Pfarrkirche St. Georg - Ingenried
Hier haben wir für Sie einige Informationen zur Pfarrkiche St. Georg in Ingenried zusammengestellt.
Der Grundstein der Pfarrkirche St. Georg wurde am 5. Juli 1745 durch den Steingadener Abt Marianus II. Mayr gelegt. An diesem Tag feierte man den 600. Jahrestag der Schenkung Ingenrieds an das Kloster Steingaden. Der Rohbau war bereits im folgenden Jahr vollendet.
Auf einem Zettel im Turmknopf ist Dominikus Zimmermann als Baumeister des Gotteshauses überliefert. Der Schöpfer der nahen Wieskirche betreute also offenbar gleichzeitig beide Baustellen. So ist es nicht verwunderlich, dass
der Umriss der Pfarrkirche durch das abgewalmte Dach über dem Langhaus und der erniedrigten Chorbedachung an die weitaus bekanntere Wieskirche erinnert. Die Pfarrkirche St. Georg wird deswegen auch "Kleine Wieskirche" genannt.
Das Innere der Kirche wird durch stuckierte Doppelpilaster gegliedert. Über dem Eingang bietet die doppelte Westempore zusätzlichen Raum. Die Flachtonne des Langhauses wurde wie das Chorgewölbe in den 1930er Jahren erneuert.
Die Deckenbilder schuf Jakob Huwyler II im Jahr 1933. Das große Langhausfresko zeigt die Himmelfahrt Mariens, das runde Chorbild illustriert die göttlichen Tugenden. Über dem Chorbogen konnte ein Fragment der Ausmalung des 18. Jahrhunderts freigelegt werden. In einer grau in grau gemalten Kartusche erkennt man die Wappen der Abtei St. Mang in Füssen und des Abtes Aemilian Hafner (1778–1803). Rechts hält ein Putto den Abtsstab.
Die Kanzel und die Altäre sind Schöpfungen der Neuromanik (1878/79). Das Hochaltarblatt konnte 1944 aus der gräflich Dürckheimschen Sammlung in Steingaden zurück erworben werden. Das bedeutende Ölbild des Drachenkampfes erinnert in seiner Komposition an Werke Matthäus Günthers, dürfte aus stilistischen Gründen jedoch nicht aus dessen Umkreis stammen.
Die Seitenaltarblätter sind in nazarenischer Manier gemalt. Der Nordaltar zeigt eine Pietà, der Südaltar die Geburt Christi.
Von den Einzelfiguren ist besonders eine stehende Madonna mit dem Kind auf dem linken Seitenaltar zu erwähnen. Das spätgotische Werk stammt ursprünglich aus dem nahen Dietlried. Die Fassung (Bemalung) aus neuerer Zeit nähert sich dem mittelalterlichen Originalzustand an.
Das Kruzifix gegenüber der Kanzel entstand um 1510, etwas früher (um 1500) die Statuen des Papstes Silvester und der hl. Katharina. Die volkstümliche Darstellung des Drachenkampfes des hl. Georg stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Die Pfarrkirche bildet zusammen mit dem südlich anschließenden ehemaligen Mesnerhaus aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein ortsbildprägendes Ensemble. Der verputzte Ständerbau mit seinem Flachsatteldach wurde 1996 saniert. Hierbei konnte das reiche Ständerwerk freigelegt werden.