Das Schöffauer Marienwunder
Schmuckstück der Innenausstattung der Schöffauer St. Anna-Kirche ist die Holzfigur der
Mutter Gottes aus dem 14. Jahrhundert. Sie befindet sich heute auf der Frauenseite, anstelle der alten Kanzel.
Auf diese Madonna gründet sich der Ruf der Kirche als seinerzeit weit bekannter Wallfahrtsort. Diese Marienwallfahrt begann im Mittelalter. Auf einem Wallfahrtsbrief aus dem Jahr 1517 ist ein Schöffauer Marienwunder beschrieben. Dieses Blatt befindet sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek München.
Bis 1672 waren die Wallfahrten auf dem Höhepunkt. An den Samstagen der Bittwochen kamen regelmäßig mehr als 20 Pilgergruppen aus allen Teilen des Landes. Der Volksmund erzählt, das Gnadenbild würde die Farbe eine Neubemalung nicht annehmen. Im ausgehenden 17. Jahrhundert nahm die Beliebtheit Schöffaus als Wallfahrtsort dann jedoch ab.