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Das Sakrament der Versöhnung - die Beichte

"O wahrhaft heilbringende Sünde des Adam... o glückliche Schuld..."

Wie ist das möglich, eine Sünde heilbringend zu bezeichnen und eine Schuld glücklich zu preisen? Widerspricht das nicht unseren Vorstellungen? Niemand möchte schuldig sein; Schuld ist doch negativ besetzt.

Und doch hören wir diese Worte jedes Jahr im Osterexsultet der Osternacht. Die Sünde Adams und die Schuld wird glücklich gepriesen, weil sie erlöst wurde durch Jesus Christus. Seine erlösende Tat wird im Osterlob besungen. Der auferstandene Herr ist die Grundlegung des Bußsakramentes. Im Johannes-Evangelium hören wir, dass Jesus am Abend des Ostertages zu seinen Jüngern kam. Er sagte: "Friede sei mit euch. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach: "Empfangt den Heiligen Geist. Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben und wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert."

Aus diesem Schriftwort hat sich das Bußsakrament herauskristallisiert. In der frühen Kirche entwickelte sich neben dem öffentlichen Sündenbekenntnis die Privatbeichte, die oft bei Einsiedlern oder Mönchen stattfand.

Erst etwa vom 9.Jahrhundert an wurde diese Form der Beichte eine feste kirchliche Institution, die in der katholischen Kirche zu den sieben Sakramenten gezählt wird.

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) betonte wieder mehr die Heilswirkung dieses Sakramentes und legte deshalb Wert darauf, dass dieses Sakrament als "Feier der Versöhnung" (mit Gott, der Kirche und den Menschen) verstanden wird. Bußgottesdienste, die nach dem Konzil vielfach entstanden sind, ersetzen das Bußsakrament nicht. Sie sind als eine Hinführung bzw. eine Vorbereitung zu verstehen.

Im Sakrament der Buße bekennt sich der Mensch zu den Sünden, die er begannen hat, und übernimmt die Verantwortung für sie. Dadurch öffnet er sich neu Gott und der Gemeinschaft der Kirche und ermöglicht sich so eine neue Zukunft.

Indem der Priester die Absolutionsformel spricht, wird der Einzelne mit Gott versöhnt. Damit in der Absolution durch den Priester die Versöhnung mit Gott und der Gemeinschaft der Glaubenden ausgesprochen werden kann, bedarf es:  -der Gewissensforschung und der Reue
-des Aussprechens der Schuld im Bekenntnis
-des Vorsatzes, schuldhaftes Verhalten zu ändern und Schaden wiedergutzumachen

Sicher fällt es uns nicht leicht, unsere Schuld vor dem Priester zu bekennen. Es gehört schon eine Portion Demut dazu. Und vielleicht hilft es uns auch, zu wissen, dass der Priester absolut an das Beichtgeheimnis gebunden ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich nach einer intensiven Beichte innerlich sehr gut gefühlt habe. So ist es sinnvoll, so oft wie möglich das Bußsakrament zu empfangen, um immer neu die Freude und eine Erleichterung zu spüren: Ich bin mit Gott, mit mir und meinen Mitmenschen wieder im Reinen.

"O wahrhaft heilbringende Sünde des Adam, du wurdest uns zum Segen, da Christi Tod dich vernichtet hat. O glückliche Schuld, welch großen Erlöser hast du gefunden!"