Edelstetten, St. Johannes Baptist und Evangelist
Wer der erste Mal durch das liebliche Haseltal nach Edelstetten kommt, wird überrascht sein. Erhaben und mächtig, fast übermächtig, erhebt sich die Pfarrkirche St. Johannes Baptist und Johannes Evangelist zusammen mit dem Schloss Eszterházy über die Dächerlandschaft des schwäbischen Dorfes. Und nicht nur wer das erste Mal hierher kommt wird die Stufen zur Pfarrkirche hinauf gehen, um in der Kirche zu beten oder zu bitten - und sicherlich auch, um zu staunen.
Wer der erste Mal durch das liebliche Haseltal nach Edelstetten kommt, wird überrascht sein. Erhaben und mächtig, fast übermächtig, erhebt sich die Pfarrkirche St. Johannes Baptist und Johannes Evangelist zusammen mit dem Schloss Eszterházy über die Dächerlandschaft des schwäbischen Dorfes. Und nicht nur wer das erste Mal hierher kommt wird die Stufen zur Pfarrkirche hinauf gehen, um in der Kirche zu beten oder zu bitten - und sicherlich auch, um zu staunen. Ob über die prächtige Stuckornamentik, den eindrucksvollen barocken Hochaltar, oder einfach über die andachtsvolle Stille. Jeder Aufenthalt in der Kirche wird dem gläubigen Besucher etwas Neues offenbaren.
Geschichte

Es war im Jahre 1126, als mit der Gründung eines Chorfrauenstiftes nach den Regeln des Hl. Augustinus, in Otilistetin, wie Edelstetten damals noch hieß, die ausgesprochen wechselhafte Geschichte der Edelstetter Pfarrkirche und des mit ihr verbunden Klosters und heutigen Schlosses begann. Ermöglicht hatte die Gründung eine Stiftung der Edlen von Schwabeck und Balzhausen. Aus diesem Geschlecht stammte auch die erste Äbtissin, Gräfin Gisela von Schwabeck und Balzhausen. Im Jahre 1153 wurde die selige Mechthild von Dießen und Andechs als Äbtissin nach Edelstetten berufen. Die charismatische Mechthild von Dießen und Andechs formte das geistliche Klosterleben des Chorfrauenstiftes nach der "Regula Augustini" in entscheidender Weise, und brachte Kirche und Kloster auch baulich auf einen hohen Stand. Mehrmals wurde das Chorfrauenstift in den folgenden Jahrhunderten zerstört. So im Deutschen Bauernkrieg 1525 und im Dreißigjährigen Krieg 1632. Da kann es nicht verwundern, dass von der ursprünglich romanischen Kirche oder der dreischiffigen Basilika, als die die Kirche im 15. Jahrhundert ausgeführt war, kaum etwas übrig blieb. Aber immer wieder wurde das Kloster aufgebaut, renoviert und weiterbelebt. Erst im späten 17. und bis Mitte 18. Jahrhundert fand das Kloster zu seinem heutigen Aussehen. Unter den Äbtissinen Katharina Franziska (1681-1691 und Maria Carolina (1691-1726) erlebte das Chorfrauenstift seine Blütezeit. Sie ließen ganze Teile des Kloster abreißen und von Grund auf neu aufbauen. Etwa um 1690 war der Bau abgeschlossen. Die innere Ausgestaltung sollte noch bis 1705 andauern. Der Neubau der Kirche wurde 1708 beschlossen. Baubeginn war mit der Grundsteinlegung am 14. Mai 1709 durch Abt Joseph II. Hoeld von Ursberg. Nur drei Jahre später, 1712, konnte die Kirche geweiht werden. Nach einer weiteren Renovierung in den Jahren 1884/85 wurde das Kircheninnere erst in den Jahren 1971 bis 1974 erneut in Stand gesetzt. Nach der Außenrenovierung von 1997 hatten die Edelstetter wieder ein strahlendes Gotteshaus.
Heiliges Grab

Die Darstellung des Heiligen Grabes in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist und Johannes Evangelist wird während der Fastenzeit anstatt des Altarbildes über dem Hochaltar aufgebaut. Flankiert von Propheten und bewacht von Soldaten liegt der Leichnam Christi in einer Höhle. Über ihm steht die Monstranz. Diese wird am Ostersonntag gegen die Figur des auferstandenen Herrn ersetzt. In den unteren Ecken des Heiligen Grabes werden die Verspottung und Geißelung Christi dargestellt. Über allem schaut Gottvater auf seinen Sohn Jesus Christus herab. Das Heilige Grab von Edelstetten stammt vom Künstler Martin Kuen, der 1719 in Weißenhorn geboren wurde. Eine handschriftliche Inschrift auf der Rückseite der Darstellung datiert die Fertigstellung des Heiligen Grabes auf das Jahr 1768. (Martin Kuen pinxit 1768).
Passionsbilder
An den Seitenwänden des Langhauses hingen in der Kirche einst acht monumentale Gemälde, die den Passionszyklus darstellen. Zwei dieser Gemäldedarstellungen befinden sich heute an der Rückwand des Langhauses unter dem Aufgang zur Empore, zwei hängen links und rechts der Orgel auf der Empore. Die anderen vier werden derzeit verwahrt. Die Bilder zeigen die Verabschiedung Jesu von Maria, Jesus betet auf dem Ölberg, die Geißelung Jesu, die Verspottung Jesu, die Verurteilung Jesu, Jesus trägt das Kreuz, die Kreuzigung auf dem Berg Golgotha und Jesus am Kreuz. Die Gemälde stammen vom Anfang des 18. Jahrhunderts.
Die Barockkrippe

Barockkrippe
Der ausführliche 36-seitige Krippenführer " Die Edelstetter Barockkrippe" mit umfangreichen Informationen über die 250-jährige Krippengeschichte, die Restaurierung und die einzelnen Figuren und Szenen, kann direkt beim Krippenbesuch in der Edelstetter Pfarrkirche erworben werden. Fotogalerie
Lourdesgrotte
Märtyrer Pater Kunibert Ott
und gebürtigen Edelstetters
Pater Kunibert Ott angestrebt. Pater Kunibert Ott starb 1952 den Märtyrertod als Missionsbenediktiner in Nordkorea. Der kirchenrechtliche Prozess der Seligsprechung wurde 2009 eingeleitet. Die Lebensgeschichte von Pater Kunibert Ott: Als Pater Kunibert Ott am 2. Juli 1912 in Edelstetten zur Welt kam, und auf den Namen Blasius getauft wurde, ahnte noch niemand dass er fast genau 40 Jahre später, achttausenddreihundert Kilometer von der Heimat entfernt, den Hungertod sterben wird – in tiefer Überzeugung für seinen christlichen Glauben. Schon seine Kindheit begann mit leidvollen Erfahrungen. Der erste Weltkrieg nahm ihm 1917 seinen Vater, im selben Jahr starben bereits zwei seiner sieben Geschwister. Seine Mutter Josepha Fischer, eine tiefgläubige Frau die ihr ganzes Vertrauen in Gott legte, verlieh dem Jungen Blasius Ott durch ihre Gläubigkeit sicherlich eine erste Prägung. So festigte sich bereits zu dieser Zeit sein Wunsch Priester zu werden. Ein Wunsch, der in Erfüllung gehen sollte. 1923 trat Kunibert Ott ins Missionsseminar in St. Ottilien ein. 1933 bestand er in Dillingen an der Donau sein Abitur. Das Theologiestudium absolvierte er in St. Ottilien und in München. Seine erste Ordensprofess legte er im Mai 1934 ab, die feierliche Ordensprofess im August 1937. Auf Grund der damaligen politischen Situation wurde er noch vor seiner Priesterweihe in die Mission nach Nordkorea entsandt. Dort beendete er sein Theologiestudium und wurde am 30. April 1939 im nordkoreanischen Tokwon zum Priester geweiht. Seinen Primizspruch könnte man als eine Vorahnung deuten: „In Liebe und Leid geschah die Erlösung der Welt“. Jahre der Missionsarbeit begannen für Pater Kunibert Ott und seine Mitbrüder. Obwohl die Missionsarbeit von der japanischen Besatzung mit großem Misstrauen verfolgt und behindert wurde, wuchs ihre Abtei Tokwon stetig. Aber als 1945 die russische Armee in Nordkorea einmarschierte, wurde die Missionsarbeit immer schwieriger. Bis die Arbeit der Benediktiner durch ihre Verhaftung im Mai 1949 gewalttätig beendet wurde. Sie wurden ins Gefängnis geworfen. Achtzehn Mann auf acht Quadratmetern. Die Behandlung widersprach jeglicher Menschenwürde. Rund drei Monate später wurden sie nach Oksadok gebracht, eine Art Arbeitslager in dem sie sich, bewacht von Lageraufsehern, durch den Feldbau auf kargen Steinböden selbst versorgen sollten. Der Hunger wurde zum täglichen Gast. Zwischenzeitlich kommt Kunibert Ott mit seinen Mitbrüdern in ein weiteres Lager, nach Manpo an der Grenze zur Mandschurei, dem heutigen China. Die Umquartierung wird später als „Todesmarsch nach Manpo“ in den Aufzeichnungen stehen. Die Strapazen bleiben nicht ohne Auswirkung. Als die Gefangenen von Manpo wieder zurück nach Oksadok verlegt werden, ist Pater Kunibert Ott gesundheitlich stark angeschlagen. Aber der Pater stellt sich weiter mit letzter Kraft in den Dienst seiner Mitgefangenen und hält seinen Glauben aufrecht. Trotz aller Schikanen hegt er keinen Groll gegen seine Peiniger. „Wir müssen beweisen, dass wir das Evangelium ernst nehmen und die Feindesliebe üben“, so seine grundlegende Einstellung. Pater Kunibert Ott wird von den Lagerinsassen zum Hauptverantwortlichen der Inhaftierten gewählt. Aber am 14. Juni 1952 ist Pater Kunibert Ott mit seinen Kräften am Ende, er ist ausgehungert, bricht Blut, und stirbt in dieser Nacht wofür er gelebt hat – für seinen ungebrochenen Glauben an Gott. Noch einen Tag vor seinem Tod hielt Pater Kunibert Ott im Lager die Heilige Messe für seine Mitgefangenen. Im Januar 1954 kehren die Überlebenden aus dem Lager Oksadok nach Deutschland zurück, bringen auch Kunde von Pater Kunibert Ott, von seiner Standhaftigkeit, von seinem Leben im Glauben bis in den Tod. Zusammen mit Kunibert Ott starben im Lager Oksadok 15 Missionare und 2 Missionsschwestern den Märtyrertod.