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Das Sakrament der Firmung

 

"Bei der Firmung bekommst du eine Backpfeife vom Bischof und eine Uhr vom Firmpaten!" Also freuten wir uns auf der einen Seite auf diesen Tag und auf der anderen Seite waren wir ein wenig ängstlich. Wie wird das sein?

Heute ist der Ritus bei der Spendung des Firmsakramentes verändert. Aber der Inhalt ist geblieben. Der Begriff Firmung leitet sich vom lateinischen Wort "confirmatio" ab. Das bedeutet so viel wie Stärkung. Und die Firmung will auch tatsächlich Stärkung und Hilfe auf dem Weg zum Christwerden sein.

Ursprünglich war die Firmung viel enger mit der Taufe verbunden. Nach dem Zeugnis der Hl. Schrift (Apg 8, 14-17) gab es innerhalb der Tauffeier einer Handauflegung, die dem Bischof vorbehalten war. Erst im zweiten Jahrhundert kam die Salbung mit Chrisam dazu. Ab dem vierten Jahrhundert kam es zur Trennung von Taufe und Firmung, weil immer mehr Säuglinge getauft wurden. Seit der Würzburger Synode (1971-1975) haben sich die Bischöfe für ein Mindestalter von 12 Jahren ausgesprochen.

"Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, dem heiligen Geist", so spricht der Firmspender. Damit wird der junge Mensch noch vollkommener mit der Kirche verbunden und mit der besonderen Kraft des Heiligen Geistes ausgestattet. Wir sagen:Jetzt ist er ein mündiger Christ. Gleichzeitig übernimmt der Gefirmte die Verpflichtung: In dieser Kirche will ich meinen Glauben leben und Zeugnis für Jesus Christus in Wort und Tat ablegen.

Wir sagen oft:"Da sieht man wieder, welch Geistes Kind du bist!", wenn jemand etwas sagt oder tut, was seine innere Haltung verrät. "Welch Geistes Kind" - wir meinen mit diesem Ausdruck, dass es Mächte gibt, bestehend aus Einstellungen und Werten, die uns bestimmen, die unser Denken und Handeln beeinflussen. Und es ist nicht gleich, von welchem "Geist" wir uns bestimmen lassen.

Mein Heimatpfarrer hat uns damals erklärt: "Dein Firmpate ist dein persönlicher Begleiter und Helfer." Deshalb sollte ich mir den Paten selbst aussuchen. Es kann mein Taufpate sein, aber auch jemand anderer, allerdings nicht meine Eltern. Wichtig ist, dass ich ein gutes Verhältnis zu ihm/ihr habe und mit ihm/ihr über alles reden kann.

Der Pate muss katholisch sein und seinen Glauben leben, mir ein Vorbild sein, mindestens 16 Jahre als und selbst gefirmt sein. Er/sie soll mich in Glaubensfragen begleiten, soll mir in Fragen des alltäglichen Lebens zur Verfügung stehen, darf nicht aus der Kirche ausgetreten sein und Vorbild im Leben und Glauben sein. Er sollte für mich da sein, wann immer ich ihn brauche, mir bei Fragen und Zweifeln Antwort geben.

Im Sakrament der Firmung wird uns der Heilige Geist geschenkt. Er ist es, der unsere Herzen erfüllt und das Feuer der Liebe in uns entzündet. Er vertreibt Angst und Misstrauen aus unseren Herzen und macht uns offen und sensibel für unsere Mitmenschen. Es ist der Hl. Geist, der uns mutig macht, wenn es gilt aufzustehen gegen Ungerechtigkeit, gegen Unmenschlichkeit, gegen das Böse überhaupt. Es ist der Geist, der uns die Augen öffnet, so dass wir diese Welt als Schöpfung erkennen und erfurchtsvoll mit ihr umgehen.

Sollten wir uns nicht öfters daran erinnern, dass wir in der Firmung mit der Gabe des Heiligen Geistes besiegelt wurden? Passen wir uns dem Zeitgeist an oder leben wir aus dem Geist Gottes?

Noch ein Nachtrag zu meiner eigenen Firmung: Eine Uhr hatte ich nicht bekommen; meine Firmpatin hatte nicht so viel Geld. Aber der Tag ist mir trotzdem unvergesslich und für mein Leben wichtig geworden.