1640 gestifteten Rosenkranzbruderschaft. Das Mittelfeld stammt aus dem ehemaligen gotischen Hochaltar der Klosterkirche. Der Ulmer Schule zugehörige Martin Schaffner ist Urheber des Altars, welcher 1524 angefertigt wurde. Der prächtige Altar - eingerahmt von auf Blech gemalten Rosenkranzgeheimnissen - ist letzter Höhepunkt des Künstlers und mag nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland im Allgemeinen und Schaffner im Speziellen nicht mehr auf der Höhe ihrer Zeit waren. Die allgemeine Krise mit der alles erfassenden Reformation findet ihren Wiederhall auch in der Kunst. Nichts desto trotz staunen wir über diesen Altar, dessen gemalte Flügel heute in der Alten Pinakothek zu finden sind. Die Kanzel stammt von 1670 und zeugt in ihrer Größe und Wucht von barocker Blüte. Die schwungvollen Beichtstühle und das zweifaltige Chorgestühl neben der Orgel stammen aus der Hand eines Burgauer Meisters und verweisen mit der Jahreszahl 1760 auf den ausklingenden Barock. Ebenfalls aus dem Rokoko die gefälligen Marienallegorien aus der Hand Johann Baptist Enderles (1762). Monumentale Gedenktafeln an den Wänden für die Herren von Roth, Propst Dionysius von Rehlingen und Gräfin Gertrud von Roggenstein ergänzen das Innere. Um den Hochaltar befinden sich die auf Leinwand gemalten vier abendländische Kirchenväter, wobei die Leinwand einen Stoffbehang vortäuscht. Künstler war hierfür 1780 Johannes Christoph Anwander, Konventuale des Klosters und Enkel des bekannten Rokokomalers Johann Anwander aus Lauingen. Grab der (seligen) Adelheid und andere Epitaphien Weiterhin besitzt die Kirche ein überaus reiches Emporengitter von 1760. Dazu einen hl. Nikolaus (um 1450), sowie einige wertvolle Epitaphien mit Rokokorahmung für Propst Ulrich Hieber (+ 1532; vgl. Fuggerkapelle in Augsburg), Propst Dionysius von Rehlingen (+1692), Ulrich von Roth (+1462), sowie ein Grabstein für Adelheid von Roth (+1390), auf deren Stein die Entstehung von Krumbad bei Krumbach gemalt ist. Die tugendhafte Adelheid wurde nach ein paar Monaten Ehe von ihrem Mann der Untreue beschuldigt. Dieser versuchte sie mit einem Dolch zu töten, woraufhin Adelheid in eine nahegelegene Scheune flüchtete. Ihr Ehemann Ulrich von Ellerbach, ließ daraufhin die Scheune an drei Stellen anzünden, wobei der Leib Adelheids unversehrt aufgefunden wurde. Als göttliches Zeichen der Unschuld Adelheids enstanden an den Stellen, an denen das Feuer gelegt wurde, Quellen, die zukünftig zum bekannten Kurtort "Krumbad" wurden. Am Ort des Familiengrabes wurde Adelheid beigesetzt. Durch göttliche Fügung bekehrte sich ihr Mann nach einigen Jahren und verstarb in Wettenhausen, sodass er nun neben seiner Frau ruhen darf. Adelheid wurde vom Volk wie eine Heilige verehrt, was beispielsweise die Darstellung bei der Adelheidisquelle in Krumbad klar zum Ausdruck bringt. Schließlich bleibt sowohl die Sakristei mit ihren aufwändigen Eichenschränken aus den Jahren 1670 als auch die Augustinusreliquie zu erwähnen, welche 1684 vom Kloster Schöntal geschenkt wurde (siehe hierzu den eigenstsändigen Beitrag). Gerichtsmänner Im Ort selber hat sich eine eigentümliche Tradition erhalten, die s.g. Gerichtsmänner. Um ihnen angehören zu können müssen verschiedene Bedingungen erfüllt werden: männlich wohnhaft in der Pfarrei Wettenhausen (mit Filialen) katholisch guter Ruf In der Kirche sind den Gerichtsmännern die ersten beiden Bänke der hinteren Hälfte auf der linken Seite reserviert. Zu den offiziellen Anlässen sind sie mit einem schwarzen Gerichtsmantel bekleidet. Dieser wird oft von Generation zu Generation weitergegeben. Der Gerichtsmänner gibt es insgesamt zwölf und einer von ihnen gilt als Schriftführer, welcher die Ereignisse dieser Gruppe von Ehrenamtlichen - im wahrsten Sinne des Wortes - im Jahresverlauf festhält. Die traditionellen Pflichten der Gerichtsmänner, wie sie zuletzt protokollarisch am 9.4.2017 festgehalten wurden, sind: Begleitung des Pfarrers bei seiner Installationsfeier bzw. Verabschiedungsfeier Ehrengeleit des Pfarrers bzw. des Allerheiligsten bei den Festprozessionen Tragen des Himmels (die vier jüngsten Gerichtsmänner) bzw. der Bruderschaftsstangen (die restlichen Mitglieder) an Fronleichnam Tragen von Palmzweigen am Palmsonntag zur Prozession Totendienst Nach dem Tod eines Pfarrers tragen die Gerichtsmänner den Pfarrer bei der Beerdigung in Wettenhausen zu Grabe Nach dem Tod eines Gerichtsmannes tragen die vier jüngsten Mitglieder ihren Bruder zu Grabe. Der Älteste trägt das Grabkreuz.  Die Mitglieder lassen nach dem Absterben eines Mitglieds bzw. dessen Ehefrau zwei hl. Messen zur Seelenruhe lesen. Die Kosten tragen die Gerichtsmänner.  Die Tradition der Gerichtsmänner ist ein Relikt aus der Geschichte, welche eng mit den Augustinerchorherren verwoben ist. Das Kloster und seine Besitzungen befanden sich mitten in der ehemaligen Markgrafschaft Burgau. Privilegien in dieser Markgrafschaft, wie die Feuerstattguldenfreiheit (3.2.1492), mit welcher die Niedere Gerichtsbarkeit einherging, hatte das Kloster mit seinen Gütern schon 1387 durch Herzog Albrecht von Österreich empfangen. Damit verbunden ist der Erlaß einer eigenen Strafordnung, welche bis 1525 gültig war. Urkundlich ist dies nochmals beim Verzicht der Landvögte Burgaus auf das Vogeitrecht in Wettenhausen am 13.10.1460 festgehalten. 1491 wurden im Territorium des Stiftes vier Ämter eingerichtet: die Vogtämter Ettenbeuren, Kemnat und Wattenweiler, sowie Wettenhausen mit dem Sitz des Oberamtes; 1508 kam das Gerichtsamt Unterbleichen und 1746 das Vogamt Großkötz dazu. Das Niedergericht urteilte über Grenzsteinverrückungen, Diebstähle oder Ähnliches. Trotz diesem territorial-rechtlichen Rahmen gab es bis zur Säkularisation immer wieder Streitigkeiten zwischen dem Kloster Wettenhausen - welches seit jeher nach größtmöglicher Unabhängigkeit strebte - und der Markgrafschaft. Da zudem bei der Klosterstiftung das freie Vogtwahlrecht zugesprochen wurde, bemühte sich das Kloster um die je besten Vogtherren (Schirmherren). Blieben dies anfangs noch die Herren von Burgau (erster urkundlich erwähnter Vogtherr ist Bruno von Burgau, 1147), wurden diese von den Herren von Berg, den Herzogen von Österreich, den Rittern von Knöringen, vom bekannten Georg von Frundsberg (Mindelheim), der Reichsstadt Ulm oder dem Fürstbischof von Augsburg abgelöst. 1533 erhielt das Kloster Aufnahme in die Reichsritterschaft und 1566 beim Augsburger Reichstag die Reichsunmittelbarkeit. Die Geschichte der Gerichtsmänner, also der Urteilsfinder oder Schöffen im Gerichtsprozess, hängt nun allerdings mit der Hohen Gerichtsbarkeit zusammen. Nach mehreren Bemühungen erhielt der emsige Propst Dionysius von Rehlingen 1671 das Recht „von Fall zu Fall“ die Hohe Gerichtsbarkeit auszuüben. Diese betraf außerordentliche Fälle, s.g. Malefizfälle, in denen sozusagen wegen des „vergossenen Blutes“ bei Todschlag, Mord, Brand oder Diebstahl geurteilt wurde (Blutbann). 1671 wurde eine Wasenmeisterei, zunächst unterhalb der Kirche angedacht, errichtet. Der Wasenmeister, welcher für die Verwertung der Tierkadaver eingesetzt war, hatte zugleich das Amt eines Freimanns und Scharfrichters inne, da direkt oberhalb der Meisterei der Galgenberg mit dem Galgen, also dem „Hohen Gericht“, stand. Verständlicherweise war dieser Beruf und das Amt in der Bevölkerung nicht angesehen. An der Abzweigung zu der Anhöhe an der Hammerstetter Straße ist bis heute ein Bildstock erhalten, der ursprünglich eine Schmerzensmutter barg. Volksgeschichtlich heißen diese Bildstöcke „Urlaubsbilder“, da die Angehörigen der Verurteilten dort von ihnen „Urlaub“, also Abschied nehmen mussten. Ein anderer Ort, der mit der Gerichtsbarkeit zusammenhängt ist die bis heute bestehende Gemarkung "An der Richtstatt", welche sich am Kreisverkehr der Dossenberger- und Jettingerstraße befindet. Ob dies von einer (urzeitlichen) Richtstatt oder einem gesonderteren Exekutierungsort - im Gegensatz zum Galgen bspw. ein Schafott - herührt, ist nicht gesichert, zumal umgangsprachlich eine "Richtstatt" verschiedene Bedeutungen gehabt hat. Am 31.10.1686 erhielt Dionysius eine Erweiterung des Blutbanns bis „auf Widerruf“. Dieses Recht blieb den Pröpsten bis zum Tod von Propst Augustin Bauhof (3.7.1776), als unmittelbar danach der Landrichter von Burgau die zwölf Gerichtsmänner des Ortes im Rathaus sammelte und ihnen zu verdeutlichen suchte, dass es die Meinung Kaiser Josephs II. sei, Wettenhausen die Hohe Gerichtsbarkeit zu entziehen. Da wegen den „ländlichen Umständen“ verhältnismäßig wenig Todesurteile vollstreckt wurden, drang die Burgauer Herrschaft ferner darauf. Der Landrichter beließ den Hiesigen die äußeren Zeichen von „Stock und Galgen“, sodass in der Chronik festgehalten wird, man könne meinen, die Hohe Gerichtsbarkeit schlafe eher, als dass sie eingestellt wurde. Und bis auf den heutigen Tag hat sich die oben erwähnte Kleidung der schwarzen Mäntel erhalten. Der Ort für die richterlichen Geschäfte war das s.g. Alte Schulhaus (Dossenberger Str. 53), unterhalb des klösterlichen Amtsgebäudes. In diesem scheint auch das örtliche Gefängnis untergebracht gewesen zu sein. Das oberhalb gelegene und mit zwei Erkern hervorgehobene und ebenfalls denkmalsgeschützte Anwesen, welches 1898 der Pfarrhof wurde (Dossenberger Str. 55) - vorher wohnten die Pfarrer im Bereich des Klosters -, war seit der Erbauung 1684 Wohn- und Amtshaus des Oberamtsmanns ("Oberammann") des Reichstifts. Dieses Amt ist in etwa äquivalent mit einem Obervogt, Landeshauptmann oder heute Landrat. Rudolph von Goldbach (+ 1756), dessen Name heute noch im Alten Friedhof zu lesen ist, war einer der bedeutendsten Amtsinhaber. Diese "Stiftskanzlei" war zentral und übgergeordnet für Rechts- und Vertragsabschlüsse, die Führung des Steuerregisters und die Vertretung oder das Prozessieren in klösterlichen Interessen - u.a. beim Schwäbischen Reichstag - zuständig. Von 1803-1898 diente dann das Anwesen als Amtsgebäude des Landrichters von Burgau. Die Baulast ging mit der Säkularisation an den Staat über und Anfang des 21. Jahrhunderts an die Kirche (Pfründestiftung St. Ulrich). Obwohl noch im Sommer 1992 eine große Sanierung des Gebäudes gemacht wurde, befindet sich das Haus aktuell in einem schlechten Zustand, sodass es 2024 an die Pfründestiftung zurückgegeben wurde und das Pfarramt mit Pfarrerwohnung nach Ettenbeuren verzieht. Öffnungszeiten Die Kirche ist in der Regel täglich von 9.00 - 17.00 Uhr geöffnet.

Pfarrkirche St. Stephan in Behlingen

Informationen zu unserer Pfarrkirche St. Stephan und der reichen Geschichte finden Sie in diesem Artikel. Kirchenbau Der einschiffige Saalbau besitzt einen auffallend großen Chor - mit sieben hohen Spitzbogenfenstern -, welcher dreiseitig geschlossen ist und in das Jahr 1500 fällt. Im 18. Jahrhundert folgten Umbauten - gegen Ende des Jahrhunderts wurde ein beachtenswerter Hochaltar im s.g. "Zopfstil" angeschafft -, welche 1880 mit dem Einzug der neoromanischen Ausstattung abermals revidiert wurden. 1955 wurde die gegenwärtige Holzdecke eingezogen und 1955 die Altarausstattung entfernt. Abermals und vielleicht zu hektisch, sollte schließlich nur noch eine moderne Altarmensa in der Kirche verbleiben, sowie die Seitenaltarblätter von Johann Nepomuk Weckerle (1870) mit dem hl. Josef und dem hl. Sebastian. Am südlichen Chorwinkel der quadratisch beginnene Turm, welcher um 1500 errichtet wurde. Darüber zwei Geschosse um 1600, wobei das untere oktogonförmig, das obere zylinderförmig ist. Wiederum darüber kommt das achtseitige Kuppeldach, welches den Turm einmalig in der Region erscheinen lässt. Fragmente einer Tonpietà um 1500 (italienischen Usrprungs), Skulpturen des hl. Rochus und des hl. Sebastian um 1510, eine Johannesschüssel um 1650, weniger aber eine Unbefleckte Empfängnis (südliche Kircheninnenwand; 1725), zeugen wie ein Messkelch von 1653 von der guten Ausstattung jener Zeit. Erwähnenswert bleibt eine Hostienmonstranz um 1719 und aufwändigere, leider nur teilweise erhaltene Messgewänder um 1910.  Eine volkstümliche Statue des hl. Leonhard, sowie eine dazugehörige Votivtafel zum Viehpatron gehören ebenso zum Inventar der Kirche, wobei die genannten Gegenstände ehemals in der Kapelle Maria Trost gestanden sein könnten. Die jährlich aufgestellte Krippe stammt ist aus den Händen von Albert Rudolph (Behlingen), welcher 1978 Landschaft und Schäfchen schnitzte. Sämtliche andere Figuren sind Schöpfungen von Professor Karl Kuolt. Nur die Verkündigungsgruppe ist älter und aus Gips gearbeitet. Sebastiansbruderschaft Neben dem hl. Stephanus verehrt Behlingen seit vielen Jahrhunderten den hl. Sebastian als besonderen Patron. Einst bestand noch eine Sebastiansbruderschaft - 1683 gegründet -, von der der rechte Seitenaltar, sowie einige lose Bruderschaftsstangen zeugen. Wertvollstes Teil ist die von Ludwig Schneider um 1685 angefertigte Reliquienmonstranz mit einer Reliquie des Bruderschaftspatrons. Jährlich zum 20.1. wird der hl. Sebastian gebührlich verehrt. Als Mitglied der Sebastiansbruderschaft hatte man besondere Privilegien und Verpflichtungen. Am Tag der Aufnahme in die Bruderschaft bzw. in das Bruderschaftsregister wurden dem einzelnen Mitglied eine Zusammenfassung davon mitgegeben: Gedenkzettel der Sebastiansbruderschaft Ulrich Goßner An der nördlichen Chorwand hängt eine Kopie des Gemäldes von Konrad Huber, welches den "Frühmeß Benefiziums Vikar" Ulrich Goßner darstellt. Auf der unteren Bildhälfte der Sinnspruch: "Rede oft und fleißig mit dem Heiland, dann wird er gewiß auch recht freundlich mit dir reden. Ulrich Goßner + 1834". Ulrich Goßner, ein gebürtiger Seifertshofer, der in den letzten Jahren seines Lebens starke Lungenprobleme hatte, wurde nach seiner Vikarszeit in Pfaffenhofen a.d. Roth am 26.10.1831 Vikar des Frühmessbenefiziums zu Behlingen, wo er im Alter von nur 28 Jahren am 10.5.1834 starb. Das wichtigste Werk zu und über H.H. Ulrich Goßner ist "Erinnerungen an Ulrich Goßner". Das Buch finden Sie auf diesem externen link. Vielfach wird attestiert, dass er ein katholischer, aufrichtiger und herzensguter Priester war. Somit ist es eine überaus große Ehre sein Grab in Behlingen zu haben! Ohne der Entscheidung der Kirche vorzugreifen, dürfen wir hier einen Heiligen verehren. Hier sind Auszüge aus der o.g. Schrift, die die Verbindung von Vikar Ulrich Goßner mit Behlingen aufzeigen: Ulrich Goßner und Behlingen Neuinstallationen Mit der Dauerleihgabe des marmornen Taufsteins aus dem 19. Jahrhundert an die Kirchenstiftung Maria Himmelfahrt in Wettenhausen, musste Behlingen mit seiner Pfarrkirche lange Zeit eines eigentlichen Tauforts entbehren. Mit der Einweihung des neuen Taufbeckens am 16.3.2025, welches sich in Form und Material an der aktuellen Kirchenausstattung orientiert, sowie mit der zeitgleichen Einrichtung eines Beichtraums im linken Nebenraum des Presbyteriums, besitzt die Kirche wieder alle Orte, um die Sakramente würdig spenden zu können. Öffnungszeiten Die Kirche ist zu den Gottesdienstzeiten, sowie dienstags, samstags und sonntags geöffnet. Auf Anfrage im Pfarrbüro kann Ihnen außerhalb dieser Zeiten gerne die Kirche zugänglich gemacht werden.

Weitere Andachtsorte

Zahlreiche Kapellen und Kirchen, sowie Wegkreuze und Heiligenhäuschen säumen die Wege des Kammeltals. Hier finden Sie eine kleine Auflistung der Kapellen. Einige der hier aufgeführten Andachtsorte gehören der gleichnamigen Gemeinde Kammeltal (G) oder sind im Privatbesitz (P): Behlingen, Maria Trost (G) Egenhofen, Hlgst. Dreifaltigkeit Ettenbeuren, Kapelle mit Lourdesgrotte (G) Goldbach, Hl. Wendelin (G) Hartberg, Hll. Peter und Paul (G) Keuschlingen, hl. Isidor (P) Reifertsweiler, Maria Namen (G) Ried, Straßenkapelle (G) Unterrohr, Maria Hilf (G) Unterrohr, St. Wolfgang Waldheim, St. Magnus (G) Wettenhausen, Ehem. Friedhofskapelle - Patriziuskapelle In den meisten Kapellen oder Kirchen finden regelmäßige Gottesdienste statt. Auf der Seite "Gottesdienste PG Kammeltal" finden Sie die aktuellen Termine. Zu den herausragenden kirchlichen Orten in der Pfarreiengemeinschaft zählt neben dem von Dominikanerinnen belebten Kloster - hier ist deren Internetauftritt (externe Seite) - besonders der weit angelegte Kalvarienberg in Wetttenhausen. Am Alten Friedhof, also um die Patriziuskapelle befindet sich das Grab des hochverdienten Baumeisters Joseph Dossenberger. Vieles von ihm erfahren Sie auf dieser externen Seite. In der Kapelle selbst ist ein Rundgemälde des berühmten Cosmas Damian Asam zu finden. Ein Artikel hierzu finden Sie auf diesem externen link.