Beichte
Es gehört zu den Kirchengeboten zu beichten... Aber es soll weniger eine Pflicht oder Notwendigkeit, als vielmehr ein innerer Drang, ja Freude sein, beichten zu gehen! Lesen Sie mehr...
Rechte und Pflichten als Getaufter
Indem wir durch die hl. Taufe zu Gliedern des Leibes Christi wurden und so zur Familie Gottes gehören, haben wir sowohl Rechte als auch Pflichten. Die Pflichten sind die 10 Gebote und die Kirchengebote:
An Sonn- und Feiertagen besuche die hl. Messe und verrichte keine entheiligenden Arbeiten!
Empfange mindestens einmal im Jahr das Sakrament der Beichte!
Empfange mindestens einmal im Jahr während der österlichen Zeit die hl. Kommunion
Halte die kirchlichen Fast- und Abstinenztage (Freitage, Quatember, Aschermittwoch und Karfreitag)
Unterstütze die Kirche in ihren materiellen Erfordernissen (Kirchgeld, Kirchensteuer, Abgabe des "Zehnten" [Geld, Mitarbeit, Opfer usw.])
Beichzeiten in der Pfarreiengemeinschaft
Regelmäßige Beichtzeiten zum Priesterdonnerstag, Herz-Jesu-Freitag und Herz-Mariä-Samstag
Nach den Bußandachten im Advent und in der Fastenzeit
Termin auf persönliche Vereinbarung mit dem Pfarrer (mittels Pfarrbüro - telefonisch oder per e-mail)
Was hindert mich am Beichten?
Ich habe keine Sünden!
Der Apostel Johannes schreibt: "Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre und die Wahrheit ist nicht in uns." (1 Joh 1,8)
Der Gewissensspiegel im Gotteslob oder diese Beichthilfe können uns liebevoll helfen, besser und wahrhaftiger auf unser Leben zu schauen: WAS SOLL ICH BEICHTEN
Der Beichstuhl ist mir zu eng und muffig!
Zwar hat der Gläubige und der Priester das Recht auf eine Absperrung im Beichtstuhl. Aber daran soll die Beichte nicht scheitern!
Auf Anfrage kann auch außerhalb des Beichtstuhls oder gewöhnlichen Ortes gebeichtet werden (Mobilität oder Akustik sollen kein Hindernis darstellen!)
Ich bin die Generalabsolution gewohnt!
Vielen ist die Generalabsolution lieber, weil man unangenehme Dinge nicht offen aussprechen muss.
Jedes Sakrament ist aber eine persönliche Begegnung zwischen Gott und der einzelnen Person.
Die Kirche spendet die Generalabsolution nur in extremen Notfällen (z.B. Flugzeugabsturz oder andere unabwendbare Katastrophen). Zugleich wird dabei von der einzelnen Person verlangt, wenn sie überlebt, unverzüglich die persönliche Beichte nachzuholen.
Die allgemeine kirchliche Norm ist von jedem Priester einzuhalten, also keine Generalabsolution ohne echte Notsituation zu spenden. Bereits 1972 hat sich die Glaubenskongregation dazu geäußert (auf diesem externen Link ist der Wortlaut).
In unseren Breiten gibt es weder Priestermangel, noch andere Gründe, die eine Generalabsolution im Rahmen z.B. einer Bußandacht rechtfertigen würden.
Ich mache das selber mit dem Herrgott aus!
Manche Dinge im Leben kann ich mir nicht selber geben. Manchmal bekommen wir Dinge nur durch andere Personen, die sie uns vermitteln. Denken wir an den Beginn des eigenen Lebens oder an bestimmte Medikamente, die ich nur mittels einem Arzt bekomme.
Jesus hat zu den Aposteln und somit zu den Priestern gesagt: "Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten." (Mt 16,19)
Der ordentliche Weg zur Vergebung ist die Einzelbeichte vor einem befugten Priester.
Ich habe schlechte Erfahrungen mit der Beichte gemacht!
Vielleicht "mussten" Sie beichten gehen oder der Priester war harsch oder hat unangemessen reagiert. Dies sind leider immer wieder vorkommende leidvolle Erfahrungen, die so nicht sein dürften!
Ähnlich ist es vielleicht nach einem Streit oder gar einer Trennung. Nur ein neues sich Heranwagen hilft, um bessere Erfahrungen machen zu können. Es braucht eine gesunde Neuerfahrung, welche meistens ein Wagnis mitsichbringt, zugleich aber zu einem wahren Durchbruch verhelfen kann.
Ich gehe zur Kommunion. Das genügt mir!
Die hl. Kommunion bzw. das Heiligste Altarsakrament ist "Quelle und Höhepunkt" allen kirchlichen Handelns. Wir empfangen dabei ja Gott selbst!
Wenn das Altarsakrament der Höhepunkt, also der Gipfel ist, dann muss ich mich zum "Gipfel" hinaufarbeiten bzw. mich auf die Tour vorbereiten. Niemand von uns würde so, wie er gerade angezogen ist auf den Mount Everest steigen. Sondern er würde sich durch Training und entsprechende Kleidung ausrüsten, um zum Gipfel steigen zu können. Ebenso ist es mit der hl. Kommunion. Ich kann sie nur empfangen, wenn ich dafür bereitet bin.
Wer den Gipfel will, muss auch den Weg in Anspruch nehmen. Also: Wenn ich die Kommunion möchte, muss ich auch vorher regelmäßig beichten gehen.
Trauen Sie sich! Die Beichte vermag so sehr zu befreien!