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Pfarreien, Gottesdienste, Veranstaltungen

Pfarreien

Billenhausen, St. Leonhard

Pfarrkirche St. Leonhard Bereits im späten Mittelalter hatte die Billenhauser Pfarrkirche St. Leonhard, damals noch als Kapelle, hohen Bekanntheitsgrad als Wallfahrtsort für Pferde und Reiter. Auch heute noch heißt sie, frei am nördlichen Ortsrand von Billenhausen stehend, jeden Willkommen, der auf dem Weg durch das weit geschwungene Kammeltal an ihr vorbei kommt.   Geschichte Der Ursprung der Billenhauser Pfarrkirche St. Leonhard liegt im 14. Jahrhundert, als Hans Diether der Ältere v. Billenhausen und seine Frau aus Almosen eine Kapelle zu Ehren der Dreifaltigkeit und des Heiligen Leonhard erbauten. Bereits im Jahre 1460 wurde diese durch Abt Ulrich Seckler aus Ursberg komplett erneuert. Der Turm wird 1474 erstmals erwähnt. Gut dreihundert Jahre später, im Jahre 1781 wurde das Kircheninnere komplett erneuert und auch mit neuen Altären und neuem Gestühl ausgestattet. Billenhausen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Pfarrkirche St. Gordian und Epimachus, die sich im Südwesten des Dorfes befand. Diese wurde jedoch 1807 abgerissen. St. Leonhard wurde damit zur offiziellen Pfarrkirche erhoben. Bei einer eingehenden Renovierung 1865 wurde die Langhausdecke ersetzt. Die Deckenfresken gestaltete damals der Billenhauser Johann Baptist Zahler. 1918 erhielt die Kirche eine komplette Neurokokoausmalung mit Fresken und Malereien durch die Gebrüder Haugg.   Hochaltar und Deckenfresko Das Altarbild über dem Hochaltar zeigt den Heiligen Leonhard als Fürbitter der Notleidenden vor der Muttergottes mit dem Jesuskind. Das Gemälde stammt von Franz Xaver Stähle. Links des Hochaltarbildes steht die Figur des Heiligen Augustinus mit Mitra, Stab und brennendem Herzen. Rechts steht die Figur des Heiligen Norbert von Xanten mit Monstranz, Hostie und Stab. Das Deckenfresko der Langhausdecke zeigt die Geburt Jesu und die Anbetung der Hirten. Es wurde 1918 durch die Gebrüder Haugg aus Ottobeuren angefertigt.        Muttergottes und Heiliger Leonhard Die Muttergottes in der Billenhauser Pfarrkirche stammt noch aus der ehemaligen Pfarrkirche St. Gordian und Epimachus. Ausgestattet mit einer goldenen Krone, ihre Auszeichnung als Himmelskönigin, steht sie unter einem blauen Baldachin und hält das Jesuskind, ebenfall mit goldener Krone, auf dem Arm. Auf dem rechten Seitenaltar befindet sich eine Figur des Heiligen Leonhard, dem Kirchenpatron. Der Heillige Leonhard, hier als Tonfigur mit Abtstab und Buch ausgeführt, war ursprünglich der Patron der Gefangenen, später auch der Patron des Viehs und der Landwirtschaft und dort im besonderen der Pferde. Seine Geschichte begann im 11. Jahrhundert, wo er als Einsiedler in einem Wald bei Limoges lebte. Ihm werden während seines enthaltsamen, gottesfürchtigen Lebens viele Wunder zugeschrieben.      Gordian und Epimachus Auch die Figuren des Heiligen Epimachus und des Heiligen Gordian stammen aus der ursprünglichen Billenhauser Pfarrkirche St. Gordian und Epimachus. Beide stellen Märtyrer dar, die für ihren Glauben in den Tod gegangen sind. Epimachus wurde im Jahre 251 hingerichtet, weil er sich trotz grausamer Folter weigerte dem christlichen Glauben zu entsagen. Gordian (Gordianus) ereilte das gleiche Schicksal, er wurde im Jahre 362 für seine Standhaftigkeit im Glauben gefoltert und enthauptet. Die Reliquien der beiden Märtyrer wurden im Jahre 774 von Rom in das Benediktinerkloster Kempten überführt.  

Edelstetten, St. Johannes Baptist und Evangelist

Wer der erste Mal durch das liebliche Haseltal nach Edelstetten kommt, wird überrascht sein. Erhaben und mächtig, fast übermächtig, erhebt sich die Pfarrkirche St. Johannes Baptist und Johannes Evangelist zusammen mit dem Schloss Eszterházy über die Dächerlandschaft des schwäbischen Dorfes. Und nicht nur wer das erste Mal hierher kommt wird die Stufen zur Pfarrkirche hinauf gehen, um in der Kirche zu beten oder zu bitten - und sicherlich auch, um zu staunen. Wer der erste Mal durch das liebliche Haseltal nach Edelstetten kommt, wird überrascht sein. Erhaben und mächtig, fast übermächtig, erhebt sich die Pfarrkirche St. Johannes Baptist und Johannes Evangelist zusammen mit dem Schloss Eszterházy über die Dächerlandschaft des schwäbischen Dorfes. Und nicht nur wer das erste Mal hierher kommt wird die Stufen zur Pfarrkirche hinauf gehen, um in der Kirche zu beten oder zu bitten - und sicherlich auch, um zu staunen. Ob über die prächtige Stuckornamentik, den eindrucksvollen barocken Hochaltar, oder einfach über die andachtsvolle Stille. Jeder Aufenthalt in der Kirche wird dem gläubigen Besucher etwas Neues offenbaren. Geschichte Es war im Jahre 1126, als mit der Gründung eines Chorfrauenstiftes nach den Regeln des Hl. Augustinus, in Otilistetin, wie Edelstetten damals noch hieß, die ausgesprochen wechselhafte Geschichte der Edelstetter Pfarrkirche und des mit ihr verbunden Klosters und heutigen Schlosses begann. Ermöglicht hatte die Gründung eine Stiftung der Edlen von Schwabeck und Balzhausen. Aus diesem Geschlecht stammte auch die erste Äbtissin, Gräfin Gisela von Schwabeck und Balzhausen. Im Jahre 1153 wurde die selige Mechthild von Dießen und Andechs als Äbtissin nach Edelstetten berufen. Die charismatische Mechthild von Dießen und Andechs formte das geistliche Klosterleben des Chorfrauenstiftes nach der "Regula Augustini" in entscheidender Weise, und brachte Kirche und Kloster auch baulich auf einen hohen Stand. Mehrmals wurde das Chorfrauenstift in den folgenden Jahrhunderten zerstört. So im Deutschen Bauernkrieg 1525 und im Dreißigjährigen Krieg 1632. Da kann es nicht verwundern, dass von der ursprünglich romanischen Kirche oder der dreischiffigen Basilika, als die die Kirche im 15. Jahrhundert ausgeführt war, kaum etwas übrig blieb. Aber immer wieder wurde das Kloster aufgebaut, renoviert und weiterbelebt. Erst im späten 17. und bis Mitte 18. Jahrhundert fand das Kloster zu seinem heutigen Aussehen. Unter den Äbtissinen Katharina Franziska (1681-1691 und Maria Carolina (1691-1726) erlebte das Chorfrauenstift seine Blütezeit. Sie ließen ganze Teile des Kloster abreißen und von Grund auf neu aufbauen. Etwa um 1690 war der Bau abgeschlossen. Die innere Ausgestaltung sollte noch bis 1705 andauern. Der Neubau der Kirche wurde 1708 beschlossen. Baubeginn war mit der Grundsteinlegung am 14. Mai 1709 durch Abt Joseph II. Hoeld von Ursberg. Nur drei Jahre später, 1712, konnte die Kirche geweiht werden. Nach einer weiteren Renovierung in den Jahren 1884/85 wurde das Kircheninnere erst in den Jahren 1971 bis 1974 erneut in Stand gesetzt. Nach der Außenrenovierung von 1997 hatten die Edelstetter wieder ein strahlendes Gotteshaus. Heiliges Grab Die Darstellung des Heiligen Grabes in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist und Johannes Evangelist wird während der Fastenzeit anstatt des Altarbildes über dem Hochaltar aufgebaut. Flankiert von Propheten und bewacht von Soldaten liegt der Leichnam Christi in einer Höhle. Über ihm steht die Monstranz. Diese wird am Ostersonntag gegen die Figur des auferstandenen Herrn ersetzt. In den unteren Ecken des Heiligen Grabes werden die Verspottung und Geißelung Christi dargestellt. Über allem schaut Gottvater auf seinen Sohn Jesus Christus herab. Das Heilige Grab von Edelstetten stammt vom Künstler Martin Kuen, der 1719 in Weißenhorn geboren wurde. Eine handschriftliche Inschrift auf der Rückseite der Darstellung datiert die Fertigstellung des Heiligen Grabes auf das Jahr 1768. (Martin Kuen pinxit 1768). PassionsbilderAn den Seitenwänden des Langhauses hingen in der Kirche einst acht monumentale Gemälde, die den Passionszyklus darstellen. Zwei dieser Gemäldedarstellungen befinden sich heute an der Rückwand des Langhauses unter dem Aufgang zur Empore, zwei hängen links und rechts der Orgel auf der Empore. Die anderen vier werden derzeit verwahrt. Die Bilder zeigen die Verabschiedung Jesu von Maria, Jesus betet auf dem Ölberg, die Geißelung Jesu, die Verspottung Jesu, die Verurteilung Jesu, Jesus trägt das Kreuz, die Kreuzigung auf dem Berg Golgotha und Jesus am Kreuz. Die Gemälde stammen vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Die BarockkrippeDie Edelstetter Barockkrippe zählt zu den sehenswertesten Barockkrippen im süddeutschen Raum. Ihre Geschichte reicht bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Sie offenbart in zehn szenischen Darstellungen die Geschehnisse um Geburt und Aufwachsen Jesu. Neben der religiösen Bedeutung vermittelt sie sowohl einen Einblick in die Lebenskultur des späten Barockzeitalters als auch in 250 Jahre Krippenbau. Die Krippe kann jedes Jahr zur Advents- und Weihnachtszeit besichtigt werden. 

Langenhaslach, St. Martin

Pfarrkirche St. MartinWie eine Festung Gottes steht die Langenhaslacher Pfarrkirche St. Martin erhöht über einem der schönsten kirchlichen Dorfkerne der Umgebung. Zusammen mit Pfarrhaus und Pfarrstadel bildet sie eine ausgewogene und doch kontrastierende architektonische Einheit, die eine angenehme Ruhe und Festigkeit ausstrahlt.     Geschichte Die Geschichte der heutigen Pfarrkirche St. Martin begann im Jahre 1737 mit der Grundsteinlegung durch Abt Johannes Evangelist Haller von Ursberg. Der spätgotische Glockenturm dagegen ist bedeutend älter. Er stammt noch aus der Zeit der Vorgängerkirche, seine Bauzeit dürfte um 1474 liegen. Die Geschichte dieser Vorgängerkirche lässt sich bis in die Mitte des 14. Jh. zurück verfolgen, als der Kirchensatz, der 1348 von Karl IV als Lehen in den Besitz von Heinrich Ellerbach zu Neuburg kam, dem Kloster Ursberg als Geschenk übergeben wurde. Ausgrabungsfunde lassen an der Stelle der heutigen Kirche sogar eine erste Kirche um das Jahr 1200 vermuten. Die Kirche wurde seither mehrmals umfassend renoviert oder neu ausgestaltet. So wurde sie 1798 im Zuge einer umfangreichen Erneuerung vom Krumbacher Maler Franz Josef Stehle neu ausgemalt. 1906 fand ein Umbau im neuromanischen Stil statt. Aus dieser Zeit stammt auch das Deckengewölbe im Chorraum. 1968 erhielt das Langhaus ein neues Deckengemälde. Zuletzt wurde 1990 das gesamte Kircheninnere von Grund auf saniert und renoviert. Im Zuge dieser Renovierung wurden auch der neuromanische Hochaltar und die Seitenaltäre neu rekonstruiert. Ihre Segnung erfolgte 1993 (Hochaltar) und 1994 (Seitenaltäre).   Hochaltar Der sehr schöne Hochaltar in der Pfarrkirche St. Martin erstrahlt seit seiner Rekonstruktion in den 1990er Jahren in neuem Glanz, und hat so maßgeblichen Einfluss auf das helle, freundliche Kircheninnere. Das Hochaltarbild zeigt die Kreuzigung Jesu, ein Werk des Edelstetter Malers Johann Nepomuk Weckerle von 1848.
An der linken Seite des Hochaltares steht der Hl. Petrus mit Buch und Schlüssel, an der rechten Seite der Hl. Paulus mit Buch und Schwert. Das Auszugsbild über dem Altarbild zeigt den Hl. Martin mit seinen bischöflichen Insignen, Mitra und Stab.                 Seitenaltäre Auch die Seitenaltäre wurden zusammen mit dem Hochaltar komplett rekonstruiert, bzw. erneuert. So ergänzen sie sich mit dem lichten Chorraum zu einem wunderbar einheitlichen Gesamtbild. Das Gemälde am linken Seitenaltar zeigt die Heilige Maria (Immaculata). Davor steht die Figurengruppe der Heiligen Familie, Mutter Anna mit Maria, Josef, und dem Jesuskind. Das Gemälde am rechten Seitenaltar zeigt den Heiligen Josef, der das Jesuskind liebevoll auf dem Arm trägt (Franz Xaver Steinle, 1883). Unter dem Bild steht die Figur des Heiligen Franz von Assisi, in Demut nach unten blickend, mit Kreuz und Rosenkranz in der Hand.     Jesus am Kreuz Die Langenhaslacher Pfarrkirche beherbergt zwei besonders beeindruckende Kruzifixe. Das Kreuz an der vorderen Südseite des Langhauses stammt vom Neuburger Bildhauer Christoph Rodt (um 1575 - 1634). Es besticht durch seine außergewöhnlich realistische Darstellung des gekreuzigten Jesus. Das Kreuz über dem Chorbogen ist ganz besonders mit Langenhaslach verbunden, stammt es doch vom ehemaligen Pfarrer Xaver Fischer, der es um 1910 selbst anfertigte. Es nimmt durch seine fast überschwängliche Ausschmückung eine besondere Stellung ein, indem es die Leiden der Kreuzigung hinter sich lässt, und den Dank an Jesus Christus für die Erlösung durch seine Leiden am Kreuz ausdrückt.  Kirchenpatron Sankt Martin Im linken Chorbogen steht die Figur des Sankt Martin, des Patrons der Langenhaslacher Pfarrkirche. Die Figur in der Pfarrkirche ist erst wenige Jahre alt, die Geschichte des Heiligen Martin dagegen ereignete sich bereits im 4. Jahrhundert. Ursprünglich von seinem Vater in den Militärdienst gezwungen, erkannte er die Unsinnigkeit des Krieges und fand zum christlichen Glauben. Er gilt als Begründer des ersten Klosters des Abendlandes und versuchte Zeit seines Lebens als Einsiedler in Enthaltsamkeit zu leben. Die Geschichte in der Sankt Martin seinen Mantel mit dem Schwert zerteilt, und die abgeschnittene Hälfte einem Bettler gibt, ist jedem bekannt. Aber auch zur Martinsgans gibt es eine Überlieferung. Martin sollte im Jahre 371 zum Bischof ernannt werden, wozu er sich aber nicht als würdig empfand. So soll er sich, um dieses Amt nicht antreten zu müssen, bei den Gänsen versteckt gehalten haben, deren Geschnatter ihn aber verriet. So wurde er doch noch Bischof, und bekam zu seinen Insignien Mitra, Bischofsstab und Buch auch noch eine Gans dazu.  

Neuburg, Mariä Himmelfahrt

Ob man aus dem Kammeltal hinauf zur Neuburger Pfarrkirche blickt, oder von der Kirche hinab ins Kammeltal, beides ist ein Anblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Erhaben und festlich steht die Kirche auf einem Landvorsprung über dem Markt Neuburg an der Kammel. Ob man aus dem Kammeltal hinauf zur Neuburger Pfarrkirche blickt, oder von der Kirche hinab ins Kammeltal, beides ist ein Anblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Erhaben und festlich steht die Kirche auf einem Landvorsprung über dem Markt Neuburg an der Kammel.      Die Geschichte Die Geschichte der Neuburger Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt begann am Ende des 16.Jahrhunderts. Ferdinand Vöhlin von Frickenhausen (1556 – 1603) ließ sie ab 1593 erbauen. Im Jahre 1733 hielt unter dem Edelstetter Baumeister Simpert Kraemer der Barock Einzug in das Gotteshaus. Es entstand ein mit feinen, reichhaltigen Fresken und Stuckarbeiten ausgestattetes Kircheninneres, das die tiefe Religiosität sowohl der damaligen Zeit im Allgemeinen, als auch der Bauherren und Baumeister im Besonderen, zum Ausdruck brachte. 1971 und 1974 erhielt die Kirche in einer grundlegenden Renovierung und dem Bau einer neuen Sakristei ihr heutiges Aussehen. Der untere Teil des Glockenturmes stammt noch Original aus dem Mittelalter. Die KreuzabnahmeDas größte Werk religiöser Kunst in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist die Gruppe der Kreuzabnahme. Eine plastische Darstellung der Kreuzabnahme Jesu, bestehend aus sieben Einzelfiguren. Das Werk stammt vom begnadeten Holzbildhauer Christoph Rodt, der um 1578 hier in Neuburg geboren wurde. Ursprünglich für das Kloster Roggenburg geschaffen, kam die Darstellung der Kreuzabnahme, nach einem Zwischenaufenthalt in der Schlosskapelle Neuburg, im Jahre 1989 in die Neuburger Pfarrkirche. Hier erhielt sie einen angemessenen Platz an der linken Seite des Chorraumes. Von den drei männlichen Figuren, die den Leib Jesu vom Kreuz abnehmen, wird eine Joseph von Arimathäa zugeschrieben und eine Nikodemus. Der Apostel Johannes steht am Fuße des Kreuzes, seine Mutter Maria liegt im Schmerz des Verlustes auf einem Felsen unter dem Kreuz, Maria Magdalena steht stützend hinter ihr.     Hochaltar und SeitenaltäreDas Altarbild über dem neubarocken Hochaltar stellt die Himmelfahrt Mariens dar. Das Bild wurde von Johann Baptist Dollenbacher (1815-1866), einem hochbegabten Künstler aus Unterbleichen, nach einer Vorlage des italienischen Künstlers Guido Reni geschaffen. Ganz besondere Schmuckstücke der Kirche sind die beiden Seitenaltäre. Linker Hand befindet sich, eingefasst in einen Rocaillerahmen mit den typischen muschelförmig ausgeführten Ornamenten, das Bild Maria vom guten Rat. Der rechte Seitenaltar beherbergt eine ebenso beeindruckende wie anmutige Pietà. Beide stammen aus dem 18. Jahrhundert und sind eine Dauerleihgabe des früheren Patronatsherrn, Baron von Aretin.    Der GeißelheilandBeeindruckend und gleichsam nachdenklich stimmend ist auch der lebensgroße Geißelheiland, der sich im rückwärtigen Teil des Langhauses befindet. Jesus, angekettet an die Geißelsäule, die Dornenkrone auf dem Haupt, verwundet und gequält. Er verkörpert die Leiden, die Christus für die Erlösung der Menschheit auf sich genommen hat.                      Der TaufsteinDer aus rotem Marmor bestehende Taufstein stammt aus dem Jahre 1475. Er ist somit älter als die Kirche selbst und ist auch das älteste Inventar in der Neuburger Pfarrkirche. Wer vor dem Taufstein steht, und um sein Alter von mehr als einem halben Jahrtausend weiß, frägt sich unwillkürlich, was wohl aus all denen geworden ist, die mit dem Weihwasser aus dem Neuburger Taufstein in die Christliche Gemeinschaft aufgenommen worden sind. Vielleicht wurde ja auch Christoph Rodt über diesem Stein getauft, und hätte so mit der Gruppe der Kreuzabnahme zwar nicht in seine Taufkirche, aber doch in seine Heimatkirche zurück gefunden.

Wattenweiler, St. Peter und Paul

Pfarrkirche St. Peter und Paul in Wattenweiler Wie ein Wächter über das breite Günztal thront die Pfarrkirche von Wattenweiler am nördlichen Ende des Ortes auf dem Hang, der das Tal nach Osten begrenzt. Der schlanke Bau im neugotischen Stil besteht, für hiesige Gefilde eher ungewöhnlich, komplett aus unverputztem rotem Ziegelmauerwerk. Schlicht und geradlinig wirkt die Kirche dadurch auf den Besucher, wenn er die Treppe zum Portal hinauf steigt.   Geschichte Erstmals wird Wattenweiler im Jahre 1399 als Pfarrei erwähnt. Die erste Kirche im Ort stammte vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. Von ihr ist nur wenig bekannt. Sie wurde im Frühjahr 1856 abgebrochen, da sie baufällig und für den Ort zu klein geworden war.
Der Grundstein zur heutigen Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde am 02.07.1856 gelegt. Geplant wurde der Kirchenbau vom damaligen Civilbauinspektor Georg Freiherr von Stengel. Bereits Ende des Jahres 1856 stand der Rohbau, 1857 folgte der Kirchturmdachstuhl. 1859 wurde der neugotische Hochaltar aufgebaut, 1860 folgten die Seitenaltäre und die Kanzel. Die Einweihung erfolgte am 17.05.1863 durch Bischof Pankratius v. Dinkel. Ende des 19 Jh. erhielt die Wattenweiler Kirche neue Altäre vom Krumbacher Max Bosch. Eine erste Renovierung erfolgte 1953, letztmals wurde die Kirche von 2005 bis 2009 renoviert.   Der Hochaltar So ungewöhnlich wie die Backsteinbauweise des Kirchenbaues, so ungewöhnlich ist auch der neugotische Hochalter von St. Peter und Paul. Anstatt eines Hochaltarbildes dominiert über dem Tabernakel eine figürlich gestaltete Kreuzigungsgruppe den Altaraufbau, Jesus Christus am Kreuz, an seiner Seite die Heilige Maria und der Apostel Johannes. An den Außenseiten des Altares flankieren die Apostel Petrus (mit Schlüssel) und Paulus (mit Schwert) die Kreuzigungsgruppe. Über der Kreuzigungsgruppe streben die schlanken, fast zierlichen Trumaufbauten des Hochaltares wie Glaube und Hoffnung gen Himmel.
An der Frontseite des Altarstipes befindet sich ein als Relief ausgebildetes eindrucksvolles Antependium. Es zeigt links den Hohepriester Melchisedek, der Brot und Wein opfert, in der Mitte Jesus Christus (das letzten Abendmahl), und rechts Abraham, bereit, auf das verlangen Gottes hin seinen Sohn Isaak zu opfern. Ein Engel hält ihn im letzten Moment zurück.            Unsere Madonnen Eine besonders anmutige Madonna mit Jesuskind steht im rechten Seitenaltar. Sie stammt aus der Werkstatt des Ulmer Bildschitzers Jörg Syrlin d. J. (um 1500). Nach überlieferten Aufzeichnungen stand sie ursprünglich in der Vorgängerkirche im Schrein des Hochaltares.
Eine ausdrucksstarke Strahlenkranzmadonna mit Jesuskind krönt den Schalldeckel der Predigtkanzel. Der um die ganze Figur reichende Strahlenkranz soll die besondere Verehrung der Madonna ausdrücken. Auch sie hatte bereits ihren Platz in der Vorgängerkirche.