Kirchenführer Kirche "St. Andreas" Prettelshofen
Kirche St. Andreas Prettelshofen Geschichtliches Der Domkapitular Konrad von Biberbach überließ 1260 das Besetzungsrecht für den Pfarrer der Augsburger Domcholasterie, Domschola, welcher die Pfarrkirche 1530 inkorporiert, einverleibt, wurde. Im 17. Jahrh. ist der Ort zur Fuggerherrschaft Biberbach gekommen zu sein. Eine Vorgängerkirche, wurde im Jahre 1700 durch den heutigen völligen Neubau ersetzt. Baumeister war Valentin Brenner aus Günzburg. Doch die Ausstattung der Kirche dauerte noch Jahrzehnte, so dass die Kirche erst 1783 eingeweiht werden konnte. Sie ist reich an Kunstschätzen, die zum Teil auch später dem Gotteshaus gespendet wurden. Wir werden alle erwähnen und Kurzbiographien der entsprechenden Heiligen beifügen. Denn sie haben auch heutigen Menschen Wichtiges zu vermitteln. Sie sind die gelebte Botschaft Jesu Christi. Der Chorraum Der barocke Hochaltar ist aus Holz, gefaßt von Balthasar Aman aus Wertingen, 1709. Das Unterteil des Altares, ebenso der Tabernakel. sind allerdings neubarock, 1890. Im Tabernakel werden die Heiligen Hostien für die Krankenkommunionen aufbewahrt. Dort weilt Christus Tag und Nacht in unserer Mitte. Um diese ständige Gegenwart sichtbar zu machen, brennt immer die rote Ewiglichtlampe. In der Aussetzungsnische des Tabernakels ist ein in Gold gefaßtes Holzrelief vom Abendmahl Jesu zu sehen. In die Seitenteile des Altars ist je ein kostbarer Reliquienschrein eingelassen. Reliquien sind, wie das Wort sagt, Überreste der Heiligen. Das können Teile der Gebeine sein, aber auch Kleidungsstücke, die die Heiligen getragen haben. Sie sollen den frommen Verehrern in eine noch nähere Beziehung zum Heiligen bringen, da gleichsam der Heilige handgreiflich da ist. Das Altarblatt zeigt die Himmelfahrt Jesus inmitten der Apostel. Unser Kirchenpatron der Hl. Apostel Andreas, ist durch das Andreaskreuz aus der Schar der Apostel auf der linken Seite zu finden, Öl auf Leinwand 1891 wohl von J. Fischer. Der Hl. Andreas war Bruder des Hl. Petrus und stammte aus Bethsaida. Von Beruf war er Fischer. Er wird der Erstberufene genannt, denn zunächst war er Jünger des Täufers Johannes. Auf dessen Hinweis hin folgte er Jesus und führte dem Herrn seinen Bruder Petrus zu. Nach Pfingsten soll er in das Gebiet des Schwarzen Meeres gegangen sein und predigend auch Griechenland bereist haben. Unter Kaiser Nero wurde er 60 n. Chr. des Glaubens willen zum Tode am schrägen Kreuz (Andreaskreuz) verurteilt. Er wird vor allem in der Orthodoxen Kirche hoch verehrt, ähnlich wie bei uns Petrus und Paulus. Vor der rechten Altarsäule steht die Figur des Hl. Johannes Nepomuk, 1729, von J. Höchstetter., in der Kleidung eines Geistlichen, mit Birett, liebevoll ein Kreuz umfassend. Er war Generalvikar in Prag, ein hochgebildeter und berühmter Prediger, Beichtvater der Königin. Doch König Wenzel IV war nicht nur ein jähzorniger, grausamer, tyrannischer Herrscher, sondern auch überaus eifersüchtig. Er wollte von Johannes Nepomuk erfahren, was die Königin gebeichtet habe. Als der Priester, getreu dem Beichtgeheimnis, jede Aussage verweigerte, wurde er grausam gefoltert. Der König soll selbst mit brennenden Fackeln ihn gepeinigt haben. Schließlich ließ er ihn gefesselt von der Karls-Brücke in Prag in den Fluß Moldau werfen, wo er ertrank. Das war im Jahre 1393. Auf wunderbare Weise fing der Leichnam des Heiligen zu leuchten an und wurde an Land gespült. In einer feierlichen Prozession führte das Volk Nepomuk zum Dom, wo er seine letzte Ruhe fand. Er gilt als der Patron der Schiffer, Müller und ist bei uns vor allem als Brückenheiliger bekannt. Teile seines Lebens werden in den 4 Medaillons im Chorgestühl, um 1750, geschildert. Auf der rechten Seite, Südseite, Nepomuk hört die Beichte der Königin. Gegenüber auf der linken Seite, Nordseite, Nepomuk predigt den vielen Leuten, wieder auf der rechten Seite, Nepomuk wird mit Feuer gequält, in Hintergrund die Karls-Brücke in Prag, wieder auf der linken Seite, Nepomuk in der Glorie des Himmels als Märtyrer des Beichtgeheimnisses. Daher trägt er die Siegespalme in seiner Hand. Vor der linken Altarsäule steht die Figur des Hl. Franz Xaver, ebenfalls 1729 von J. Höchstetter. Der Heilige Franz Xaver war einer der ersten Männer, die sich dem Hl. Ignatius von Loyola als Jesuit angeschlossen haben. Er wurde von Ignatius 1540 zur Mission nach Indien geschickt und gilt als Begründer der Mission des Fernen Ostens. Er missionierte unermüdlich und soll in den 10 Jahren seiner Tätigkeit 30.000 getauft haben. Daher die Taufmuschel in seiner Hand. Er kam auch bis Japan und wollte sogar in China die Botschaft Christi bringen. Doch auf der Reise dorthin verstarb er auf der einsamen Insel Sancian vor Kanton 1552. Er gilt neben dem Hl. Paulus als der größte Vökerapostel. Im oberen Teil des Altares, Auszug, flankieren Engel, 1709, die Initialen Jesu Christi, die auf dem Herzen ruhen, Zeichen dafür, dass Jesus Christus das Herz Gottes, die Liebe, in dieser Welt sichtbar gemacht hat. Nach seinen Worten: Wer mich sieht, der sieht den Vater. Das Antipendium des Hochaltares zeigt die Anbetung der Hl. Drei Könige, 1917, von P. Kronwitter. Im Tabernakel ist Jesus als ganzer Gott und Mensch in unserer Mitte. Wie die Könige sollen auch wir Jesus verehren und anbeten, denn nie ist ein Mensch größer, als wenn er vor Gott niederkniet und Gott anbetet. Das Deckenfresko, im Stil der Nazarener 1891, zeigt Mariä Verkündigung, der Engel Gabriel brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist. Vier Medaillons, um 1750, der im Volk beliebten Heiligen umgeben das Bild: links westlich der Hl. Antonius, links östlich der Hl. Nepomuk,, rechts östlich der Hl. Franz Xaver, rechts westlich der Hl. Leonhard. Der Hl. Antonius von Padua, wurde in Lissabon geboren, wollte in Nordafrika bei den Muslims missionieren. Ein Seesturm verschlug sein Schiff an die Küste Italiens. Der Hl. Franziskus entdeckte seine großen geistlichen Fähigkeiten, und berief ihm zum Lehrer seiner Mönche. Zugleich war Antonius ein überaus berühmter Prediger. Seine Kräfte waren aber erschöpft, so dass er bereits im Alter von 36 Jahren im Jahre 1231 starb und in Padua bestattet wurde. Das Volk verehrt ihn vor allem als Helfer, Verlorenes wieder zu finden. Der Hl. Leonhard lebte im 6.Jahrhundert und stammte aus einem edlen fränkischen Geschlecht. Er wurde Priester. und Bischof. Zog sich jedoch in die Einsamkeit bei Limoges zurück. Aus seiner Einsiedelei entstand dieses berühmte Kloster, dem er als Abt vorstand. Den Bauern in seiner Umgebung half er bei den Viehkrankheiten. Daher wurde er der Patron der Tiere, besonders der Pferde. Ihm lagen auch die Gefangenen sehr am Herzen. Den Entlassenen gab er Land, so dass sie resozialisiert wurden. Die Kette, das Attribut des Heiligen, verweist darauf, wurde allerdings später als zerbrochene Tierkette mißverstanden. Er starb im Jahre 559. Beliebt sind die Tiersegnung und Pferdeumritte an seinem Festtag. Auf der rechten Chorwandseite das Fresko von Pfingsten: die Aussendung des Heiligen Geistes auf die Jünger, Maria in ihrer Mitte, um 1750. Im Fenster des Oratorium stehen die beiden Statuen, links der Hl. Andreas rechts der Hl. Sebastian, mit Pfeilen durchbohrt. In der Nähe des Altares an der Südwand steht die Statue des Hl. Antonius, 1750. Er trägt das Jesuskind und in der anderen Hand die Lilie, als Zeichen der Lauterkeit. Gegenüber auf der linken Chorseite, Nordseite, steht die Statue des Hl. Leonhard, 1750. Er hält den Stab des Abtes und in der anderen Hand die Kette. Auf der gleichen Seite sehen wir das Fresko: das Abendmahl Jesu. Jesus im Kreise seiner Jünger bricht das Brot. In jeder Hl. Messe wiederholt sich auf geistige Weise dieses Wunder der Selbsthingabe Gottes an die Menschen. Das Chorgestühl, 1978, bietet den liturgisch Mitwirkenden Platz zur tätigen Mitfeier der Liturgien. Auf der Rückenseite des Chorgestühls wurden vier sehr wertvolle barocke Medaillons, 1750, mit Szenen aus dem Leben des Hl. Nepomuk angebracht, wie oben schon erwähnt. Auf dem Chorgestühl stehen Figuren, die hochherzige Spender der Pfarrkirche überlassen haben: auf der rechten Seite: die Muttergottes mit Kind, ähnlich dem Gnadenbild von Altötting, links daneben die Figur des segnenden Herrn Jesus Christus, vielleicht um 1750. Davor am Chorgestühl das wertvolle Vortragekreuz, um 1750. Auf der gegenüberliegenden Seite steht die Figur eines Papstes, vielleicht des Kirchenlehrers Gregor der Große, um 1750, der sich uns zuneigt, und den wir auch auf der Decke des Langhauses wieder finden. Vom Chorbogen hängt herab die besonders wertvolle Mutter Gottes im Strahlen-, Wolken- und Rosenkranz, umgeben von vier Puten, Holz gefaßt um 1710. Oberhalb am Chorbogen die Wappen links des Hochstiftes Augsburg, und rechts der Fugger von Biberbach, der einstigen Herren von Prettelshofen. In den Nischen im Chorbogen stehen die Statuen der Heiligen rechts, südliche Seite, eine Heilige mit der Siegespalme des Martyriums, vielleicht die Heilige Afra, Diözesanpatronin von Augsburg. Auf der gegengenüberliegenden Seite, linke Nordseite, eine Heilige trägt ein Ölgefäß in der Hand, vielleicht die Heilige Maria Magdalena. Beiden Frauen ist gemeinsam, dass sie zunächst dem sündigen Gewerbe nachgingen, dann aber sich zu Christus bekehrten und ihr Leben grundlegend änderten. Den Abschluß des Chores bilden der Volksaltar und der Ambo., Emil Vogel 1976. Nach der Liturgiereform des Vaticanum II wurden sie nötig. Sie sind die wichtigsten liturgischen Orte der heutigen Liturgie. Denn vom Ambo wird das Wort Gottes verkündet, auf dem Altar das Lebensopfer Jesu bei jeder Heiligen Messe gefeiert. Der Volksaltar zeigt einige Szenen aus dem Leben Jesu und in der Mitte auf einem Flachrelief die wunderbare Brotvermehrung. Ein Junge bringt dem Herrn die 5 Brote, Johannes 6,1-14. In jeder Hl. Messe reicht uns Jesus seinen Leib zur Speise. Obwohl so viele den Leib des Herrn empfangen, ist es bei jedem Jesus Christus persönlich, der im Brot zu ihm kommt. Umgeben ist dieses Relief von angedeuteten Szenen aus dem Leben Jesu. Das Langhaus Das Mittelbild der Langhausdecke zeigt das jüngste Gericht, 1750. Jesus kommt mit Macht und Herrlichkeit, rechts vom Jesus Christus seine Mutter Maria, links der Täufer Johannes, der sein erstens Kommen angekündigt hat. Engel und Heilige begleiten den Herrn. Posaunenengel rufen die Lebenden und Toten vor das Gericht. Die Toten kommen aus ihren Gräbern hervor, die zur Rechten Jesu sind die Geretteten, Matthäus 25,24ff.Diese gewaltige Szene ist umgeben von den Medaillons der vier lateinischen Kirchenväter, um 1820. Kirchenväter sind bedeutende Theologen, die die Botschaft Jesu, vom Heiligen Geist erfüllt, authentisch auslegen und lehren. Beginnen wir linke Seite, Nordseite, Nähe der Emporen: Der Heilige Ambrosius war Bischof von Mailand. In seinen Predigten und Schriften verteidigte er die wahre Lehre gegen die damals herrschenden Irrlehren. Er reformierte die Liturgie, so dass auch die Gläubigen rege daran sich beteiligen konnten. So schuf er wunderbare Lieder, die zum Teil auch heute noch gesungen werden. Dem Kaiser gegenüber vertrat er die Lehre, der Kaiser steht nicht über den Glauben, sondern im Glauben. Er bekehrte auch den Augustinus, der von der wortgewaltigen Faszination der Predigten angezogen war. Ambrosius starb 397. In unserem Bild ist er dargestellt als Bischof. Seine lehrende Hand legt er auf die Heilige Schrift. Linke Seite, vorne gegen den Chor, der Heilige Augustinus. Er war Bischof von Hippo in Nordafrika. Sein Vater war ein Heide, seine Mutter die Hl. Monika. In seinen Studien entfremdete er sich vom Glauben seiner Mutter und neigte Irrlehren zu. Als Professor der Rhetorik lernte er die Predigten des Hl. Ambrosius kennen. Er erkannte das Christentum als die ewige Wahrheit und ließ sich in der Osternacht 387 von Ambrosius taufen. Anschließend kehrte er in seine Heimat nach Nordafrika zurück und führte mit einigen Gleichgesinnten ein strenges klösterliches Leben. Seine Regeln dienten später auch anderen Ordensgründern als Maßstäbe. Vom Volk wurde er aber zum Bischof von Hippo gewählt. In zahlreichen Schriften erklärte und verteidigte er den wahren christlichen Glauben. Vor allem verkündete er die Liebe Gottes. Während der Belagerung von Hippo durch die Vandalen unter Geiserich starb er im Jahre 430. Unser Medaillon zeigt ihn als Bischof, seine Hand auf dem Worte Gottes und das Symbol der Allerheiligsten Dreifaltigkeit mit drei brennenden Herzen. Gegenüber auf der rechten Seite, Südseite, der Heilige Papst Gregor I. der Große. Er stammte aus einem angesehen römischen Adelsgeschlecht. Nach dem Tode seines Vaters gründete er im elterlichen Hause ein Kloster, wurde dann aber gegen sein Widerstreben zum Papst gewählt. Er leitete die Christianisierung Englands ein, stellte mit den anrückenden Germanen ein gutes Einvernehmen her, baute die Armenpflege aus und erneuerte die Liturgie. Seine zahlreichen Schriften begründeten seinen Ruf als Kirchenlehrer. Er starb 604. Auf der gleichen Seite gegen die Emporen der Hl. Hieronymus ebenfalls einer der führenden Theologen seiner Zeit. Er wirkte zunächst in Rom als Sekretär des Papstes Damasus I. Nach dessen Tode zog er nach Betlehem, wo er Klöster für Männer und Frauen gründete. Er lebte als Einsiedler und übersetzte die gesamte Heilige Schrift ins Lateinische. Er zählt zu den bedeutenden Kirchenlehrern und starb 420. Zwischen den Medaillons der Kirchenväter finden wir weitere in je einer Himmelsrichtung, die das christliche Leben interpretieren, um 1820. Rechte Seite, nördlich: Wie die Taub das Ölzweig brach – Hast du mit Gott frid gemacht. Arche Noah auf welliger Flut, im Himmel Taube mit Ölzweig. Gegenüber südlich: Wann die Wellen umher schlagen – so dich ehren nit verzagen: befestigter Rundturm mitten im tobenden Meer. Wie Jesus sagt: Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute, Matthäus 7,24 Östlich: Was bezwingen nit die Waffen – Fürbitt doch kann alles schaffen, im Himmel Hand mit Waage, in der rechten, sinkende Waagschale Buch und Rosenkranz, in der rechten steigenden Waagschale Hellebarde und Schwert. Darin wird die christliche Erfahrung der Macht der Fürbitte bestätigt. Westlich: Mein Junge fliegen nach – Bis zum blauen Himmelsdach: Vogel mit Jungen zum Himmel emporfliegend. Die Heimat der Seele ist droben im Licht. Die Seitenaltäre im Langhaus Linker Seitenaltar Nordseite, um 1709 , wohl von B. Amann, gefaßt von L. Strauß, der Marienaltar. Die wunderschöne Figur zeigt die Gottesmutter. Sie trägt das Jesuskind auf dem Arm. Als Himmelskönigin gekrönt mit dem Zepter in ihrer Rechten. An der Altarsäule auf der linken Seite ihr Vater, der Hl. Joachim, um 1709. Er trägt die Heilige Schrift des Alten Bundes. Darauf zwei Tauben, als Symbol des Friedens, der Unschuld und des Opfers der Armen. Denn in seiner Tochter Maria sollen sich die Weissagungen erfüllen, beginnend nach dem Sündenfall, als Gott sagte: Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse. Genesis 3,15. Vom Hl. Joachim ist nichts in der Bibel berichtet. Auf der rechten Seite die Statue der Mutter Mariens, der Hl. Anna, 1709. Auch sie trägt das Wort Gottes, das sie als gute Mutter ihrer Tochter Maria gelehrt hat. Sie führte Maria in die Geheimnisse des Wortes Gottes ein, das sie in ihrem Leib Wohnung geben durfte. Die Bibel berichtet nichts von ihr und ihrem Manne, dem Hl. Joachim. Anna heißt übersetzt aus dem Hebräischen: Gnade, Liebe, Gebet. Die Legende berichtet, zusammen mit ihrem Manne haben sie ihr Vermögen in drei Teile aufgeteilt: je ein Teil für den Tempel, für die Armen und für ihren Lebensunterhalt. Das gläubige Volk verehrt die Hl. Anna vor allem als Patronin der Mütter. Auf dem Sockel des Altaraufbaus steht das Bild des Hl. Aloisius um 1770. Er hält die Lilie der Unschuld in der Hand und eine Geißel als Zeichen seines asketischen Leben, der engelreine Jüngling aus dem Fürstenhause des Markgrafen von Gonzaga bei Mantua. Er entsagte sowohl dem damals luxuriösen Hofleben als auch seiner glänzenden Karriere und wurde Jesuit. Dort verrichtete er die niedrigsten Hausarbeiten, obwohl seine Gesundheit angegriffen war. Als dann im Jahre 1591 die Pest in Rom ausbrach, pflegte er Pestkranke mit ganzer Kraft. Er steckte sich dabei an und starb noch im gleichen Jahre. Im Auszug des Altares Gottvater, Öl auf Leinwand um 1709, bekrönt durch die Figur des Erzengels Michael, 1719. Rechter Seitenaltar um 1709. Neu marmoriert um 1762. Der Wendelinusaltar zeigt die Figur des Hl. Wendelin, um 1709. Zu seinen Füßen die Königskrone und ein Schaft und ein Rind. Zwei Engel blicken auf ihn herab. Der Hl Wendelin, war ein irischer oder schottischer Königssohn. Doch er entsagte dem Luxusleben und ging in die Einsamkeit der Vogesen. Das Wort Gottes und Gebet waren seine geistliche Nahrung. Durch Viehhüten verdiente er seinen Lebensunterhalt und die Tiere blieben gesund und gediehen prächtig. erinnert daran. Die Leute kamen zum Einsiedler, wenn ihr Vieh krank war oder Tierseuchen sich ausbreiteten. Er wurde Abt im Kloster Tholey, wo er 617 starb. Daraus entstand das heutige St. Wendel im Saarland. Er wurde bei uns als großer Nothelfer in Tiernöten angerufen Am Wendelinsfest findet in Prettelshofen die vielbesuchte Tiersegnung statt. Auf der rechten Seite steht die Figur des hl. Sebastian, neubarock um 1890, an einem Baum gebunden, von Pfeilen durchbohrt. Er war Befehlshaber der Prätorianischen Leibwache des Kaisers Diokletian. Als solcher hatte er Zugang zu den Christen in den Gefängnissen, die wegen ihres Glaubens eingekerkert waren. Das erfuhr der Kaiser. Weil Sebastian nicht den Göttern opferte, ließ der Kaiser ihn durch Erschießen im Jahre 303 hinrichten. Sebastian gilt als der Schutzpatron der Soldaten, der Schützen und Helfer gegen Pestkrankheiten. Auf der linken Seite steht die Figur des Hl.Joseph, um 1709. Er trägt das Jesuskind und die Lilie, ein Zeichen seiner Lauterkeit und Reinheit. Er war der Mann Mariens. Die Bibel berichtet kein einziges von ihm gesprochenes Wort. Doch als Nährvater des Jesuskindes bewährte er sich in Betlehem, bei der Flucht nach Ägypten. Von ihm lernte Jesus das Zimmermannshandwerk, er gab ihm seinen Familiennamen, so dass er als Sohn des Zimmermanns im Volke galt. Da Joseph ein Nachkomme des berühmten Königs David war, galt Jesus ebenfalls als Sohn Davids. Joseph starb wahrscheinlich noch zu Lebzeiten Jesu, weil Jesus vom Kreuz herab seine Mutter dem Hl. Johannes anvertraute. Erst im 14. Jahrhundert begann seine Verehrung. Er gilt als Patron für eine gute Sterbestunde.. Der Altaraufbau trägt einen Tabernakel, um 1760, den wir vor allem zur Übertragung des Allerheiligsten am Ende der Liturgie des Gründonnerstags verwenden. In der kleinen Nische der Tabernakeltür die Figur der Muttergottes, um 1750, die uns ihr Kind entgegenhält, der im Tabernakel gegenwärtig ist zur Anbetung. Das Bild im Auszug des Altares zeigt die Verlobung Mariens mit dem Hl. Joseph, Öl auf Leinwand um 1709. Darüber die Figur des Erzengels Gabriel, um 1719, der Maria die Botschaft brachte, sie soll die Mutter Gottes werden. Die Wandseiten des Langhauses Die rechte Seite Vor dem Wendelinaltar in die Mauer eingelassen der Taufstein. Die Abdeckung trägt die Schüssel mit dem Haupt des Täufers Johannes, um 1750. den der König Herodes auf Veranlassung seiner zweiten Frau Herodias enthaupten ließ. Wie das Markusevangelium berichtet 6, 21-25. Nun folgen die Statuen der Apostel, um 1750. Hl. Petrus mit dem Schlüssel in seiner Hand. Der Herr sprach: Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben. Der Hl. Paulus, mit dem Schwert in der Hand. Er wurde unter Kaiser Nero des Glaubens willen mit dem Schwert hingerichtet, da er römischer Bürger war. Der Hl. Thomas mit dem Buch und einer Lanze in der Hand. Er durfte die Wundmale des auferstandenen Herrn berühren und bekannte: Mein Herr und Gott. Er hat in Indien missioniert und ist mit einer Lanze hingerichtet worden. Seine Grabstätte soll in Mailapur / Patras sein. Der Hl. Jakobus Minor mit der Bibel und einer Stange in der Hand. Er wurde auch der „Herrenbruder“ genannt, denn er dürfte der Cousin Jesu gewesen sein Er war der Sohn des Alphäus und Bruder des Hl. Judas Thaddäus. Als Bischof von Jerusalem wurde er um 62 n.C. gesteinigt, da er nicht tot war, von einem Walker mit einer Walkerstange erschlagen. Der Hl. Johannes mit der Bibel und dem Kelch in der Hand. Der Lieblingsjünger des Herrn. Er schrieb das vierte Evangelium, wurde auf die Insel Patmos verbannt. Verfaßte dort die Offenbarung anhand von Visionen. Er durfte nach Ephesus zurückkehren und starb im hohen Alter von etwa 100 Jahren. Der Kelch in seiner Hand ist Zeichen der Johannesliebe. Der Hl. Simon mit Bibel und Säge in der Hand. Er wird der Eiferer genannt. Er soll bis Persien gezogen sein und dort missioniert haben. Nach einer Überlieferung wurde er zum Tode durch Zersägen hingerichtet Der Hl. Philippus mit Bibel und Kreuzesstab in der Hand. Er war zuerst Jünger des Täufers Johannes, dann aber von Jesus zum Apostel berufen. Er wirkte später in Phrygien bändigte mit dem Kreuzesstab die Dämonen und wurde des Glaubens wegen gekreuzigt. Der Hl. Matthäus mit Bibel in der Hand. Er schrieb ein Evangelium. Er soll in Äthiopien gewirkt haben und um seines Glaubens willen durch Verbrennen oder durch Steinigung hingerichtet worden sein. Auf der gleichen Wandseite hängt das Kreuz, um 1740, umgeben von einem gemalten Baldachin, der von Puten gehalten wird. Auf der gegenüberliegenden Seite, Nordseite: Der Hl. Jakobus Maior mit Pilgerstab und Pilgerhut. Er war der jüngere Bruder des Hl. Johannes, mit stürmischem Temperament, daher Donnersöhne, er zählte zum inneren Kreis der Apostel, und war bei der Verklärung des Herrn dabei. Er war erster Bischof von Jerusalem und wurde von Herodes im Jahre 44 hingerichtet. Auf wunderbare Weise kam sein Leichnam nach Galizien, in Spanien, daraus entwickelte sich die berühmte Wallfahrt Campostella. Daher trägt er Pilgerhut und Pilgerstab. Der Hl. Thaddäus mit Bibel und Keule in der Hand. Er war ebenfalls ein Cousin des Herrn. Er missionierte in Messopotamien und Persien. Um 70 wurde er von den heidnischen Mithraspriestern mit einer Keule erschlagen. Der Hl. Mathias mit Buch und Beil in der Hand. Er wurde an Stelle von Judas Iskariot als Apostel gewählt. Er missionierte in Äthiopien mit großem Erfolg und soll von seinen Feinden im Jahre 63 mit einem Beil erschlagen worden sein. Seine Reliquien ruhen in Trier. Der Hl. Bartholomäus mit Messer in der Hand. Er soll als Missionar bis Indien, Messopotamien und Armenien gezogen sein. Er wurde des Glaubens willen zum Tode durch Abziehen seiner Haut verurteilt, daher das Messer in seiner Hand. Auf der gleichen Seite die Kanzel, 1709, diente ehemals der Verkündigung des Wortes Gottes und wird in der heutigen Liturgie durch den Ambo ersetzt. Daher trägt sie die Figuren der vier Evangelisten: Der Wand zugekehrt der Hl. Markus, mit dem Attribut des Löwen, den sein Evangelium beginnt mit dem Rufer in der Wüste ( Johannes der Täufer) symbolisiert durch einem brüllenden Löwen, dann der Hl. Matthäus mit einem Menschen zu seinen Füßen, denn er beginnt sein Evangelium mit dem Stammbaum Jesu, Hl. Lukas mit einem Stier zu seinen Füßen, denn er beginnt sein Evangelium mit dem Tiefopfer des Zacharias, und schließlich der Hl. Johannes. mit einem Adler zu einen Füßen, denn sein Evangelium schwebt gleichsam in den hohen Lüften der Geistigkeit.. Auf der Rückseite das Gemälde Öl auf Leinwand: Petrus bereut seinen Verrat, um 1740. Eingedenk dieses Verrates soll der Prediger das Wort Gottes verkünden, sei es gelegen oder ungelegen. Er darf nichts ändern, wie Jesus sagte: Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wir im Himmelreich der Kleinste sein. Markus, 5,10. Dazu befähigt ihn der Beistand des Hl. Geistes, der im Symbol der Taube über ihn schwebt. Jesus muß verkündigt werden. Daher ist die Kanzel bekrönt mit der Figur des Salvator Mundi, des Erlösers der Welt, Jesus Christus. Auf der gleichen Seite unter der Empore steht in einer Nische das spätgotische Vesperbild oder die Pieta., um 1550, Jesus wird nach der Kreuzesabnahme der lieben Mutter Maria in den Schoß gelegt. Das Vesperbild stammt aus der früheren Rieblinger Kapelle. Gleich daneben hängt das barocke Kreuz, um 1750, das ebenfalls aus dieser Kapelle stammt. Gegenüber auf der Südseite unter der Empore das Bild der Hl. Ottilia. Zu Füßen der Heiligen die Szene ihrer Taufe. Die Hl. Ottilia wurde blind geboren. Bei der Taufe durch Bischof Erhard von Regensburg wurde sie auf wunderbare Weise von ihrer Blindheit geheilt Sie ist daher Nothelferin in Augenleiden und wurde vor allem im Nahen Asbach verehrt. Daneben das Bild des Seligen Albert von Wörleschwang. Das Schriftband sagt: Du wirst meinem Gehör Freud geben. Der Heilige hütet die Schafe und Rinder und studiert in der Heiligen Schrift. Die Emporen Auf der Vorderseite der unteren Empore werden einige Stationen aus dem Leben des Kirchenpatrons, des Hl. Andreas, geschildert. Von links nach rechts : 1. Bild, die Berufung des Heiligen Andreas durch Jesus. Andreas war Jünger des Täufers Johannes. Auf seinen Hinweis hin folgte er Jesus. 2. Bild: Der hl. Andreas verkündet den Menschen die Frohe Botschaft des Erlösers 3. Bild: Der Hl. Andreas am Krankenbett: Jesus sagt: Geht, verkündet das Evangelium, heilt die Kranken und treibt die Dämonen aus. 4. Bild: Der Hl. Andreas wird um des Glaubens willen verhaftet. 5. Bild: Der Hl. Andreas feiert die Hl. Messe und zeigt die Hl. Hostie: Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt. 6. Bild: Der Hl. Andreas wird gegeißelt. 7. Bild: Der Hl. Andreas hängt am Kreuz. 8. Bild: Der Leichnam des Hl. Andreas wird von Gläubigen zu Grabe getragen. Auf der Vorderseite der oberen Empore wieder von links nach rechts: 1. Bild: die Heilige Taufe: una salus = ein Heil 2. Bild: die Heilige Firmung: der Bischof firmt einen vor ihm knienden Mann. mit der Überschrift: impingasti oleo caput meo: eingeprägt mit Öl mein Haupt. 3. Bild: die Heilige Eucharistie, angebetet von zwei Engeln. Überschrift: mors est malis ita bonis: der Tod ist vom Bösen, so (der Leib Christi) vom Guten 4. Bild: Das Bußsakrament, mit Beichtstuhl und zwei Schlüsseln, einen goldenen und einen metallenen. secunda post nafragium: folgt nach der Sünde 5. Bild: die Hl. Cäcilia, an einer Orgel spielend sitzend. Überschrift: laudate deum in cor et organo. Lobet Gott mit Herz und Orgel. 6. Bild: Die Heilige Krankensalbung: Ein Priester spendet einer Kranken die Heilige Salbung. Überschrift: munitur pugnaturus: gefestigt für den Kampf 7. Das Sakrament der Priesterweihe. Priestergewänder liegen am Kredenztisch bereit. Überschrift: ab ordine decus: Mit der Weihe geschmückt. 8. Bild: Das Sakrament der Ehe. Zwei Brautleute stehen vor einem Priester. Überschrift: sit sine labe fide: seid ohne Fall durch Treue 9. Bild: vierteiliges Bild: Überschrift: momorare novissima: Gedenke der letzten Dinge oben links: Totenschädel mit Lampe = der Tod oben links: Trompete und Totenschädel: Trompeten rufen zum Gericht unten links: Totenschädel von einer Schlange durchschlungen: die Hölle unten rechts: Totenschädel mit Blumen und Strahlen: der Himmel Die Botschaft dieses Bildes: Mensch, denk an den Tod. Du wirst vor das Gericht gerufen. Dann entscheidet sich dein Leben, Himmel oder Hölle. Noch hast du die Wahl! Über das Leben der Hl. Cäcilia ist historisch wenige Sicheres bekannt. Sie soll aus dem edlen römischen Adel der Cäcilier stammen. Sie machte ohne das Wissen der Eltern das Gelübde, immer jungfräulich zu bleiben. Die Eltern verheirateten sie mit dem vornehmen Valerian, dem sie am Hochzeitstag bekannte, dass sie Christin sei und Jungfräulichkeit gelobt habe. Dieser bekehrte sich zum Christentum mit seinem Bruder Tiburius. Sie bekannten in der Öffentlichkeit, dass sie Christen seien und wurden deshalb unter Kaiser Marc Aurel zum Tode verurteilt. Der Henker hieb dreimal auf sie ein, konnte das Haupt nicht vom Rumpf trennen. So lebte sie noch drei Tage. Sie bat die herbeieilenden Christen durch Zeichen, ihr Habe an die Armen zu verteilen. Während bei der Hochzeitsfeier die Musikinstrumente erklangen, bat sie Gott, er möge ihr Herz und ihren Leib rein halten. Von daher kommt es, dass die Heilige Patronin der Kirchenmusik ist uns meist eine kleine Orgel in den Händen trägt. Auf der Nordseite an der Empore die Statue des Hl. Georg, 1750, wie er auf einen Drachen einsticht. Auf der gegenüberliegenden Südseite die Figur des Hl. Martin, 1750. Vor ihm sitzt ein nackter Bettler. Die Fastenbilder, um 1750, werden während der Fastenzeit vor die Altäre gehängt, gleichsam zum Sinnefasten. Daher verzichten wir in der Fastenzeit auf Blumenschmuck in der Kirche und verhängen die Altäre mit den Fastenbildern, die das Leiden des Herrn schildern. Das Bild auf dem Hauptaltar zeigt Jesus am Kreuz mit seiner Mutter und den Hl. Johannes und Magdalena am Fuße des Kreuzes. Die Bilder der Seitenaltäre zeigen die Dornenkrönung Jesu, die Schergen ergötzen sich an den Leiden des Herrn, und die Geißelung Jesu, die die Schergen mit Freude vollziehen. Auf einer Vortragsstange steht die Figur des Hl. Isidor, um 1720, gefaßt von B. Kuen. Er wird zur jährlich stattfindenden Tiersegnung mitgetragen. Der Hl. Isidor war Landwirt in der Nähe von Madrid. Er erfüllte seine Pflichten. Engel halfen ihm beim Arbeiten, während er zur täglichen Heiligen Messe ging. Er half den Armen, soviel er konnte. Er starb 1170 und galt bei den Bauern als ihr Schutzpatron. Am Gestühl steht die Fahne der Immaculata, um 1720. Maria trägt die Lilie der Jungfräulichkeit in der Hand. Ihr Fuß zertritt die teuflische Schlange, die noch den Apfel im Rachen trägt, wie schon nach dem Sündenfall geoffenbart ward. Die Rückseite zeigt den Hl. Joseph mit dem Jesusknaben auf dem Arm und in der Hand die Lilie der Unschuld. Außen auf der Nordseite beim Sakristeieingang rechts die wertvolle Ölbergnische. Jesus ringt in seinem Angstleiden mit dem himmlischen Vater. Er sendet einen Engel, der ihn stärkt. Seine Jünger im Hintergrund vor dem Panorama von Jerusalem liegend schlafen. Zu ihnen wird der Herr sagen: Konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, damit ihr nicht in der Versuchung fallet. Drunter sehen wir Arme Seelen im Fegefeuer. Sehnsüchtig warten sie auf ihre Erlösung, die sich in diesen Stunden vollziehen wird. Sie blicken auf das dornengekrönte Herz, das über ihnen schwebt. An den Außenwänden ist noch ein Kreuz angebracht. Außerdem sind einige Grabdenkmäler in die Kirchenmauer eingelassen von 1777 bis 1866. Die Kirche wurde 2009 außen renoviert. Text: Pfarrer Anton Wagner (+ 29.07.2020) Foto: Rita Eggert
Kirchenführer Kirche "St. Elisabeth" Laugna
Geschichtliches Seit dem 11. Jahrhundert siedelten sich hier Menschen an. Zunächst wurde Laugna vom Dorfadel verwaltet und geschützt. Diese Herren bauten sie 2 Kilometer südlich die Burg und übernahmen das Wappentier, einen Bock. So entstand die Burg Bocksberg mit den Rittern von Bocksberg, die 1190 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurden. Durch Besitzschenkungen wechselten die Besitzer. So waren auch die Klöster Heilig Kreuz und Ulrich und Afra in Augsburg eine Zeitlang Besitzer. Vielleicht stand daher zuerst eine romanische Heilig Kreuz Kirche in Laugna. Denn im Turmbereich finden sich noch Nagelfluh-Quader, die auf diese Zeit hinweisen. Die spätgotische Kirche zu Laugna. Mit Sicherheit stand seit der Spätgotik im 16. Jahrhundert hier eine Kirche. Der Taufstein trägt die Jahreszahl 1517. Diese Kirche dürfte spätestens 1690 abgebrochen worden sein, um einer neuen Kirche Platz zu machen. Die barocke Kirche zu Laugna. Offenbar wurde die gotische Kirche zu klein, so dass unsere Vorfahren abbrachen und unsere heutige Kirche im Stil des Barocks erbauten. Sie wurde im Jahre 1720 eingeweiht, allerdings noch im unfertigen Zustand. 1735 waren die Stückarbeiten vollendet, wahrscheinlich von B. Suiter aus Dillingen. Aus der gotischen Vorgängerkirche wurden einige Figuren und Reliefs übernommen, die uns sehr wertvoll sind. Die Renovierung im Jahre 1870. Anlässlich dieser Renovierung entfernten unsere Vorfahren den barocken Hauptaltar. Der neue Altar war nach dem damaligen künstlerischem Empfinden in Neuromanisch bzw. im Nazarener Stil erbaut. Auch die barocken Deckenbilder im Chor wurden durch Nazarener Bilder übermalt. Da aber das Geld fehlte, blieben die barocken Seitenaltäre und die gotischen Figuren und Reliefs zum Glück erhalten. Die zweite Restaurierung im Jahre 1908. Diese entspricht dem heutigen Erscheinungsbild der Kirche. Nach langem Ringen entschieden sich die Verantwortlichen, den Hauptaltar und die Mehrzahl der Deckengemälden im Stil des Barocks auszustatten, zumal die noch vorhandene Stuckierung im Originalzustand erhalten war. Dadurch entstand die gelungene Harmonie der heutigen Kirche. Auch wurde damals der Haupteingang von Süden auf Westen verlegt, sowie eine zweite Empore eingezogen und der Boden der Kirche um 35 Zentimeter gesenkt. Kurze Beschreibung der Kirche. Durch den Haupteingang im Westen, betreten wir die Kirche. Der Altar zeigt, wie bei den meisten alten Kirchen nach Osten, Christus, der aufgehenden Sonne entgegen. Die Kirche hat die Heilige Elisabeth von Thüringen als Patronin. Vermutlich war die Vorgängerkirche auch dem Heiligen Kreuz geweiht, wie die Ausmalung des Kirchenschiffes uns zeigt. Denn in Donauwörth und in Biberbach finden wir Heilig-Kreuz-Kirchen, außerdem gehörte Laugna einige Zeit dem Kloster Heilig Kreuz in Augsburg. Dennoch bildet die Bilderfolge eine Einheit: Am Kreuz wurden wir gerechtfertigt, die Heilige Elisabeth lebte die Worte Jesu: Barmherzigkeit will ich nicht Opfer. Ihre radikale Barmherzigkeit war selbst ein fortwährendes Opfer. Die Heilige Elisabeth von Thüringen. Die Apsis der Kirche widmet sich vorwiegend der Kirchenpatronin, der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Sie wurde 1207 in Ungarn geboren, kam mit 5 Jahren auf die Wartburg, heiratete mit 14 Jahren den Landgrafen Ludwig von Thüringen, hatte 3 Kinder. Ihr Gemahl starb auf einem Kreuzzug, so dass Elisabeth schon in jungen Jahren Witwe war. Infolge ihrer großen Mildtätigkeit erregte sie Anstoß am Hof und wurde mit ihren Kindern vertrieben. Sie gründete in Marburg ein Spital, verrichtete dort die niedrigsten Dienste und starb bereits im Alter von 24 Jahren. Schon 4 Jahre später wurde sie heilig gesprochen. Der Hochaltar. Ursprünglich stand in der gotischen Kirche ein spätgotischer Altar, von dem nur noch Weniges erhalten blieb. Auch der ursprüngliche barocke Altar blieb nicht erhalten. Nach langem Ringen wurde 1908 der Hochaltar vom bekannten Altarbauer Saumweber aus Günzburg erstellt. Die ursprünglich aus der gotischen Vorgängerkirche übernommene Kreuzigungsgruppe um 1520 wird neuerdings wie die beiden Assistenzfiguren dem Ulmer Bildhauer Daniel Mauch zugeschrieben. Auf der linken Seite steht der Heilige Papst Urban. Er regierte von 222 bis 230 nach Christus, verfügte, dass die Kelche aus Silber oder Gold sein mussten. Daher trägt er einen Kelch, der als Weinglas missdeutet wurde und den Heiligen zum Patron der Winzer machte. Rechts der Heilige Leonhard mit der Kette, bzw. nach anderer Meinung der Heilige Benedikt, dem offenbar das Buch der Benediktusregel aus der Hand gefallen ist. Links neben dem Tabernakel der Heilige Martin und rechts die Heilige Elisabeth. Ebenfalls um 1500. Beide sind Vorbilder für die Barmherzigkeit, die sich im Opfer zeigt. Oben im Auszug des Altares sehen wir als Übergang zu den Fresken als Ölgemälde die Kirchenpatronin St. Elisabeth, 1908. Das Deckenfresko stammt aus der Zeit der Nazarener um 1870, von einem unbekannten Künstler. Das Mittelbild zeigt die Erhebung der Gebeine der Hl. Elisabeth durch Kaiser Friedrich II im Jahre 1236. Die umgebenden Bilder schildern Szenen aus dem Leben der Heiligen. Von rechts nach links: Ankunft der kleinen Elisabeth mit 5 Jahren auf der Wartburg im Jahre 1211; das berühmte Rosenwunder; die Verabschiedung ihres Mannes Landgraf Ludwig zum Kreuzzug, auf dem er 1227 stirbt; die Vertreibung der Heiligen mit ihren 3 Kindern aus der Wartburg nach dem Tode ihres Mannes durch ihren Schwager Heinrich Raspe; Jesus erscheint der Heiligen und tröstet sie; der Tod der Heiligen Elisabeth, zwei Engel singen das Gloria. Außerdem sehen wir über dem Altar das ungarische Wappen und beim Chorbogen das des Hochstiftes Augsburg, das damals das Patronatsrecht der Kirche ausübte. Auf der Westseite des Chorbogens die Wappen: Fugger - das Reichsstift St. Ulrich und Afra, Augsburg - Bayern-Pfalz-Neuburg/Herren von Aybling. Das Oratorium auf der rechten Seite, der Südseite, war den Fuggern vorbehalten. An der Brüstung sehen wir die Werke der Barmherzigkeit nach Matthäus 25: von rechts nach links: Kranke heilen, Blinde führen; Gefangene besuchen; auf der gegenüberliegenden Seite ist das Oratorium für das Gesinde: Nackte bekleiden; Durstige tränken; Hungernde speisen. Diese Werke setzte die Heilige in ihrem nur 24 Jahren dauernden Leben in die Tat um. An der Außenwand sehen wir die barocken Figuren rechts den Heiligen Rochus, um 1730 links den Heiligen Nepomuk, ebenfalls um 1730. Das neubarocke Chorgestühl aus dem Jahre 1908. Das Kirchenschiff wurde 1720 erbaut. Der barocke Stuck ist erhalten, während die Fresken wahrscheinlich übermalt wurden oder zum Teil gar keine vorhanden waren. Die jetzige Ausmalung geschah im Jahre 1908 durch den bekannten Schweizer Freskenmaler J. Huwyler. Der allerdings 1933 vor den Nazis fliehen musste und in die Schweiz zurückkehrte, weil er jüdischer Abstammung war. Den Deckenfresken dienten zum Teil barocke Vorlagen, die der Künstler verwendete. Sie zeigen von vorne Osten nach Westen gehend: die Auffindung des Hl. Kreuzes durch Kaiserin Helena im Jahre 328. Mittelbild: Der Sieg des Kaisers Konstantin im Zeichen des Kreuzes an der Milvischen Brücke über den Gegenkaiser Maxentius im Jahre 312. Westliches Bild: Kaiser Heraklius bringt das von den Persern geraubte Kreuz nach Jerusalem zurück und zeigt es dem Volk am 21.3.630, daher das heutige Fest Kreuzerhöhung. Diese Fresken sind umgeben von 8 Szenen, die entweder auf das Kreuz oder auf Jesus Christus verweisen. Wieder von rechts nach links, südlich beginnend: Die Verstoßung der Hagar mit ihrem Sohn Ismael durch Abraham, Genesis 21: Jesus wird von seinen Gegnern verstoßen! Mose erhöht die Schlange als Zeichen der Rettung vom tödlichen Schlangenbiss, Numeri 21: Jesus am Kreuz unser Retter! Josef wird von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft! Kain tötet seinen Bruder Abel aus Neid, Genesis 4. Aus Neid verurteilten sie Jesus! Gegenüberliegende Seite: Abraham opfert seinen Sohn Isaak; Genesis 22: Gott opfert seinen eigenen Sohn! Mose begegnet Gott im brennenden Dornbusch, Exodus 3; Jesus auf dem Berg der Verklärung! Rut begegnet ihren Wohltäter und späteren Mann Boas und fügt sich so in den Stammbaum des Messias ein, Rut 4: Jesus in der Reihe der Barmherzigen! Tobias heilt mit der Galle des Fisches seinen blinden Vater Tobit, Tobit 11: Jesus heilt die Blinden und unsere Leiden! Die Seitenaltäre sind noch im Originalzustand aus der Zeit von 1691 erhalten geblieben. Der rechte Seitenaltar, südlich, der Marienaltar, zeigt die Spätgotische Marienstatue um 1691. Im Auszug sehen wir Maria und ihre Mutter Anna, Neubarock 1908. Der linke Seitenaltar, nördlich, zeigt die Herz-Jesu-Statue, neubarock um 1908. Im Auszug sehen wir die Hl. Maria Magdalena, 1908, während auf dem Altartisch die wertvolle spätgotische Pieta ruht, um 1691. Gleich daneben steht der sehr schöne Epitaph aus rotem Salzburger Marmor des damaligen Grundherrn Ritter Rieder, der in voller Rüstung dargestellt ist, mit der Inschrift in gotischen Kleinbuchstaben: Anno dom. 1488 an unsers. hern Fronleichnams tag starb Andreas Rieder von Pocksberg, dem got gnedig sein wel. Daneben auf der gleichen Wand das große Ölgemälde mit dem großen Sohn von Laugna: Bartholomäus Holzhauser, dem Erneuerer des Weltpriestertums und Gründer der nach ihm benannten Bartholomäer. Kniend verehrt er den gekreuzigten Heiland. Das kleinere Ölgemälde, um 1630, zeigt die Familie Holzhauser mit ihren 11 Kindern und die Eltern, die ebenfalls betend vor einem lichten Kreuz knien. Der fünfte Sohn ist Barthololäus, geboren 1613, gestorben 1658 in Bingen. Vater Holzhauser widmete dieses Bild seiner zu früh verstorbenen Frau Katharina. Auf der gegenüberliegenden Wand steht die neugotische Sandsteinplatte als Gedenkstein an Bartholomäus Holzhauser, gestiftet von den Laugnaern im Jahre 1858 anlässlich seines 200. Todestages. Gleich daneben die wertvolle Kanzel um 1670. Die 4 Evangelisten Gemälde Öl auf Leinwand um 1670. Auf der Rückseite der gute Hirte, Öl auf Leinwand spätes 19. Jahrhundert. Oben der Posaunenengel, um 1670. Zu erwähnen ist auch der Taufstein auf der linken Seite des Chores aus dem Jahre 1517. In ihm wurde auch Bartholomäus Holzhauser getauft, auch heute noch taufen wir darin unsere Kinder. Die Vorderseiten der Kirchenbänke stammen noch aus der barocken Kirche 1720. Die Kreuzwegstationen sind Gipsreliefs, um 1870, in byzanisierten Rahmen. Nach der Liturgiereform in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Kommunionbänke entfernt. Der Volksaltar und der Ambo von edlen Stiftern der Pfarrei geschenkt. Wir danken Ihnen, liebe Kirchenbesucher, für Ihr Interesse und laden Sie noch ein zu einem kurzen Verweilen im Gebet. Unsere Kirche ist sonntags nachmittags geöffnet. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir die Kirche mit einer Alarmanlage sichern müssen. Wir wünschen Ihnen ein frohes Wiedersehen. Verfasser: Pfarrer Anton Wagner (+ 29.07.2020) Ihr Kirchenpfleger Wilhelm Kotschner, Laugna
Kirchenführer Kirche "St. Leonhard" Bocksberg
Die Kirche "St. Leonhard" Bocksberg Geschichtliches Seit dem 11. Jahrhundert siedelten sich in diesem Gebiet Menschen an. Zunächst entstand der Ort Laugna mit einem bescheidenen Dorfadel. Um das Dorf besser schützen zu können, bauten sich diese Herren 2 Kilometer südlich eine Burg und übernahmen das Wappentier, einen Bock. So entstand die Burg Bocksberg mit den Rittern von Bocksberg, die 1190 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurden und deren Geschlecht 1332 ausstarb. Bis 1379 werden noch die Marsachalken von Bocksberg erwähnt. Es folgten nun mehrere Besitzer der Burg. Unter anderem 1524 die Augsburger von Stetten und schließlich ging 1613 der Besitz auf die Fugger über. Den Angestellten der Burg erlaubten die Herren ihre Häuser burgabwärts zu bauen, die Giebel der Häuser zur Burg. So entstand die heutige Gemeinde Bocksberg, die zunächst auch pfarrlich nach Laugna gehörte, bis sie 1906 zu der Pfarrei Modelshausen kam. Die Kirche wurde im Jahre 1748 im zeitgenössischen Stil des Barocks erbaut und ist der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und dem Heiligen Leonhard geweiht. Sie wurde im Jahre 2003 mit großem Sachverstand und Einsatz der Bevölkerung renoviert. Die Künstler der Fresken und Bilder sind unbekannt. Infolge der unterschiedlichen Qualität der Malerei vermuten wir, dass hier ein Meister mit seinen Schüler am Werke war. Kurze Beschreibung der Kirche Durch den Eingang im Westen betreten wir die Kirche. Unter dem Empore empfängt uns das Bild des Guten Hirten. Jesus sagt von sich selbst: Ich bin der gute Hirte. Er geht dem verlorenen Schaf nach und trägt es auf seinen Schultern heim. Gott, der Dreifaltige, ist der unendlich gute Hirte. Doch die Heiligen sind gleichsam seine verlängerten Arme im Helfen und Gutes tun, wie wir erfahren werden. Der Blick geht in den Chor der Kirche, mit dem schmucken barocken Altar, 1748, der nach Osten zeigt, Christus, der aufgehenden Sonne entgegen. Das Altarbild zeigt die Krönung Mariens durch Gott-Vater und ihrem Sohn Jesus Christus. Darüber im Auszug des Altars das Ölbild des Kirchenpatrons des heiligen Abtes Leonhard mit Stab und Mitra, den Zeichen seiner Würde. Auch der linke Puto trägt die Mitra, während der rechte den Stab trägt. Auf dem Tabernakel, dem Herz der Kirche, stehe die barocke Statue des Heiligen Leonhard. Er trägt eine zerbrochene Kette. Der Heilige Leonhard lebte im 6. Jahrhundert und stammte aus einem edlen fränkischen Geschlecht. Er wurde Priester und Bischof. Zog sich jedoch in die Einsamkeit bei Limoges zurück. Aus seiner Einsiedelei entstand dieses berühmte Kloster, dem er als Abt vorstand. Den Bauern in seiner Umgebung half er bei den Viehkrankheiten. Daher wurde er der Patron der Tiere, besonders der Pferde. Ihm lagen auch die Gefangenen sehr am Herzen. Den Entlassenen gab er Land, so dass sie resozialisiert wurden. Die Kette, das Attribut des Heiligen, verweist darauf, wurde allerdings später als zerbrochene Tierkette missverstanden. Er starb im Jahre 559. Auf dem Altartisch stehen rechts und links zwei kostbare Reliquiare aus der Zeit des Rokokos, etwa 1780. Das Deckenfresko zeigt die Allerheiligste Dreifaltigkeit, Gott Vater trägt das Zepter der Herrschaft und mit seiner Rechten segnet er die Schöpfung, Gott Sohn der auf die Erde weist, die er am Kreuz erlöst hat, das Kreuz hält ein Puto; Gott Heiliger Geist in Gestalt einer schwebenden Taube, wie er bei der Taufe Jesu auf den Herrn herabkam. Umrahmt ist das Bild durch die Medaillons der 4 Evangelisten, die in Richtung des göttlichen Geheimnisses blicken. Am Chorbogen links der Evangelist Matthäus mit dem Attribut eines Engels. Er beginnt sein Evangelium mit dem Stammbaum Jesu, in dem wiederholt Engel als Gottesboten erscheinen. Dahinter der Evangelist Markus mit seinem Attribut dem Löwen. Denn er beginnt sein Evangelium mit dem Rufer in der Wüste, Johannes der Täufer, symbolisch Löwe, der in der Wüste brüllt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Evangelist Lukas mit dem Attribut des Stieres. Denn er beginnt sein Evangelium mit dem Priester Zacharias, der gerade in Rauchopfer im Tempel darbrachte, und der der Vater des Täufers Johannes ist. Am Chorbogen der Evangelist Johannes mit dem Adler. Denn in seinem überaus geistigen Evangelium schwebt er bereits in himmlischen Gefilden. Alle vier Evangelisten verkünden die Worte und Taten des Herrn, der am Schluss de Matthäusevangeliums den Taufbefehl gab. Alle Menschen auf den Namen des Dreifaltigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen. Rechts und links vom Altar sind freigelegten Fresken zu sehen: Rechts der Apostel Andreas, der am Kreuz mit schräg gestellten Balken sein Leben hingab als Zeuge der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, während auf der linken Seite der Apostel Petrus mit dem Schlüssel zu sehen ist. Jesus übertrug ihm den Dienst des Papstes, indem er sprach: Dir übergebe ich die Schlüssel des Himmels. Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein......(Mt 16,19f). Über dem Sakristeieingang das Gemälde "Maria vom Trost" nach italienischem Vorbild von A. Merkle 1876. Wie der Hl. Leonhard die Gefangenen getröstet hat, so tröstet Maria uns in unseren vielfältigen Nöten. Gegenüber an der Wand ein Prozessionskreuz, wohl um 1780. Im Kirchenschiff weitere heilige Nothelfer. Das zentrale Deckengemälde. Der Hl. Leonhard verehrt die Muttergottes, ebenfalls 1748. Der Heilige schwebt auf einer Wolke Maria entgegen, trägt den Stab des Abtes, während Engel die Kette der Gefangenen, die er befreit hat, mittragen. Das leidende Volk zu seinen Füßen ruft Maria aber auch den Heiligen an: Ein Gelähmter mit seinen Krücken, eine Mutter weist auf ihr krankes Kind, ein aussätziger Bettler mit seiner Warnschelle, eine Besessene, aus der Dämonen ausfahren, ein befreiter Gefangener, der seine Kette zeigt. Umgeben ist dieses Fresko mit den Bildern von 4 Helfern in täglichen Nöten, die das christliche Volk bei uns angerufen hat. Rechts beginnend vor der Empore: Der Heilige Antonius von Padua, der das Jesuskind trägt, das er in einer Vision schauen durfte. Er wurde in Lissabon geboren, wollte in Nordafrika bei den Muslims missionieren. Ein Seesturm verschlug sein Schiff an die Küste Italiens. Der Hl. Franziskus entdeckte seine großen geistlichen Fähigkeiten, und berief ihn zum Lehrer seiner Mönche. Zugleich war Antonius ein überaus berühmter Prediger. Seine Kräfte waren aber erschöpft, so dass er bereits im Alter von 36 Jahren im Jahre 1231 starb und in Padua bestattet wurde. Das Volk verehrt ihn vor allem als Helfer, Verlorenes wieder zu finden. Das nächste Bild zeigt den Heiligen Wendelin. Er war irischer oder schottischer Königssohn. Doch er entsagte dem Luxusleben und ging in die Einsamkeit der Vogesen. Das Wort Gottes und Gebet waren seine geistliche Nahrung. Durch Viehhüten verdiente er seinen Lebensunterhalt und die Tiere blieben gesund und gediehen prächtig. Die Leute kamen zum Einsiedler, wenn ihr Vieh krank war oder Tierseuchen sich ausbreiteten. Er wurde Abt im Kloster Tholey, wo er 617 starb. Daraus entstand das heutige St. Wendel im Saarland. Er wurde bei uns als großer Nothelfer in Tiernöten angerufen. Auf der gegenüberliegenden Seite sehen wir den Heiligen Spanier und Bauer Isidor, in der Rechten den Rosenkranz haltend, die Linke liebevoll auf einem Pferd ruhend. Er war Knecht im Dienste eines reichen Grundbesitzers, ein stiller Frommer, der stundenlang betete und den es täglich in die Kirche zog, während Engel seine Arbeit verrichteten. Über seine Arbeit lag aber großer Segen, auch über den Tieren, die er sehr pfleglich behandelte, sowie über den Armen, mit denen er sein kärgliches Brot teilte. Er starb 1170. Von den Bauern wurde er als großer Standesheiliger verehrt. Gegen den Kircheneingang so sehen wir den Heiligen Johannes Nepomuk in der Kleidung eines Geistlichen, mit Birett, liebevoll ein Kreuz umfassend, das auf dem Zweig der Siegespalme ruht. Im Bildhintergrund die Königsstadt Prag mit der Brücke über die Moldau. Er war Generalvikar in Prag, ein hochgebildeter und berühmter Prediger, Beichtvater der Königin. Doch König Wenzel IV war nicht nur ein jähzorniger, grausamer, tyrannischer Herrscher, sondern auch überaus eifersüchtig. Er wollte von Johannes Nepomuk erfahren, was die Königin gebeichtet habe. Als der Priester, getreu dem Beichtgeheimnis, jede Aussage verweigerte, wurde er grausam gefoltert. Der König soll selbst mit brennenden Fackeln ihn gepeinigt haben. Schließlich ließ er ihn gefesselt von der Brücke in den Fluss Moldau werfen, wo er ertrank. Das war im Jahre 1393. Er gilt als der Patron der Schiffer, Müller und ist bei uns vor allem als Brückenheiliger bekannt. Gleiche Seite über der Empore sehen wir den Heiligen Sebastian, an einem Baum gebunden, von Pfeilen durchbohrt. Er war Befehlshaber der Prätorianischen Leibwache des Kaisers Diokletian. Als solcher hatte er Zugang zu den Christen in den Gefängnissen, die wegen ihres Glaubens eingekerkert waren. Das erfuhr der Kaiser. Weil Sebastian nicht den Göttern opferte, ließ der Kaiser ihn durch Erschießen im Jahre 303 hinrichten. Sebastian gilt als der Schutzpatron der Soldaten, der Schützen und Helfer gegen Pestkrankheiten. Ebenfalls über der Empore auf der gegenüberliegenden südlichen Seite ist das Bildnis des Heiligen Vitus. Der Legende nach war er noch ein Junge, als er unter Kaiser Diokletian um des christlichen Glaubens willen zum Tode verurteilt wurde. Man warf ihn in siedendes Öl, war ihn den Löwen vor und schließlich folterten sie ihn zu Tode. Das war im Jahre 284. Er wird in vielfältigen Nöten angerufen, unter anderem bei Unwetter, Feuersgefahr, Tollwut. Er ist auch der Schutzpatron der Haustiere. Daher der krähende Hahn! Das mittlere Bild zeigt die Aufnahme des Hl. Leonhard in den Himmel. Auf einer Wolke schwebend, segnet er die Tierherde zu seinen Füßen und das Bocksberger Kirchlein mit ihren Bewohnern, wie ein guter Hirte für Mensch und Tier. Die Brüstung der Empore trägt 4 Bilder über die Letzten Dinge unseres Lebens. Von links nach rechts: Der Tod des Heiligen Leonhard. Seine Mitbrüder und Hausfrau stehen betend um ihren Abt. Er empfängt die Letzte Ölung, das Sakrament der Seelenheilung, während der Teufel hilflos und erschrocken den Heimgang des Heiligen verfolgen. Das zweite Bild zeigt den Auferstandenen Herrn, verehrt von seiner Mutter Maria, und von seinem Ankündiger Johannes der Täufer. Das Kreuz weist auf unsere Erlösung hin. Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Beginn des ewigen Lebens. Das dritte Bild zeigt die furchtbare Alternative: Die Hölle. Die Verdammten sind vom Teufel bewacht, von der höllischen Schlange umwunden. Ihre Schmerzensschreie verhallen im Hass der Hölle. Doch ich vermute, dass es auch das Fegefeuer sein könnte. Denn die Augen suchen den Erlöser, und einer scheint schon den Seelenfrieden gefunden zu haben. Vielleicht betet und opfert ein Mensch für ihn, so dass er bald der Anschauung Gottes gewürdigt wird. Das letzte Bild zeigt nun unsere Vollendung. Maria in Begleitung von Heiligen und Märtyrern, die Siegespalmen in ihren Händen tragen, dürfen den unendlich großen und erhabenen Dreifaltigen Gott schauen, der im Symbol des Dreiecks über ihnen ruht. Werfen wir noch unseren Blick auf die beiden Seitenaltäre. Sie sind in Holz gefasst, ungefähr 1720 und wohl von anderswoher übernommen. Der rechte Seitenaltar trägt das Bild des Hl. Josef als Zimmermann mit dem Jesuskind, gemalt von Oswald Völkel, 1924. Im Auszug oben die Hl. Elisabeth von Thüringen, mit dem Rosenwunder. Der linke Seitenaltar: Mutter Anna lehrt ihre Tochter Maria, ebenfalls von Völkel gemalt. Im Auszug sehen wir den Hl. Nikolaus, Bischof von Myra, der beliebte Helfer in Hungersnöten und Finanznöten. Der sehr schöne Kreuzweg ist jüngeren Datums, vermutlich um 1810 von unbekannten Künstlern. Er zeigt den Leidensweg unseres Herrn Jesus Christus am Karfreitag. Nach der Liturgiereform des Vaticanum II wurden der Volksaltar als Ort der Opferfeier und der Ambo als Ort des Wortes Gottes harmonisch eingefügt. Daher trägt er die Namenszüge der 4 Evangelisten. Danke für Ihr Interesse. Im Gebet sind wir verbunden. Erstellt: Anton Wagner, Pfarrer i. R. in Modelshausen (+ 29.07.2020)
Kirchenführer Kirche "St. Margaretha" Bliensbach
Die Kirche St. Margaretha Bliensbach Geschichtliches Die Pfarrei war bereits im 13. Jahrhundert den Edlen von Zusameck unterstellt. Ab 1292 gehörte sie verschiedenen Augsburger Patriziergeschlechtern, bis sie 1379 dem Domkapitel von Augsburg inkorporiert wurde, das heißt, in den Besitz des Domkapitels kam. Um diese Zeit entstand der wuchtige Turm, der wohl als Wehrturm gebaut wurde. Die oberen Stockwerke des Turmes kamen gegen 1470 hinzu. 1728 wurde der Chorbogen neugestaltet und in der Kirche eine weiße Decke eingezogen. Doch 1787 wurde die Kirche zu klein für die Leute. So wurde das Langhaus nach Norden verbreitet und die weiße Decke mit Bildern versehen, die der Wertinger Kunstmaler Bernhard Mittermayr malte, die aber leider nicht mehr vorhanden sind. Ein barocker Hauptaltar, der aus Graben (Landkreis Schwabmünchen) stammte, wurde aufgestellt. Auch der Turm saniert und teilweise abgetragen und neu erbaut. Im gleichen Jahr erneuerte Schreinermeister Joseph Klaiber auch die Kirchenbänke. Diese Bänke benützen wir noch heute. 1860/70 wurde die Kirche gründlich renoviert und dabei der schöne Hauptaltar entfernt. Er ist nicht mehr vorhanden. Dafür kamen neuromanische Altäre in die Kirche. In der letzten großen Renovierung 1962/65 wurden diese Altäre ebenfalls wegen Holzwurmbefall entfernt. Auch sie sind nicht mehr auffindbar. In die Kirche wurde die jetzt sichtbare Bretterdecke eingezogen. Sie wartet noch auf eine künstlerische Ausgestaltung. Außerdem wurde das Vorzeichen, Eingangshäuschen, angebaut. In der großen Nische steht der leidende Kerkerheiland an einen Säulenstumpf gefesselt, um 1780. Ausstattung der Kirche Unser Blick fällt auf den Chorraum. Dort ist noch ein wertvolles Fresko, Wandgemälde, von etwa 1470 mit der Dornenkrönung Christi zu sehen. Vermutlich waren auch an den Seitenwänden Bilder, die die Passion Christi zeigten. Nur einige gotische Ornamente sind auf der Südwand noch sichtbar. Im Langhaus der Kirche sehen wir hochovale Wandbilder der 12 Apostel, 1787, von Bernhard Mittermayr gemalt. An dem Chorbogen links die Statue des Hohenpriesters Melchisedek, um 1780, mit drei Broten in der Hand. Er war König von Salem (heute Jerusalem) und brachte Abraham Brot und Wein heraus nach dessen Sieg über feindliche Könige. Er segnete Abraham und dieser gab ihm den zehnten Teil seiner Beute, (Genesis 14,18). Jesus ist Priester nach der Ordnung des Melchisedek, (Hebräerbrief 5, 6), denn in Brot und Wein kommt er bei jeder Heiligen Messe auf dem Altar zu uns. An dem Chorbogen auf der rechten Seite die Statue des Aaron. Er war der Bruder des Mose und wurde von Mose im Auftrag Gottes als erster Hohepriester des Volkes Israel eingesetzt. Daher trägt er die Kopfbedeckung der israelitischen Hohenpriester, sie gleicht der Mitra der heutigen Bischöfe, (vergleiche Genesis 29, 4 – 9). Beide Statuen wurden nach dem Tod eines Priesters der Pfarrkirche überlassen. Bei der letzten großen Renovierung wurde auch der mächtige Grantitaltar in den Chorraum gestellt. Er zeigt an der Sichtseite Jesus beim Abendmahl. Denn in der Heiligen Messe sind wir eingeladen, am Abendmahl Jesu teilzunehmen. Wir feiern das unauslotbare Geheimnis der Kreuzigung und der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus. Auf der rechten Seite steht der schmale bronzene Ambo, der Ort, von dem aus das Wort Gottes verkündet wird. Jesus Christus spricht persönlich zu uns Worte des ewigen Lebens. Daher lesen wir: Wer auf mein Wort hört, ist aus dem Tod hinübergegangen ins Leben. Altar und Ambo zählen zu den wichtigsten Orten der heutigen Liturgie. Unter dem Wandbild der Dornenkrönung Jesu wurde der ebenfalls wuchtige bronzene Tabernakel eingebaut. In ihm wird Jesus Christus in der Gestalt der Heiligen Hostie im Ziborium aufbewahrt für die Krankenkommunionen. Da Gott hier gleichsam seine Wohnung hat, sehen wir rechts an der Wand die rote Ewiglichtlampe brennen, die uns an die Gegenwart Gottes erinnert.. Links vor dem Chorbogen steht der wertvolle kelchförmige Taufstein, 1535, aus Sandstein. Der Bronzedeckel mit der Taube des Heiligen Geistes wurde 1963 aufgesetzt. In der Taufe nimmt uns Gott an kindesstatt an und gibt uns seinen Heiligen Geist. Fortan sind wir Tempel des Heiligen Geistes. Darüber sehen wir die Kirchenpatronin, die Hl. Margaretha, etwa 1470. Sie zählt zu den bekanntesten Heiligen der frühen Kirche. Historisch ist nicht viel bekannt. Doch eine Legende erzählt, sie war eine sehr schöne Tochter eines heidnischen Priesters. Sie wurde Christin, weil ihre Amme, Ziehmutter, sie heimlich im Christenglauben unterrichtete. Als sie eines Tages die Schafe hütete, traf sie der heidnische Präfekt (Bürgermeister), der sie sofort zur Frau nehmen wollte. Da bekannte sie ihm, dass sie Christin sei. Erzürnt ließ er sie verhaften und furchtbar quälen. Mit einem eisernen Kamm rissen die Henker ihr die Haut vom Leibe. Sie wurde mit brennenden Fackeln gequält und ins kalte Wasser geworfen. In der Nacht erschien ihr der Teufel in Gestalt eines Drachens. Mit dem Kreuzzeichen vertrieb sie ihn, der laut schrie: Weh mir, nun bin ich von einer schwachen Jungfrau überwunden worden. Tags darauf ließ sie der Präfekt durch das Schwert hinrichten. Der goldene Kreuzstab, den unsere Figur in den Hand trägt, erinnert an die göttliche Kraft des siegreichen Kreuzes. Das war im Jahre 307 n.Chr. Sie betete noch für ihre Quäler und für alle Frauen, die ein Kind gebären werden. Dann starb sie. Sie wird als Schutzpatronin für eine glückliche Geburt angerufen . Sie zählt zu den 14 Nothelfern. Rechts vor dem Chorbogen steht die moderne Statue Mariens. Sie hält uns ihren Sohn Jesus entgegen. Sie rufen wir an als mächtige Fürsprecherin am Throne Gottes in allen unseren Anliegen. Auf dem Sockel stehen Adam und Eva unter dem Paradieses- baum, von dem sie gegessen und die erste Sünde begangen hatten. Durch Christus, den uns Maria geboren hat und uns entgegenhält, sind wir aber erlöst worden. Auf der Nordwand des Langhauses steht die Statue des Heiligen Leonhard, um 1740. Der Heilige Leonhard lebte im 6.Jahrhundert und stammte aus einem edlen fränkischen Geschlecht. Er wurde Priester. und Bischof. Zog sich jedoch in die Einsamkeit bei Limoges zurück. Aus seiner Einsiedelei entstand das berühmte Kloster, dem er als Abt vorstand. Den Bauern in seiner Umgebung half er bei den Viehkrankheiten. Daher wird er als Patron der Tiere, besonders der Pferde auch heute noch verehrt. Ihm lagen auch die Gefangenen sehr am Herzen. Den Entlassenen gab er Land, so dass sie resozialisiert wurden. Die Kette, das Attribut des Heiligen, verweist darauf, wurde allerdings später als zerbrochene Tierkette mißverstanden. In seiner linken Hand trägt er den Hirtenstab des Abtes. Er starb im Jahre 559. Gegenüber auf der Südwand hängt das ebenfalls sehr wertvolle Kreuz, um 1500. Auf der gleichen Seite die Statue des Heiligen Sebastian, um 1730, an einem Baum gebunden, von Pfeilen durchbohrt. Er war Befehlshaber der Prätorianischen Leibwache des Kaisers Diokletian. Als solcher hatte er Zugang zu den Christen in den Gefängnissen, die wegen ihres Glaubens eingekerkert waren. Das erfuhr der Kaiser. Weil Sebastian nicht den Göttern opferte, verurteilte ihn der Kaiser durch Erschießen zum Tode im Jahre 303. Sebastian gilt als der Schutzpatron der Soldaten, der Schützen und als Helfer gegen Pestkrankheiten. Die Orgel ist neuerem Datums. Ursprünglich hatte sie einen neuromanischen Prospekt, Aussehen,. 1860. Dieser ist auch nicht mehr vorhanden. Das Kreuz vor dem Ausgang der Kirche stammt aus der Zeit um 1700. Gehen wir um die Südseite der Kirche herum, sehen wir gleich nehmen dem Eingang zur Sakristei das an die Kirche angebaute Ölberghäuschen, um 1700. Jesus ringt mit seinem himmlischen Vater, bevor er den bitteren Leidensweg gehen muß. Übermüdet schlafen die Apostel, Sie konnten nicht einmal eine einzige Stunde mit ihrem Herrn wachen und beten, (vergl. Matthäus 26,40). Unten warten die „Armen Seelen“ im Zustand der Läuterung auf die ersehnte Erlösung. Sowohl im Innern der Kirche als auch an den Außenwänden sind einige Grabplatten eingelassen, die zum Teil schlecht lesbar und verwittert sind und bis in die Zeit von 1668 zurückreichen. Außen erinnert eine Steinplatte an Pfarrer Johann Matha Naegele, der lange Jahre in Bliensbach gewirkt hat und einige Baumaßnahmen in der Pfarrei durchgeführt hat, so auch die letzte große Kirchenrenovierung. Er hatte sich mit einer Nelke verewigt, weil sein Name von der Nelke her deutbar ist (schwäbisch Nelkele oder Nägele). Text: Pfarrer Anton Wagner (+ 29.07.2020) Foto: Johann Schuster
Kirchenführer Kirche "St. Michael" Osterbuch
Geschichtliches Die Pfarrei St. Michael in Osterbuch wurde um das Jahr 1289 gegründet. Das Recht, die Geistlichen zu ernennen, teilten sich abwechselnd das Heilig Geist Spital in Augsburg, die Marschalken von Pappenheim und das Kloster Holzen. Ursprünglich stand die Kirche oben auf dem Kirchberg. Sie war baufällig und feucht geworden. So wurde der Neubau der Kirche an jetziger Stelle 1768 begonnen und 1769 die Kirche von Weihbischof Franz Xaver Adelmann von Adelmannsfelden geweiht. Der Kirchenführer des Landesamtes für Denkmalpflege bezeichnet unsere Kirche als reizvollster Kirchenraum der Spätrokokozeit im alten Landkreis Wertingen. Kurze Beschreibung der Kirche Beim Betreten des Gotteshauses fällt unser Blick auf den Hochaltar aus Stuckmarmor. Das zentrale Altarbild zeigt den Namenspatron der Kirchen, den Heiligen Erzengel Michael, 1770, vom Augsburger Künstler Anton Huber gemalt. Michael kämpft mit dem höllischen Drachen, Offenbarung 12,7. Flankiert wird das Gemälde durch die Statuen des Heiligen Antonius von Padua auf der rechten Seite. Antonius trägt das Jesuskind, das er in einer Vision schauen durfte. Er wurde in Lissabon geboren, wollte in Nordafrika bei den Muslims missionieren. Ein Seesturm verschlug sein Schiff an die Küste Italiens. Der Hl. Franziskus entdeckte seine großen geistlichen Fähigkeiten, und berief ihm zum Lehrer seiner Mönche. Zugleich war Antonius ein überaus berühmter Prediger. Seine Kräfte waren aber erschöpft, so dass er bereits im Alter von 36 Jahren im Jahre 1231 starb und in Padua bestattet wurde. Das Volk verehrt ihn vor allem als Helfer, Verlorenes wieder zu finden. Auf der linken Seite steht die Statue des Heiligen Josef, der Pflegevater des Jesuskindes, das er in den Armen trägt. Der vergoldete Tabernakel wurde erst 1906 im neubarocken Stil hinzugefügt. Er ist das Zentrum der Kirche, die Wohnung Gottes unter uns Menschen. Er verbirgt den Leib des Herrn, der im verwandelten Brot in der Heiligen Kommunion in unser Leben eingeht. Wie der Tabernakel, so tragen der Heilige Antonius und der Hl. Josef Jesus auf den Armen. Das Herz Gottes schlägt für uns. Daher zeigt das Ölbild, 1906 von A. Bischof, im oberen Abschluss des Altares die Herzen Jesu und Mariens. Das Deckenbild des Chorraums verweist uns auf das undurchschaubare Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, 1768 von Johann Joseph Anton Huber aus Augsburg gemalt. Umgeben von einem kreisförmigen Wolkenkranz lagert Christus mit dem Kreuz auf einer lichten Wolke und Gottvater mit der Weltkugel und dem Zepter, darüber schwebt die Taube als Symbol des Heiligen Geistes, während unten drei Anbetungsengel Tag und Nacht Gott die Ehre erweisen. Sie schwingen das Weihrauchfass. Der Rauch stellt auch unsere Gebete dar. Im Sanctus der Heiligen Messe dürfen wir einstimmen in den ewigen Lobpreis der Engel. Umgeben ist diese himmlische Szene von den Brustbildern der 4 Evangelisten. Sie blicken auf das göttliche Geheimnis. Am Chorbogen links der Evangelist Matthäus mit dem Attribut eines Engels. Er beginnt sein Evangelium mit dem Stammbaum Jesu, in dem wiederholt Engel als Gottesboten erscheinen. Dahinter der Evangelist Markus mit seinem Attribut dem Löwen. Denn er beginnt sein Evangelium mit dem Rufer in der Wüste, Johannes der Täufer, symbolische Löwe, der in der Wüste brüllt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Evangelist Lukas mit dem Attribut des Stieres. Denn er beginnt sein Evangelium mit dem Priester Zacharias, der gerade ein Rauchopfer im Tempel darbrachte, und der der Vater des Täufers Johannes ist. Am Chorbogen der Evangelist Johannes mit dem Adler. Denn in seinem überaus geistigen Evangelium schwebt er bereits in himmlischen Gefilden. Alle vier Evangelisten verkünden die Worte und Taten des Herrn, der am Schluss des Matthäusevangeliums den Taufbefehl gab. Alle Menschen auf den Namen des Dreifaltigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen. Diese Botschaft trugen die Apostel in die Welt hinaus. Auf der linken Seite der Chorwand der Heilige Petrus mit dem Schlüssel in der Hand. Jesus übertrug ihm den Dienst des Papstes, indem er sprach: Dir übergebe ich die Schlüssel des Himmels. Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein ..... (Mt 16,19f). Auf der rechten Seite der Völkerapostel der Heilige Paulus. Ihm verdanken auch wir unseren Glauben. Denn er brachte das Evangelium nach Europa. Das Schwert weist auf seinen Tod als Blutzeuge durch Enthauptung unter Kaiser Nero um das Jahr 69. Im Langhaus imponiert das großartige Deckenbild, ebenfalls von J.A. Huber 1768. Unten der schmale felsige Streifen deutet die Erde an. Darüber schweben Wolkenbänke, die auf den Himmel verweisen. Oben steht kampfbereit der Erzengel Michael mit Schild und Flammenschwert in der Schlachtreihe der guten Engel. Wie ein Knäuel stürzen die gefallenen Engel unter Anführung des Luzifers in den Abgrund. Dieses Hauptgemälde ist umgeben von den Bildern der 4 lateinischen Kirchenvätern. Papst Gregor, d. Gr. mit Tiara. + 604. Er entstammte einer römischen Adelsfamilie, war zunächst Stadtpräfekt von Rom. Er zog sich ins Andreaskloster zurück. Wurde aber Papst von 590 bis 604. Er versuchte mit den germanischen Völkern Kontakt aufzunehmen und sandte Missionare nach England. Aus seinem Erbe gründete er 7 Klöster. Hieronymus mit Totenkopf + 420. Er war einer der bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit. Er übersetzte die gesamte Heilige Schrift ins Lateinische, Vulgata. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er zeitweise in einer Höhle bei Bethlehem später in einem dortigen Kloster. Er lebte in strengster Enthaltsamkeit, den Totenkopf ständig vor Augen. Ambrosius mit Bienenstock + 397. Er war der berühmte Bischof von Mailand. Seine Predigten faszinierten auch Augustinus, der sich von Ambrosius taufen ließ. Vor allem regelte er die Liturgie. Er ist der Vater des Kirchengesanges. Das Te Deum, der Ambrosianische Lobgesang, stammte von ihm. Seine Worte waren dem Geist so süß, wie der Honig der Zunge. Augustinus mit Liebespfeil, + 430. War zunächst Professor der Sprachwissenschaft. Nach seiner Bekehrung wollte er ein klösterliches Leben ganz für Gott führen. Doch wurde er zum Bischof von Hippo in Nordafrika gewählt. Er verfasste sehr viele theologische Schriften und gilt daher als der größte lateinische Kirchenvater. Vor allem schrieb er viel über den Glauben, der die Liebe ist: Gott, du hast uns aus Liebe erschaffen. Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir. Über dem Chorbogen ist das Wappen der Holzener Äbtissin Hildegard Freiin von Schmidlin mit dem Chronogramm - übersetzt: DEM DREIFALTIGEN UND EINEM GOTT UND DEM HEILIGEN MICHAEL. Die Seitenaltäre sind meisterhaft in Scheinarchitektur von J.A. Huber aus Augsburg 1770 gemalt. Das linke Altarbild zeigt die Gottesmutter Maria als Immaculata, Unbefleckte. Darüber im Auszug des Altars der Heilige Wendelin. Er war irischer oder schottischer Königssohn. Doch er entsagte dem Luxusleben und ging in die Einsamkeit der Vogesen. Das Wort Gottes und Gebet waren seine geistliche Nahrung. Durch Viehhüten verdiente er seinen Lebensunterhalt und die Tiere blieben gesund und gediehen prächtig. Die Leute kamen zum Einsiedler, wenn ihr Vieh krank war oder Tierseuchen sich ausbreiteten. Er wurde Abt im Kloster Tholey, wo er 617 starb. Daraus entstand das heutige St. Endel im Saarland. Er wurde bei uns als großer Nothelfer in Tiernöten angerufen. Der rechte Seitenaltar zeigt im Altarbild die Mutter Anna und ihrer Tochter Maria. Sie lehrte ihrem Kind die Liebe zur Heiligen Schrift und zu Gott. Darüber im Auszug des Altares der Heilige Georg. Er war römischer Offizier und wurde unter Kaiser Diokletian um 320 grausam gefoltert und dann enthauptet. Eine Legende erzählt, Georg habe einen Drachen, dem Menschenopfer dargebracht werden musste, mit seiner Lanze tödlich verletzt, so dass sich daraufhin die Heiden zum christlichen Glauben bekehrt hätten. Die Kanzel, 1768, zeigt oben zwei Puten mit den Gesetztestafeln des Mose: Jesus sagte: Es wird kein Jota des Gesetztes aufgehoben. Der Prediger verkündet den Herrn, der den Geist des Gesetzes bis zur Lebenshingabe erfüllt hat. Der Taufstein, ebenfalls 1768, wird bekrönt durch den monstranzartigen Deckel aus dem Jahre 1906. Chorgestühl, um 1768. Die Kirchenbänke, um 1730, wurden von einer anderen Kirche übernommen. Die Schleifladenorgel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, erfüllt auch heute noch ihren Dienst zum Lobpreis Gottes. Die Figuren der 12 Apostel, um 1740, in polierweiß von 1828, stammen aus der Pfarrkirche von Langweid und wurden von dort 1787 übernommen, da Langweid eine neue Kirche baute. Ursprünglich waren die Figuren farbig gefasst. Die Kirche ist auf dem Fundament der Apostel gebaut. Daher werden die 12 Apostelleuchter bei der Kircheneinweihung mit Chrisam vom Bischof gesalbt. Die großen Gemälde an den Wänden des Langhauses stammen vom Dom zu Augsburg, und wurden dort 1864 infolge der Regotisierung des Domes entfernt und nach Osterbuch gebracht. Rechte Wand: der Heilige Diözesanpatron Ulrich Bischof von Augsburg von 923 - 973. Seinem Einsatz ist der Sieg über die plündernden Ungarn im Jahre 955 auf dem Lechfeld zu verdanken. Von Caspar Strauß, Augsburg, 1658. Auf der linken gegenüberliegenden Seite die Heilige Bistumspatronin und Blutzeugin Afra. Sie soll aus Zypern stammen - Afra = Afrikanerin. Augsburg beherbergte damals eine römische Garnison. Afra bediente die Soldaten als Priesterin der Venus mit ihrem Leib. Der aus Spanien flüchtende Bischof Narzissius kehrte aus Unkenntnis in diesem Lokal ein. Durch das Gebet des Bischofs wurde Afra aus den christlichen Glauben aufmerksam. Sie bekehrte sich zum Christentum. Während der letzten großen Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian wurde sie zum Tode durch Verbrennen auf einer Insel des Lechs verurteilt. Sie starb um 300. Bild von Johann Christoph Storer aus Augsburg, 1658. Ihr Leib ist in der Basilika St. Ulrich und Afra beigesetzt. Die Kreuzwegstationen stammen aus der Zeit um 1770. Nach der Liturgiereform des Vaticanum II wurden der Volksaltar als Ort der Opferfeier und der Ambo als Ort des Wortes Gottes im Jahre 1983 harmonisch eingefügt. Östlich der Kirche, im Abhang des Kirchberges, lädt Sie die Lourdes-Grotte aus Tuffstein zum stillen Verweilen ein. Mit Liebe haben unsere Vorfahren sie im Jahre 1930 erbaut und unsere Gläubigen erhalten und schmücken sie zur Ehre Mariens. Danke, für Ihr Interesse. Im Gebet sind wir verbunden. Erstellt: Anton Wagner, Pfarrer (+ 29.07.2020) Pfarrer Dr. Joseph Kaniamparambil Foto: Kirchenpfleger Friedrich Dirr
Kirchenführer Kirche "St. Peter" Hirschbach
Geschichtliches Der Kirchensatz, die Kircheneinnahmen, war im Mittelalter Eigentum einer gewissen Familie Burggraf. 1396 gelangte er an die Kapelle St. Ulrich in Dillingen und 1446 an die Augsburger Bischöfe. Damals stand schon eine Kirche in Hirschbach, von der nichts mehr vorhanden ist. In den Jahren 1720/24 wurde an ihrer Statt eine größere Kirche von Baumeister Johann Georg Reßle aus Wertingen errichtet. Auch diese Kirche wurde abgebrochen und 1922 durch einen Neubau ersetzt nach den Plänen von Architekt A. Ungewitter aus Augsburg. 1924 wurde die Kirche neu ausgestattet, wobei alte Stücke mit verwendet wurden. In diesem Jahr wurde auch der Stuck angebracht, der sich an die Formen der Vorgängerkirche von 1720 anlehnt. Ausstattung der Kirche Der neubarocke Hochaltar von 1927 zeigt in der Mitte das Ölbild von G. Glötzle, 1927. Jesus übergibt Petrus die Schlüssel mit den Worten: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Matthäus 16.19. Auf der linken Seite des Altares steht die Figur des Pflegevaters Jesus, des Hl. Josef, um 1730. Er trägt die Lilie als Symbol der Unschuld in der Hand. Auf der gegenüberliegenden Seite die Figur des Hl. Johannes Nepomuk, ebenfalls um 1730, in der Kleidung eines Geistlichen, mit Birett, liebevoll ein Kreuz umfassend, das auf dem Zweig der Siegespalme ruht. Im Bildhintergrund die Königsstadt Prag mit der Brücke über die Moldau. Er war Generalvikar in Prag, ein hochgebildeter und berühmter Prediger, Beichtvater der Königin. Doch König Wenzel IV war nicht nur ein jähzorniger, grausamer, tyrannischer Herrscher, sondern auch überaus eifersüchtig. Er wollte von Johannes Nepomuk erfahren, was die Königin gebeichtet habe. Als der Priester, getreu dem Beichtgeheimnis, jede Aussage verweigerte, wurde er grausam gefoltert. Der König soll selbst mit brennenden Fackeln ihn gepeinigt haben. Schließlich ließ er ihn gefesselt von der Brücke in den Fluss Moldau werfen, wo er ertrank. Das war im Jahre 1393. Auf wunderbare Weise fing der Leichnam des Heiligen zu leuchten an und wurde an Land gespült. In einer feierlichen Prozession führte das Volk Nepomuk zum Dom, wo er seine letzte Ruhe fand. Er gilt als der Patron der Schiffer, Müller und ist bei uns vor allem als Brückenheiliger bekannt. In der Mitte der Tabernakel. Dort werden die Heiligen Hostien für die Krankenkommunionen aufbewahrt. Dort weilt Christus Tag und Nacht in unserer Mitte. Um diese ständige Gegenwart sichtbar zu machen, brennt immer die rote Ewiglichtlampe. Auf der rechten Seite, an der Westwand des Chores, wurde die Figur der Hl. Barbara aufgestellt. Die Heilige lebte in Kleinasien. Ihr angesehener Vater wollte sie mit einem reichen jungen Mann vermählen. Sie widersetzte sich diesen Ansinnen. Der Vater sperrte sie in einem Turm ein, während er verreiste. Als er zurückkam eröffnete sie ihm, dass sie Christin geworden sein. Trotz guten Zuredens blieb sie ihrem Glauben treu. Der Vater selbst zerrte sie vor den Richter. Sie wurde schrecklich gefoltert, schließlich erdolchte der Vater aus Wurt mit eigener Hand seine tapfere Tochter. Das war zur Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Maximilian Daja im Jahre 306. Die Heilige trägt eine goldene Krone, Zeichen ihrer durchgehaltenen Treue im Glauben und ihres Martyriums. Außerdem trägt sie einen goldenen Kelch, Zeichen der übernatürlichen Stärkung, die sie aus dem Glauben erhielt. Barbara zählt zu den 14 Nothelfern und wurde von unseren Vorfahren angerufen gegen einen jähen und unvorhergesehenen Tod, sowie als Patronin der Sterbenden, weil sie die Seelen sicher zum Thron Gottes führt. Auf der gegenüberliegenden Chorseite steht die Figur des Heiligen Aloisius. Er hält ebenfalls die Lilie der Unschuld in der Hand, der engelreine Jüngling aus dem Fürstenhause des Markgrafen von Gonzaga bei Mantua. Er entsagte sowohl dem damals luxuriösen Hofleben als auch seiner glänzenden Karriere und wurde Jesuit. Dort verrichtete er die niedrigsten Hausarbeiten, obwohl seine Gesundheit angegriffen war. Als dann im Jahre 1591 die Pest in Rom ausbrach, pflegte er Pestkranke mit ganzer Kraft. Er steckte sich dabei an und starb noch im gleichen Jahre. Auf der gleichen Seite die Kanzel, um 1750, sie wurde 1941 mit Emblemen und blumigen Ornamenten bemalt. Auf dem Schalldeckel ruhen zwei Putten und ein größerer Engel, ebenfalls um 1750. Zum Abschluss des Chores der Volksaltar und der Ambo. Nach der Liturgiereform des Vaticanum II ca. 1970, wurden sie nötig. Sie sind die wichtigsten liturgischen Orte der heutigen Liturgie. Denn vom Ambo wird das Wort Gottes verkündet, auf dem Altar das Lebensopfer Jesu bei jeder Heiligen Messe gefeiert. Der Altar zeigt das Flachrelief vom Reichen Fischfang. Petrus steht noch im Wasser und bekennt: Herr, geh weg von mir, ich bin ein Sünder, Lukas 5,8. Der Ambo zeigt einen Hirsch im Wasser und daneben den Psalmvers: Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir., Psalm 42,2. Diese Sehnsucht nach Gott sollte uns das Wort Gottes hören lassen und uns zum Haus Gottes ziehen. Der linke Seitenaltar neubarock, 1941, zeigt auf dem Ölbild, 1860, den Hl. Antonius von Padua, der das Jesukind trägt, das er in einer Vision schauen durfte. Er wurde in Lissabon geboren, wollte in Nordafrika bei den Muslims missionieren. Der Hl. Franziskus entdeckte seine großen geistlichen Fähigkeiten, und berief ihn zum Lehrer seiner Mönche. Zugleich war Antonius ein überaus berühmter Prediger. Seine Kräfte waren aber erschöpft, so dass er bereits im Alter von 36 Jahren im Jahre 1231 starb und in Padua bestattet wurde. Das Volk verehrt ihn vor allem als Helfer, Verlorenes wieder zu finden. Der kelchförmige Taufstein vor dem Antoniusaltar ist mit Holz verkleidet und bemalt, um 1720. Der hölzerne Deckel trägt die wertvolle Skulpturengruppe der Taufe Jesu im Jordan durch Johannes, um 1720. Auf der gleichen Wandseite steht die Figur des Hl. Sebastian, um 1720, an einem Baum gebunden, von Pfeilen durchbohrt. Er war Befehlshaber der Prätorianischen Leibwache des Kaisers Diokletian. Als solcher hatte er Zugang zu den Christen in den Gefängnissen, die wegen ihres Glaubens eingekerkert waren. Das erfuhr der Kaiser. Weil Sebastian nicht den Göttern opferte, ließ der Kaiser ihn durch Erschießen im Jahre 303 hinrichten. Sebastian gilt als der Schutzpatron der Soldaten, der Schützen und Helfer gegen Pestkrankheiten. Ebenfalls auf der Ostwand, dem Eingang näher, steht die Figur des Hl. Florian, um 1720. Er lebte als römischer Offizier im heutigen St. Pölten, Österreich. Bei der letzten großen Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian wurde er grausam gefoltert. Und weil er standhaft blieb wurde er mit einem schweren Stein um den Hals in die reißende Enns geworfen. Auf wunderbare Weise wurde sein Leichnam ans Ufer gespült, so dass die Christen ihn bergen konnten. Er ist der Patron der Feuerwehren und Nothelfer gegen Feuer und Wasser, Stürme, Unfruchtbarkeit der Felder und Dürre. Darunter hängt das Ölbild des Kirchenpatrons des Hl. Petrus: Jesus übergibt dem Hl. Petrus die Vollmacht des Hirtenamtes, wie das Johannesevangelium berichtet, 15,14ff: Als sie Gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal frage er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt; dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Der rechte Seitenaltar, neubarock, 1941, zeigt die Mutter Anna. Ölbild ebenfalls 1860. Die Hl. Anna war die Mutter Mariens, also die Großmutter des Jesukindes. Sie führte Maria in die Geheimnisse des Wortes Gottes ein, das sie in ihrem Leib Wohnung geben durfte. Die Bibel berichtet nichts von ihr und ihrem Manne, dem Hl. Joachim. Anna heißt übersetzt aus dem Hebräischen: Gnade, Liebe, Gebet. Die Legende berichtet, zusammen mit ihrem Manne haben sie ihr Vermögen in drei Teile aufgeteilt: je ein Teil für den Tempel, für die Armen und für ihren Lebensunterhalt. Das gläubige Volk verehrt die Hl. Anna vor allem als Patronin der Mütter. Auf der gleichen Westwand hängt die eindrucksvolle Kreuzigungsgruppe, um 1730. Jesus hängt am Kreuz, darunter trauern seine Mutter Maria, sein Jünger Johannes und Maria Magdalena. Weiter dem Eingang entgegen auf der gleichen Wand steht die Figur des Hl. Leonhard, um 1720. Er trägt eine zerbrochene Kette. Der Heilige Leonhard lebte im 6. Jahrhundert und stammte aus einem edlen fränkischen Geschlecht. Er wurde Priester und Bischof. Zog sich jedoch in die Einsamkeit bei Limoges zurück. Aus seiner Einsiedelei entstand dieses berühmte Kloster, dem er als Abt vorstand. Den Bauern in seiner Umgebung half er bei den Viehkrankheiten. Daher wurde er der Patron der Tiere, besonders der Pferde. Ihm lagen auch die Gefangenen sehr am Herzen. Den Entlassenen gab er Land, so dass sie resozialisiert wurden. Die Kette, das Attribut des Heiligen, verweist darauf, wurde allerdings später als zerbrochene Tierkette missverstanden. Er starb im Jahre 559. Beliebt sind die Tiersegnung und Pferdeumritte an seinem Festtag. Ebenfalls auf der Westwand dem Eingang entgegen steht die Figur des Hl. Wendelin, um 1720. Er war ein irischer oder schottischer Königssohn. Doch er entsagte dem Luxusleben und ging in die Einsamkeit der Vogesen. Das Wort Gottes und das Gebet waren seine geistliche Nahrung. Durch Viehhüten verdiente er seinen Lebensunterhalt und die Tiere blieben gesund und gediehen prächtig. Das Schaf zu seinen Füßen erinnert daran. Die Leute kamen zum Einsiedler, wenn ihr Vieh krank war oder Tierseuchen sich ausbreiteten. Er wurde Abt im Kloster Tholey, wo er 617 starb. Daraus entstand das heutige St. Wendel im Saarland. Er wurde bei uns als großer Nothelfer in Tiernöten angerufen. Die Kreuzwegstationen stammen aus der Zeit um 1880. Es ist ein heilsamer Brauch, den Kreuzweg vor allem in der Fastenzeit betend abzuschreiten. So können wir das Leiden des Herrn noch tiefer verinnerlichen. Neuerdings wurden auch zwei Statuen der Mutter Gottes restauriert und vorläufig auf den Seitenaltar gestellt, bis der endgültige Platz gefunden ist. Spätes 19. Jahrhundert. Außen an der Kirchenmauer sind einige Grabplatten verstorbener früherer Pfarrer eingelassen. Sie reichen bis 1839 zurück. Doch ganz besonders wertvoll sind die Ölbergfiguren, um 1780, an der Südseite der Außenwand. Christus leidet. Der Vater sendet ihm den Engel mit stärkendem Kelch, während die Jünger schlafen. Die Lourdes-Grotte südöstlich der Kirche beim Hinabsteigen ins Dorf stammt aus der Zeit des späten 19. Jahrhunderts. Sie wurde von den Gläubigen in den letzten Jahren restauriert. Immer brennen Lichter vor der Statue Unserer Lieben Frau von Lourdes. Vom 11. Februar 1858 bis 16. Juli 1858 erschien Maria de 14 jährigen Bernadette Soubirous 18 mal. Sie bat, eine Kapelle zu bauen und in Prozessionen hierher zu ziehen. Die Menschen mögen Buße tun. Maria offenbarte ihren Namen: Ich bin die Unbefleckte Empfängnis. Auf ihr Geheiß grub Bernadette in der Erscheinungsgrotte von Massabielle nach Wasser. Viele Menschen baden sich auch heute noch im Lourdeswasser. Es geschehen immer wieder wunderbare Krankenheilungen. Bernadette trat in ein Kloster in Nevers ein. Dort starb sie 1879. Ihr Leichnam blieb unverwest. 1933 wurde sie heilig gesprochen. Beim Hinabsteigen zum Dorfplatz steht das alte Pfarrhaus, um 1700. Im Erdgeschoß befinden sich pfarrliche Räume. Kirchenführer wurde von Pfarrer Anton Wagner (+ 29.07.2020) verfasst.
Kirchenführer Kirche "St. Peter und Paul" Modelshausen
Geschichtlichtes Seit dem 11. Jahrhundert siedelten sich in diesem Gebiet Menschen an. 1129 wird ein alemannischer Bauer namens Noutholt erwähnt, der hier seinen Hof betrieb. Doch zunächst war der Pfarrsitz im nahen Hinterbuch, 1391 erwähnt. Von der damaligen Kirche fehlt jedoch heute jede Spur. Denn der Pfarrwohnsitz wurde später nach Modelshausen verlegt. 1448 wurde die Pfarrei Modelshausen erstmalig erwähnt. Offenbar wurde eine kleine Kirche erbaut, denn 1713 wurde sie von Pfarrer Martin Forstner, gestorben 1736 erweitert. Da 1906 Bocksberg von der Pfarrei Laugna zur Pfarrei Modelshausen kam, beabsichtigten unsere Vorfahren, eine stattliche Kirche zu bauen. Doch der 1. Weltkrieg machte das Vorhaben zunichte. So wurde die vorhandene barocke Kirche 1921 im Kirchenschiff erweitert. Da die finanziellen Mittel eine weitere Ausgestaltung nicht erlaubten, wurden 1947 der Stuck und die Fresken angebracht. 1988 wurde die Kirche außen renoviert und 1992 innen mit erheblichem Einsatz fleißiger Helfer. Kurze Beschreibung der Kirche Der Haupteingang der Kirche liegt im Westen. Der Blick fällt auf den Hochaltar im Osten, Christus der aufgehenden Sonne entgegen. Das Deckengemälde zeigt Christus als den Allherrscher. Christus spricht: Siehe, ich komme bald und mit mir bringe ich den Lohn, und ich werde jedem geben, was seinem Werk entspricht. Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende (Offenbarung 22,12f). Der Altar stammt noch aus der frühen Kirche um 1700. Die Bilder hingegen mit Tabernakel von 1921. Das Altarbild zeigt die ersten Zeugen Christi, rechts den Heiligen Petrus mit dem Schlüssel, zu Füßen die Tiara. Denn zu ihm sagte der Herr: Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, Matthäus 16,19. Links steht der Heilige Paulus mit dem langen Schwert. Denn er wurde wegen dieses Zeugnisses zusammen mit Petrus etwa im Jahre 67 unter Kaiser Nero hingerichtet. Über ihnen sehen wir das Ölbild der Heiligen Familie. Durch ihr Blutzeugnis sind sie in die himmlische Familie heimgekehrt. Zwei betende Engel verehren Jesus Christus, der im Tabernakel Tag und Nacht bei uns weilt. Die Bilder seitlich des Hochaltars, etwa um 1750, vermutlich den nicht mehr vorhandenen Seitenaltären stammend, zeigen rechts die Heilige Ottilia. Auf der Bibel ruhen zwei Augen. Sie wird im nahen Dorf Asbach als Patronin der dortigen Kirche verehrt. Sie wurde blind geboren. Doch bei der Taufe wurde sie auf wunderbare Weise von ihrer Blindheit geheilt. Sie legte ihre Adelskrone nieder, wurde Nonne und Äbtissin, gründete in der Nähe von Straßburg das Kloster Odilienberg und dann Niedermünster. Beide Klöster sind auf dem Bild zu sehen. Sie starb 720 und wird vor allem im Elsaß als Landespatronin hoch verehrt und gilt als Nothelferin bei Augenleiden. Auf der linken Seite der Heilige Josef trägt das Jesuskind, das auf den Tabernakel schaut, der bleibenden Gegenwart Jesu bei uns. Ebenfalls links auf der Wand das Prozessionskreuz der Pfarrei, um 1750 von Michael Fischer. Rechts oben das Oratorium, auch aus der früheren Kirche 1713. Gehen wir nun ins Kirchenschiff, das 1921 erweitert aber erst 1947 ausgemalt wurde. Das Deckenbild zeigt die Himmelfahrt Jesu, Petrus im Vordergrund. Im Glaubensbekenntnis bekennen wir aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, wird wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Die Worte und Taten des Weltenherrschers Jesus Christus haben die 4 Evangelisten aufgeschrieben. Sie umgeben das Deckengemälde. Vorne links: Mätthäus mit dem Attribut des Engels, weil er sein Evangelium mit dem Stammbaum Jesu beginnt, links hinten Markus mit dem Löwen, weil er sein Evangelium mit dem Rufenden in der Wüste (Johannes der Täufer) beginnt, hinten rechts Lukas, mit dem Stier, weil er sein Evangelium mit dem Opfer des Zacharias beginnt, und schließlich vorne rechts Johannes mit dem Adler, da er ein hochgeistiges Evangelium uns überliefert hat. Wir sind durch den Tod Jesu am Kreuze erlöst worden. Daher zeigt die Kreuzigungsgruppe (um 1790) auf der linken Wandseite das zentrale Geheimnis göttlicher Liebe. Aus Liebe zu uns stirbt der Sohn am Kreuz. Die liebende Teilnahme an diesen unsäglichen Schmerzen zeigen die Mutter Maria und des Lieblingsjünger Johannes, die unter dem Kreuz ausharren. Auf der gleichen Seite trägt Maria im Vesperbild um (1730) ihren geliebten verstorbenen Sohn auf dem Schoß. Das spätgotische Bild unter der Empore (um 1580) zeigt die Grablege unseres Herrn. Der Heilige Johannes hält in tiefer Trauer die verblichene Hand des Erlösers. Die beiden Seitenaltäre (um 1700) wurden 1947 von der Pfarrei Illereichen erworben. Der linke Seitenaltar zeigt den Heiligen Meinrad. Er war der Sohn des Grafen von Zollern. Der Junge besuchte die berühmte Klosterschule auf der Insel Mainau und trat dort als Benediktiner ein. Auf sein Bitten hin durfte er in die Einsamkeit ziehen. So baute er mitten im Finsteren Wald in der Nähe des Züricher Sees, in der heutigen Schweiz, eine Klause. Die Äbtissin vom Frauenmünster in Zürich hörte von diesem frommen Einsiedler und schenkte ihm ein Bildnis der Schwarzen Madonna. Zwei Raben rettete er vor dem Angriff eines Raubvogels, die dann treu bei ihm blieben. Doch nicht nur Hilfesuchende kamen zu ihm, sondern auch zwei Räuber, die er gastfreundlich aufnahm; aber sie raubten ihn aus und erschlugen ihn - im Jahre 861. Die beiden Raben verrieten die Mörder, so dass sie die gerechte Strafe erhielten. Das Bild zeigt den Heiligen mit den Raben und die Märtyrerkrone emporhaltend. Während oben im Auszug des Altares das Bildnis der Schwarzen Madonna von Einsiedeln ist, denn über seiner Klause erhob sich später das Kloster Maria Einsiedeln (Schweiz) mit der herrlichen Wallfahrtskirche. Der Heilige starb, indem er das Wort des Herrn in die Tat umsetzte: Keiner hat eine größere Liebe, als der sein Leben hingibt für seine Freunde (Johannes 15,13). Der rechte Seitenaltar zeigt das Bild des Heiligen Antonius von Padua. Dieser berühmte Volksheilige wurde in Lissabon geboren. Er trat im Orden des Heiligen Franziskus ein. Franziskus entdeckte in ihm seine hohe Geistlichkeit und machte ihm zum Lehrer für seine Mönche. Darüber hinaus war Antonius ein berühmter Prediger und Wundertäter. Bekannt ist die wunderbare Vision des Heiligen, in der er das Jesuskind auf den Armen tragen durfte. Er starb 1231 erst 36 Jahre alt und ist in Padua, Italien, begraben. Er verwirklichte die Worte Jesu: Geht hinaus und verkündet das Evangelium: Wer glaubt wird gerettet werden (Matthäus 28). Das gläubige Volk verehrt ihn als Nothelfer vor allem, um Verlorenes wieder zu finden. Der Auszug des Altars zeigt den ebenfalls im Volk beliebte Heiligen Sebastian, an einem Baum gebunden, von Pfeilen durchbohrt. Er war Befehlshaber der Prätorianischen Leibwache des Kaisers Diokletian. Als solcher hatte er Zugang zu den Christen in den Gefängnissen, die wegen ihres Glaubens eingekerkert waren. Das erfuhr der Kaiser. Weil Sebastian nicht den Göttern opferte, ließ der Kaiser ihn durch Erschießen im Jahre 303 hinrichten. Ihm gilt das Wort des Herrn: Wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird das ewige Leben gewinnen, Matthäus 5,39. Sebastian gilt als der Schutzpatron der Soldaten, der Schützen und Helfer gegen Pestkrankheiten. Auf dem Altar steht die Figur neueren Datums aus dem Grödner Tal des Heiligen Apostels Andreas. Er war zuerst Jünger des Täufers Johannes und wurde nach der Taufe Jesu, vom Herrn als erster der Apostel berufen. Er führte seinen Bruder Petrus zu Jesus. Nach Pfingsten soll er am Schwarzen Meer missioniert haben. Er wurde dort in Patras unter Kaiser Nero um 60 zum Tode am schrägen Kreuz um des Evangeliums willen hingerichtet. Auch an ihm erfüllten sich die Worte Jesu: Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat., Johannes 15,18. Die orthodoxen Christen verehren ihn als ihren großen Patron. Auf der gleichen Seite die Kanzel, um 1720. Von der Kanzel herab verkündeten die Priester bis etwas 1970 das Wort Gottes. Die Ölbilder an der Kanzel, ebenfalls um 1720, zeigen allegorisch die drei göttlichen Tugenden: der Glaube, ein Engel trägt die eucharistischen Gestalten von Brot und Wein, den Leib und das Blut Christi, das zentrale Glaubensgeheimnis einer jeden Heiligen Messe; die Hoffnung, eine Frau trägt einen Anker, den Anker der Hoffnung, bedeutet Sicherheit auch in den Stürmen des Lebens; die Liebe, eine Frauengestalt trägt ein brennendes Herz, wir sagen im Leben auch: in Liebe entbrannt. Die Taube auf dem Schalldeckel symbolisiert den Heiligen Geist, der in der Gestalt der Taube bei der Taufe im Jordan auf Jesus herabkam. Der Prediger verkündet mit Hilfe des Heiligen Geistes die großen Geheimnisse unseres Glaubens. Denn nur der Heilige Geist vermag die Tiefen Gottes zu erkennen, wie Jesus sagt. Der Kreuzweg mit seinen 14 Leidensstationen unseres Herrn dürfte jüngeren Datums sein. Vor allem in der Fastenzeit begleiten wir in Gedanken unseren Herrn auf seinem letzten Weg. Er wurde für uns gekreuzigt. Pilatus ließ auf seinem Kreuz anbringen. INRI, das heißt, JESUS VON NAZARET KOENIG DER JUDEN. Ohne zu wollen greift Pilatus die Worte Jesu auf: Ich bin das Alpha und Omega, wie das Deckenbild im Chorraum zeigt. Die Kirchenfenster, 1948, zeigen Szenen aus dem Leben Jesu. Hinten rechts: die Verkündigung, der Engel Gabriel brachte Maria die Botschaft: sie soll die Mutter Gottes werden. Was die Propheten angekündet haben, geht nun in Maria in Erfüllung. Sie ist nun die aufgeschlagene Heilige Schrift, wie das Bild zeigt. Vorne rechts: die Heilige Familie. Der Heilige Josef geht seiner Arbeit als Zimmermann nach, der kleine Jesus spielt schon mit dem Kreuz. Denn der Kreuzweg des Herrn begann mit der Menschwerdung, wie Paulus sagt: Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest wie Gott zu sein, sondern entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich, Philipper 2,6f. Auf der gegenüberliegenden Seite vorne: Die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes. Der himmlische Vater verkündet: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe, Matthäus 3,17. Auf der gleichen Seite hinten: Der Auferstandene Heiland erscheint 8 Tage nach seiner Auferstehung dem Heiligen Thomas und lässt ihn seine Wunden berühren. Und Thomas legte das kürzeste christliche Glaubensbekenntnis ab: Mein Herr und mein Gott! Johannes 20,27. Doch der Herr sagt ihm und sagt uns: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! So ist auch unsere Kirche ein Zeugnis des Glaubens unserer Vorfahren, die sich hier angesiedelt haben, die die erste Kirche bauten, die diese Kirche erweiterten und mit großem Einsatz erhalten. Wir sind im Glauben nicht allein. Wir leben in der geistigen Wolke des Heiligen Dreifaltigen Gottes und der Engel und Heiligen, die in unserer Kirche angedeutet und verehrt sind. Daher trägt die rechte Kirchenwand die Figuren Herz Mariä, Herz Jesu und den Heiligen Klosterbruder von Altötting Konrad. Aber dieser Glaube ist angefochten. Daher bedarf er von Zeit zu Zeit einer Glaubensfestigung. Die früheren Volksmissionen sollten dazu dienen, die Freude am Glauben wach zu halten. Beim seitlichen Ausgang an der Nordseite der Kirche gegenüber dem Beichtstuhl steht als Erinnerung das Missionskreuz der letzten Volksmission im Jahre 1952. Aber auch die Liturgie wächst mit den Menschen. Seit der Reform der Liturgie im Jahre 1970, stehen im Chorraum der sogenannte Volksaltar, auf dem nun die Heilige Messe gefeiert wird und rechts daneben der Ambo. Er lässt noch an die Kanzel erinnern. Denn von diesem Ort aus wird das Wort Gottes verkündet und ins heutige Leben hereingedeutet. Beide sind dem Stilempfinden der Kirche gelungen angepasst. Sie, liebe Besucherin, lieber Besucher, haben nun den ersten Eindruck von unserer Kirche. Sie kann nicht mit der Wieskirche konkurrieren, aber wir schätzen und lieben die Kirche. Fleißige Hände halten sie in Ordnung, wie es für die Wohnung Gottes unter uns ziemt. Denn wir glauben, nicht nur der Apostel Thomas durfte den Herrn berühren, wir dürfen ihn im Geiste schauen und in der Heiligen Kommunion in unser Leben aufnehmen. Doch im Tabernakel wartet er auf uns - auf Sie! Danke für Ihr Interesse und im Gebet verbunden. Erstellt: Anton Wagner, Pfarrer i. R. in Modelshausen (+ 29.07.2020) PS: Die Grabplatte des Erbauers der frühen Kirche finden Sie an der Südwand: Pfarrer Martin Forstner, gest. 1736. Ecclesiam erexit (er hat die Kirche gebaut). Das Pfarrhaus wurde um 1771 erbaut.
Kirchenführer Kapelle "St. Ottilia" Asbach
Die Kirche St. Ottilia Asbach Geschichtliches Der Ursprung von Asbach ist beim Einzelhof Hagenried an der Grenze zu Laugna zu suchen und reicht bis 1280. zurück. Die Bewohner zogen später flußaufwärts und siedelten sich dort an. Diese Ansiedlung trug den Namen Hagsbach, von Hag = Hecke, Einfriedung. Doch der Name des Baches Aschbach = Eschenbach, wurde dann der endgültige Name. Ursprünglich hatte der kleine Ort sogar zwei Kapellen, eine südostwärts auf dem Berg, der Hl. Ottilia geweiht, die zugleich ein gern besuchter Wallfahrtsort war und schon 1355 urkundlich erwähnt wurde. Bei dieser Kapelle errichteten die Lehnsherren, die Marschalken von Hohenreichen, ein Benefizium (Kaplanstelle), das mit dem von Hohenreichen vereint war Als die Kapelle baufällig geworden war, verlagerte sich die Wallfahrt zur heutigen Otillienkapelle. Es ist dankenswerter weise geplant, dort wieder eine kleine Kapelle zu bauen. Die Kapelle im Dorf, unsere heutige Ottilienkapelle, war ursprünglich dem Hl. Magnus geweiht. Beide Kapellen wurden baufällig, so dass sie abgerissen werden mußten. Mit deren Baumaterial wurde die jetzige Ottilienkapelle an stelle der ehemaligen Magnuskapelle 1785/86 erbaut. In Erinnerung an die ehemalige Ottilienkapelle auf dem Berge und deren Herrn trägt der Chorbogen der heutigen Kapelle das Wappen der Pappenheimer. Die leichtere Glocke, 1716, wurde von der ehemaligen Ottilienkapelle übernommen. und die schwerere, 1731, für die jetzige Kirche in Augsburg gegossen. Bei der Renovierung 1909 wurde die Kapelle künstlerisch mit Bildern und Ornamenten ausgemalt. Beschreibung Beim Betreten der Kapelle empfängt uns der Hochaltar, um 1780, mit dem Bildnis der Äbtissin der Hl. Ottilia, um 1730. Dieses Bild wurde wahrscheinlich von der ehemaligen Ottilienkapelle auf dem Berg übernommen. Die Hl. Ottilia wurde blind geboren. Bei der Taufe durch Bischof Erhard von Regensburg wurde sie auf wunderbare Weise von ihrer Blindheit geheilt. Daher trägt der Engel das Buch mit zwei Augen darauf. Sie gründete auf ihrem väterlichen Schloß Hohenburg, in der Nähe von Straßburg, das Kloster Odilenberg und stiftete später sogar noch das Kloster Niedermünster. Beiden Klöstern stand sie als Äbtissin vor bis zu ihrem Tode im Jahre 720. Der andere Engel trägt ihren Äbtissinenstab. Sie ist die Landespatronin vom Elsaß. St. Ottilia wird vor allem auch bei uns als Nothelferin für Augenleiden angerufen. Daher war Asbach früher auch ein viel besuchter Wallfahrtsort. Im Auszug des Hochaltares das kreisförmige Ölgemälde des Hl. Magnus, um 1750, von der früheren Magnuskapelle übernommen. In der Mitte der Tabernakel, 1909, gleichsam das Herz der Kapelle. Hier werden die Heiligen Hostien für Krankenkommunion aufbewahrt, hier ist Christus Tag und Nacht in unserer Mitte gegenwärtig. Daher brennt die rote Ewiglichtlampe. Im Chor das längsovale Deckengemälde mit dem Auge Gottes im Strahlenkranz von Putten umgeben, 1909. Als Vorlagen sollten Asbacher Schulkindern den Künstlern gedient haben. Auf der linken Seite des Chores in einer Nische sehen wir noch einige Votivtafeln, die in Dankbarkeit für Hilfen der Hl. Ottilia gewidmet sind. Sie reichen bis 1802 zurück. Auf der linken Seite des Chorbogens steht die Statue des Hl. Leonhard. Der Heilige Leonhard lebte im 6.Jahrhundert und stammte aus einem edlen fränkischen Geschlecht. Er wurde Priester. und Bischof. Zog sich jedoch in die Einsamkeit bei Limoges zurück. Aus seiner Einsiedelei entstand dieses berühmtes Kloster, dem er als Abt vorstand. Den Bauern in seiner Umgebung half er bei den Viehkrankheiten. Daher wurde er der Patron der Tiere, besonders der Pferde. Ihm lagen auch die Gefangenen sehr am Herzen. Den Entlassenen gab er Land, so dass sie resozialisiert wurden. Die Kette, nicht bei dieser Statue, das Attribut des Heiligen, verweist darauf, wurde allerdings später als zerbrochene Tierkette mißverstanden. Bei unserer Statue trägt der Heilige den Hirtenstab. Er starb im Jahre 559. Gegenüber auf der rechten Südseite des Chorbogens steht die Statue der Hl. Ottilia, um 1750. Auch sie stammt von der ehemaligen Ottilienkapelle. Die Fresken der Kapelle wurden erst 1909 durch Kunstmaler Kögl aus Pasing und Dekorationsmaler Schmer aus München im damals beliebten Zopfstil gemalt. Das Langhausdeckengemälde mit dem Thema der Glaube. Die Frauengestalt = ecclesia = Kirche, zeigt das große Kreuz im himmlischen Strahlenkranz. Am Kreuz ist Heil, vom Kreuz kam die Erlösung, lehrt uns der Glaube. Links hält uns der Engel den Kelch mit der Hl. Hostie entgegen. Gottes Liebe verwandelt Brot in den Leib und Wein in das Blut Christi, damit wir so gestärkt im Glauben treu bleiben können. Am Fuße des Kreuzes liegen die päpstliche Tiara und der päpstliche Hirtenstab. Der Papst ist die uns von Gott gegebene Garantie, dass wir in der richtigen Lehre Jesu Christi verbleiben. Jesus sagte daher zu Petrus: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen, Matthäus 16,18. Ein kleiner Engel trägt das Buch der Bücher, die Heilige Schrift. Zum gelungenen Leben helfen uns auch die Tafeln mit den 10 Geboten, die ein Engelchen uns entgegenhält. An der linken Wand des Langhauses hängt das Kreuz, das von einem Asbacher Bürger der Kapelle gestiftet wurde. Auf der gleichen Seite sehen wir das Maria Hilf Bild, um 1750, nach italienischem Vorbild ein Geschenk des Dekans Maurus Krumm aus Wertingen, 1828. Gegenüber auf der südlichen rechten Seite des Langhauses das Ölbild der Vierzehn Nothelfer, ebenfalls um 1780. Sie wurden von den Gläubigen vor allem in Zeiten von Not und Bedrängnis angerufen. Sie sind: Achatius, der Soldat, Ägidius, Barbara, Blasius von Sebaste, Christopherus,, Cyriakus von Rom, Dionysius von Paris, Erasmus, Euchstachius, Georg, Katharina von Alexandrien, Margarete von Antiochien, Pantaleon, Vitus. Bisweilen kann auch ein Nothelfer durch einen Lokalheiligen ersetzt werden, z.B. Antonius d. Gr., Magnus von Füssen, Leonhard, Wolfgang. Die Hinterglasbilder der Kreuzwegstationen stammen aus der Zeit um 1750, und wurden von Eleonore Mayr 1826 aus Wertingen dem Kirchlein gestiftet. Es ist ein heilsamer Brauch, den Kreuzweg vor allem in der Fastenzeit betend abzuschreiten. So können wir das Leiden des Herrn noch tiefer verinnerlichen. Der Volkaltar und Ambo wurden nach der Liturgiereform des Vaticanum II, 1995 in die Kapelle gestellt. Entworfen vom Diözesankunstreferenten Felix Landgraf und angefertigt vom Meister Schipf aus Osterbuch. Nach heutigem Liturgieverständnis sind sie die wichtigsten liturgischen Orte der Kirche. Denn vom Ambo aus wird das Wort Gottes verkündet. Auf dem Altare wird bei jeder Heiligen Messe das Lebensopfer Jesu Christi dem himmlischen Vater dargebracht. Wir feiern jährlich das Ottilienfest am ersten Sonntag im September. Dann wird das Kirchlein zu klein, weil auch viele Leute von den umliegenden Gemeinden daran teilnehmen. Daher feiern wir die Festmesse an der Südseite des kleinen Abhangs. Den Gläubigen reicht der Priester die echte Reliquie der Heiligen Ottilia zur Berührung. Die Echtheit ist anerkannt durch den Augsburger Bischof Klemens Wenzeslaus, 1806. Außerdem feiern wir in Asbach jeden Freitag die Heilige Messe, beten den Rosenkranz oder Andachten. Wir danken allen, die uns dieses Kleinod überlassen haben und die es mit viele Liebe so schmuck und sauber erhalten. Möge die Fürsprache unserer Heiligen Ottilia uns immer die Augen für unsere schöne Heimat offen halten. Text: Pfarrer Anton Wagner (+ 29.07.2020) Bild: Familie Keis