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Pfarreien, Gottesdienste, Veranstaltungen

Kirchen und Kapellen

 

Badangerkapelle

Foto: Pfr. Werner Pfundstein     Wenn man auf der Kissinger Bahnhofstraße entlang fährt, kann man unter mächtigen Bäumen eine kleine, offene Kapelle sehen.  Als der Stifter der Kapelle 1714 erneut schwer erkrankte, rief er in seiner Not die „Sieben Zufluchten“ um Hilfe an und gelobte, für den Fall seiner Genesung, für diese Kapelle ein Altarbild mit der Darstellung der „Sieben Zufluchten“ anfertigen zu lassen. Seither bildet diese Darstellung das Altarbild der Kapelle. Die „Sieben Zufluchten“, die im 17./18. Jahrhundert von den Gläubigen sehr oft um Hilfe angerufen wurden, sind: Das „Allerheiligste Sakrament des Altares“, die Hl. Dreifaltigkeit, Jesus am Kreuz, die Gottesmutter Maria, die Engel, die Heiligen und die Armen Seelen. Weiterhin hängt in dieser Kirche seit der Erbauungszeit ein Kreuz mit der hl. Kümmernis, die gerade im 18. Jahrhundert sehr verehrt wurde. Weitergehende Informationen finden Sie im  offiziellen „Kirchenführer“ der Pfarrei, der in allen Kirchen ausliegt. Text: Hanns Merkl 

Burgstallkapelle

 Foto: Anita Greinwald Am äußersten Südrand von Alt-Kissing liegt direkt auf der östlichen Hangkante des Lechrains die Kapelle „Zur Schmerzhaften Muttergottes“, besser bekannt als „Burgstallkapelle“.   Baugeschichte Auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel, der Teil einer mittelalterlichen Burg war, haben die Kissinger unter ihren jesuitischen Grundherren dieses Marienheiligtum (1685) geschaffen. Dieser Bau in seiner Kreuz-Kuppel-Komposition entwickelte sich bald zu einem  der beliebtesten Wallfahrtsorte der Umgebung. Bei der letzten Renovierung (1984) wurde die Burgstallkapelle weitgehend in ihrer Fassung von 1730 wieder hergestellt. Beachtlich ist auch die stattliche Steintreppe, die auf gemauerten Bögen ruhend, zur Gnadenkapelle hinauf führt. Auch die „Gruftkapelle“ unter dem ersten Treppen-Bogen mit dem „Geißelheiland“ (1743, Joh. Caspar Öberle) lädt die Besucher zum Gebet ein. Nördlich des Hügels, im Bereich der ehemaligen Vorburg, ist ein Kalvarienberg (1906) angelegt und ein Kriegerdenkmal (1922 bzw. 1956) erinnert an die Gefallenen der beiden Weltkriege.   InnenraumIm Innenraum ist die ganze Ausdruckskraft des bayrischen Barocks spürbar. Die frühen, baugebundenen Stuckaturen lassen einen der Schmuzer-Brüder als Künstler vermuten, die späteren, dekorativen, kurvigen Bandelwerkfüllungen (1730) stammen von Matthias Lotter. Die Fresken (um 1735) aus dem Umkreis des Matthäus Günther zeigen den Weg von der Kindheit Jesu bis zu seiner Leidensgeschichte und schließlich die Krönung Mariens. Im Zentrum des Barockaltares sehen wir die überlebensgroße Figur der Schmerzensmutter (um 1865), flankiert von den gotisierenden Figuren der Märtyrer Laurentius und Stephanus (16. Jh.). Ein kunstvolles Schmiedeeisengitter (1751) schließt den Altarraum ab. Nach einer purifizierenden Restaurierung (1865), bei der die ursprüngliche Madonna durch die jetztige ersetzt wurde, ließ die große Wallfahrtsbewegung auf Kissings „Heiligen Berg“ deutlich nach. Erst im Jahr 1945 wurde sie wieder belebt, als Kissing in den letzten Kriegstagen nach Anrufung der Muttergottes vor drohender Zerstörung bewahrt wurde. Gemäß einem Gelübde ziehen seitdem die Kissinger von Mai bis Oktober einmal im Monat in einer Prozession zum Burgstall, um Dank zu sagen für Rettung in großer Gefahr. Überregionale Beachtung findet auch die historische Weihnachtskrippe im Burgstall. Ausführlichere Informationen sind dem „Kirchenführer“ zu entnehmen, der in allen Kissinger Kirchen ausliegt. Text: Hanns Merkl   Katholisch1.TV zeigt ein Video zur Burgstallkapelle. Hier geht es zur Website.

St. Bernhard

Foto: Pfr. Werner Pfundstein Im westlichen Bereich Neu-Kissings, nahe der B 2, wurde nach dem II. Weltkrieg wegen der starken Bevölkerungszunahme eine neue Kirche (1957) gebaut: St. Bernhard. Dieser Neubau war der erste Schritt für ein sich entwickelndes, neues kirchliches Zentrum mit Pfarrhof, Jugendräumen, Kindergarten (1964) und einem Pfarrzentrum (Dr.-Joseph-Zimmermann-Haus) mit Hausmeisterwohnung (1981). Das anfänglich sehr nüchterne und schmucklose Gotteshaus erfuhr mit den Jahren eine beachtliche Ausstattung: Das große Kreuz im Chorraum, erster und unübersehbarer Schmuck dieses Kirchenraumes, ist ein Gemeinschaftswerk von Männern der Pfarrgemeinde. Altar, Ambo und Tabernakel wurden nach dem II. Vatikanischen Konzil grundlegend neu positioniert und gestaltet (1969). Ein unübersehbarer Blickfang ist im Chorraum der überlebensgroße Kirchenpatron, der hl. Bernhard, mit seinen Attributen: Abtstab, Bibel und Bienenkorb (Vincenzo Mussner aus St. Ulrich). Ebenfalls von Mussner stammen die Gottesmutter Maria am rechten Seitenaltar, die zwölf Apostelkreuze und die 14 Kreuzwegstationen. Der hl. Ulrich (2007) am linken Seitenaltar ist ein Werk des Südtirolers Marco Bergmeister aus St. Ulrich. Zu erwähnen sind noch die zwei Seitenkapellen: Zum einen die schlichte Kreuzkapelle im Eingangsbereich, zum anderen die Taufkapelle im Verbindungsbereich von Kirchenraum und Turm. Letztere besticht vor allem durch die farbintensiven Glasfenster mit der Darstellung der einzelnen Kreuzwegstationen. Das Gitter im Eingangsbereich (1958) ist eine Werk des bekannten Augsburger Kunstschmieds Erich Nüchter. Im 40 m hohen Turm mit seinem flachen Satteldach hängen vier Bronzeglocken (Perner, Passau), die 1960 geweiht wurden. Text: Hanns Merkl

St. Peter

Foto: Pfr. Werner Pfundstein Ein wenig abseits und leicht zu übersehen steht auf einem Hügel am Rande des Lechfeldes in Kissing das Kapellchen St. Peter. BaugeschichteSt. Peter, nördlich der Stephanskirche auf dem „Petersberg“ gelegen, wird wohl zurecht als die älteste Kissinger Kirche bezeichnet. Untersuchungen des Fundaments lassen einen Erstbau noch vor dem Jahr 1000 annehmen. Auf jeden Fall kann man davon ausgehen, dass die „Peterskapelle“ bzw. das „Peterskirchlein“, wie sie heute genannt wird, älter als St. Stephan ist. Nach einem romanischen Vorgängerbau wurde eine in ihrer Substanz noch bestehende gotische Kirche aufgebaut, welche unter Federführung der Jesuiten ab 1661 ihre heute überwiegend barocke Gestalt erhielt. Ein Dachreiter mit Zwiebelkuppel wurde aufgesetzt und ein barockes Portal ersetzt seitdem den noch heute erkennbaren ehemaligen Spitzbogenzugang in der Westwand des Gotteshauses. Zuletzt erfuhr St. Peter im Jahr 1973 eine grundlegende Sanierung und Renovierung. Die Baulast bei solchen Maßnahmen trägt übrigens seit der Säkularisation die politische Gemeinde, die seit dieser Zeit Eigentümerin der Kirche ist. InnenraumBeim Betreten des einschiffigen Kirchenraumes mit seiner Stichkappentonne und dem dreiseitigen Schluss fällt der Blick zuerst auf den um 1658/59 geschaffenen, zweisäuligen Altar. Das beachtenswerte Altarbild (1660), das den Kirchenpatron Petrus, „seinen Verrat beweinend“ darstellt, stammt von dem bekannten Augsburger Maler Jonas Umbach (1624-1693). Auch das Fresko im Gewölbescheitel zeigt Petrus, diesmal auf Wolken kniend vor Jesus. Er bekennt: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Der Freskant ist der damals erst 25-jährige Matthäus Günther (1705-1788). Beachtenswert zur Linken die Figur des hl. Rochus von Montpellier, die wegen ihrer hohen Qualität aus der Werkstatt der Luidl stammen könnte. Rochus, der besonders in Pest- und Seuchenzeiten von Betroffenen um Hilfe angerufen wurde, ist hier mit seinen Attributen Pilgerstab und Pestbeule dargestellt. Qualitätsvoll  sind auch zwei feingearbeitete Reliquienschreine links  und rechts vom Eingang. Noch vor einigen Jahrzehnten war diese Kirche mit Kunstgegenständen viel reichhaltiger ausgestattet als heute. Aus Sicherheitsgründen mussten von der Gemeinde wertvolle Teile der Ausstattung aus der Kirche entfernt werden, wie z. B. die Figur „Maria mit dem Kind“ (Bild rechts), die sich heute in Verwahrung der Gemeinde befindet. Das abgebildete Orgelpositiv (1. Hälfte des 18. Jh.) stand ursprünglich auf der Südempore der Burgstallkapelle, 1910 –1917 tat es seinen Dienst in St. Peter und wurde dann von der Pfarrei dem Deutschen Museum in München gestiftet. Nach einer gründlichen Renovierung ist das Orgel-Positiv wieder voll funktionsfähig. Ausführlichere Informationen sind dem „Kirchenführer“ zu entnehmen, der in allen Kissinger Kirchen ausliegt. Text/Fotos: Hanns Merkl

St. Stephan


Foto: Pfr. Werner Pfundstein Wenn man auf der B 2 von Süden Richtung Augsburg fährt, kann man nach Mering schon von weitem den mächtigen Turm der Kissinger St. Stephanskirche sehen. Sie ist die Pfarrkirche der Gemeinde Kissing.   Baugeschichte In ihrer Grundsubstanz geht das heutige Gotteshaus in die Zeit um das Jahr 1200 zurück. Die zu dieser Zeit noch recht kleine romanische Kirche wurde nach ihrer Zerstörung um 1400 im gotischen Stil wieder aufgebaut. Zu dieser Zeit hatte die Kirche noch die Funktion einer Wehrkirche, in die sich Mensch und Tier in Zeiten der Gefahr zurückziehen konnten. 1723 – während der Zeit der jesuitischen Hofmark – wurde die Kirche barockisiert und nach Westen verlängert. Der Turm musste 1750 wegen Baufälligkeit teilweise abgetragen werden und wurde nun neu – mit Satteldach – wieder aufgebaut. Bei einer „Purifizierung“ in den 1960er Jahren wurden Einrichtungsgegenstände teils entfernt, teils neu gefasst, der Stuck gereinigt und mit neuer Farbigkeit versehen, die alten Fresken durch neue ersetzt.   InnenraumDer barocke Hauptaltar mit seiner viersäuligen Anlage (1658) und dem feuervergoldeten Tabernakel (1837) bildet den Blickfang dieses Gotteshauses. Das dominierende Altarbild (1893) von Sebastian Staudhammer stellt den hl. Stephanus dar, der wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus um das Jahr 36 n. Chr. zur Steinigung verurteilt wurde. Die beiden Seitenaltäre sind zum einen der Gottesmutter Maria, zum anderen dem hl. Sebastian geweiht. Die Stuckatur (1725) stammt von Matthias Lotter. Die Decken-Fresken (1973) mit Darstellungen aus der Heilsgeschichte hat der Augsburger Kunstmaler Severin Walter,  das Letzte Abendmahl an der Emporenbrüstung der Augsburger Kunstmaler Hermenegild Peiker neu gemalt. Beachtenswert sind noch die viel beachtete Anna Selbdritt (um 1700) in der Südwand des Chores, die zwölf Apostel (1730) des Friedberger Bildhauers Bartholomäus Öberle und die reich verzierte Kanzel (17. Jh.) mit ihrem ausladenden, polygonalen Corpus, in den die vier Evangelisten eingelassen sind. Kostbarstes Ausstattungsstück der Kirche ist der romanische Taufstein (12.Jh.), eine der bedeutendsten romanischen Steinmetzarbeiten dieser Art in Südbayern. In das kelchförmige Becken sind in ganz flachen Reliefs die vier Evangelistensymbole: Adler für Johannes, Stier für Lukas, Löwe für Markus und Engel für Matthäus eingearbeitet. Das Geläute mit den vier neuen Glocken (2008) stammt aus der Glockengießerei des Klosters Maria Laach. Ausführlichere Informationen sind dem „Kirchenführer“ zu entnehmen, der in allen Kissinger Kirchen ausliegt. Text: Hanns Merkl