Kirchen und Kapellen
Kapelle Greiters
Die Kapelle ließ Gregor Morgen aus Greiters in den Jahren 1904/05 errichten, damit man beim sonntäglichen Rosenkranz nicht im Freien stehen musste. Sie entstand in einer Gemeinschaftsarbeit der Anwohner und den zwei italienischen Maurern Carlo und Pietro. Im Innern befindet sich eine große Lourdes-Grotte aus Tuffsteinen. In der Grotte ist dargestellt, wie Maria die Gottesmutter im Jahr 1858 in der Grotte am Massabielle dem Mädchen Bernadette erscheint. Eigentümer: Familie Weiß, Greiters.
Jesus Christus, der von sich sagt: „Ich bin der Weg“, ist auch einer, der alle unsere Wege mitgeht.
Kapelle Landholz
Gerade in unserer modernen Zeit erfährt das Familienleben vielerlei Umbrüche. Ohne die liebende Fürsorge füreinander und die fürsorgende Liebe zueinander zerbrechen unsere Familien und das Miteinander in der Gesellschaft .
Kapelle Seniorenheim
Die Labyrinthe im Fußboden und im Glasfenster sind ein Symbol des menschlichen Lebens, das oft ,wie im Labyrinth, über Umwege zum Ziel führt.
Kapelle Witzenberg
Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
Pfarrkirche
Die Pfarrkirche ist der Mittelpunkt unseres Ortes. Seit der Gründung der Pfarrei, vor rund 1.200 Jahren, steht sie an diesem Platz. Die Mauern des Turmes der heutigen Pfarrkirche stammen aus der Zeit der Romanik. Chor und Langhaus wurden um das Jahr 1500 errichtet. 1783 wurde die Kirche zu ihrer heutigen Größe verlängert. Das neuromanische Äußere der Kirche entstand 1897. Das Innere der Pfarrkirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgestaltet. Bei der letzten große Renovierung, die 1986 mit der Weihe des neuen Altares abschloss, wurden Zeugnisse aus alter und neuer Zeit zusammengefasst. Aus der Zeit nach 1600 stammen die gemalten Credo-Apostel und die Figuren Gottvater und Gottsohn im Chor. Die Madonna im rechten Seitenaltar entstand im Jahr 1683. Die weiteren Figuren sind aus dem 19. Jh.. Die Deckengemälde malte Prof. Franz Klemmer in den Jahren 1936 – 1938. Im lateinischen Chronogramm über dem Chorbogen steht. „Jesus Christus ist der Herr der Gemeinde Legau“. Geschichte der Pfarrkirche Sct. Gordian und Epimachus: Über die Gestalt der ersten Pfarrkirche in Legau, die dem hl. Martin geweiht war, liegen keine Unterlagen vor. Im heutigen Bauwerk finden sich jedoch noch Bauteile, die bis in das 13. Jh. zurückgehen. Vom ersten großen Kirchengebäude aus Stein ist der Turm bis zu den Schallfenstern des heutigen Turmoberbaues erhalten. Bei der Außenrenovierung des Jahres 1979 wurden im ersten, dritten und vierten romanischen Turmgeschoss zugemauerte Rundbogenfenster sichtbar. Dieser Turm des 13. Jh. dürfte bei seiner Erbauung eine Höhe von 25 Metern aufgewiesen haben. Seine Fundamente reichen tiefer als die Stichgrabung, die 1,80 m erreichte, in den Boden. Der Bau der romanischen Kirche fällt noch in die Zeit der Hohentannschen Patronatsherrschaft, die bis zum Jahr 1413 dauerte.
Ab 1415 setzte eine neue Bautätigkeit ein. Unter Erhaltung des Turmes wurde das alte Kirchengebäude abgetragen und ein neues Gotteshaus errichtet. Spätestens um 1500 sind Chor und große Teile des heutigen Kirchenschiffes entstanden. Als Baumaterial verwendete man bei dem Chor und Südwand des Langhauses im 15. Jh. ebenso wiebeim Turm des 13. Jh. Tuffquader. Die gleichzeitig entstandene Nordwand des Kirchenschiffes dagegen weist ungleichmäßige Tuffsteine Geröll und Ziegelsteine bzw. -platten auf. Diese Materialien stammen vermutlich aus dem Abbruch der Burg Ehrensberg. Die neuen Patrone Gordian und Epimachus bekam die Pfarrkirche Legau wahrscheinlich bei ihrer Weihe um 1500 zugewiesen. Aus jener Zeit in Legau ist das Fundament des Hauptaltars. Gegen Ende des 16. Jh. dürften die Credo-Apostel entstanden sein, die während der letzten Renovierungsarbeiten freigelegt wurden. Sie wurden wahrscheinlich im Zuge einer früheren Renovierung und Neugestaltung der Kirche in den siebziger Jahren des 17. Jh. mit Putz überzogen. Diese Generalrenovierung war nötig geworden, da währen des Dreißigjährigen Krieges und der Pest die Arbeiten an der Kirche vernachlässigt worden waren. Außerdem sollte die Kirche dem Zeitgeschmack angepasst werden. Der Turm bekam neben einem neuen Abschluss (einer "Welschen Haube") auch ein neues auf Putz gemaltes Ziffernblatt für die große Turmuhr. Im inneren wurde die Lichtführung neugestaltet. Die gothischen Lanzettfenster hatten nur beschränkt Licht eingelassen und wurden durch helle Butzenscheiben ersetzt und gleichzeitig verbreitert. 1783 verlängerte man dann das Kirchenschiff nach Westen um zwei Fensterachsen auf die heutige Länge. Daduch wurde der damalige Friedhof zu klein und Bestattungen mussten fortan auf dem Pestfriedhof in Lehenbühl durchgeführt werden, bevor der Friedhof 1897 in die Altusrieder Straße verlegt wurde. Über das Äußere der Kirche nach diesen Arbeiten gibt eine Votivtafel von 1796 aus der Lehenbühlkirche Aufschluss. Auch im 19. Jh fanden verschieden große Eingriffe statt. So wurde im Jahre 1815 die alte baufällig gewordene Turmkuppel ("Kupferner Knopf") durch einen Spitzhelm. Außerdem wurde ein Geläut bestehend aus fünf Glocken angeschafft und 1879 eine neue Turmuhr aufgestellt.Die Glocken mussten jedoch bereits 1917 im Zuge des ersten Weltkriges wieder herausgegeben werden, um sie einschmelzen zu lassen. Dieses wurde 1921 wieder ersetz, bevor es 1944 wieder eingezogen und 1948 abermals ersetzt wurde. Durch die Folgen der Kirchenverlängerung im Jahre 1796 wurde der Zugang zu den großen Emporen erschwert. Dem wurde durch die Errichtung zweier Außenaufgänge 1935 begegnet.Die vorläufig letzte Renovierung und Umgestaltung erfuhr die Legauer Pfarrkirche von 1979 bis 1986. Sie fand in der feierlichen Weihe des neuen Altares am 26. Oktober 1986 ihren Abschluss. © Heide Weisshaar-Kiem - Moritz Heckler Bei Anfragen zur Kirchenführung wenden Sie sich bitte an das Pfarramt, Hautstraße 31, 87764 Legau, Telefon 08330 265
Wallfahrtskirche Lehenbühl
Die Wallfahrt zur Muttergottes in Lehenbühl hat sich über die vielen Jahrhunderte hinweg erhalten. Dass sie auch in unserer Zeit noch lebendig ist, zeigen die vielen Besucher, die mit ihren Gebeten und Anliegen nach Lehenbühl kommen. Kunstinteressierte schätzen die überdurchschnittliche Qualität des Raumes und der Ausstattung. Geschichte der Wallfahrtskirche Maria Schnee:
(Zur Vergrößerung der Bilder bitte draufklicken) Im Anfang wohl nur eine kleine Pestfriedhofskirche, wandelte sich die Kapelle mit dem Einzug des Gnadenbildes (um 1510) zur Wallfahrtskirche. Der östlich der Kirche liegende Landstreifen "Die Heid", der westlich der Kirche sich anschließende Flurstreifen "auf dem Lechbichl" und die Lage an der alten Straße Kimratshofen-Landholz-Straß-Lehenbühl-Steinbach weisen auf ein hohes Alter hin. Die kleine Glocke im Dachreiter weist die Jahreszahl 1467 aus.
Um 1600 ist sie bereits das Ziel vieler Wallfahrer im Fürstentum Kempten und damit wohl die erste ihrer Art. Die ständig steigende Zahl von Wallfahrern machte sehr bald ein Neubau notwendig, der durch das erhöte Opferaufkommen finanziert werden konnte. Am 16. Mai 1715 wurde schließlich der Grundstein für die neue Kirche etwa 500 Meter nördlich der alten Kapelle gelegt. Die Zahl 1749 auf dem Kreuz am Chorbogen lässt darauf schließen, dass in diesem Jahr die Innenausstattung der Kirche vollendet wurde. Soweit bisher bekannt, erhielt die Lehenbühlkirche ihre heutige Gestalt über zwei Vorläuferinnen. Am Anfang entstand eine Rundkirche am östlichen Rand des Lehenbuhlhügels. Um 1660 wurde die Rundkapelle nach Westen hin geöffnet und um ein Langhaus in Nord-Süd-Richtung erweitert. 1715-1718 erhielt die Lehenbühlkirche dann im wesentlichen ihre heutige Gestalt. Die Innenausstattung der Kirche: Die Tatsache, dass im Spätbarock und Frührokoko die Stukkatur der Architektur und nicht zuerst der Dekoration zugehört, ist in der Lehenbuhler Kirche deutlich erkennbar. Der Plan der Stukkatur und Ausmalung schwebte dem Baumeister anscheinend schon bei der Raumgestaltung vor. Dies lässt sich aus der Tatsache schließen, dass er von Anfang an im Langhaus die geraden Flächen für die stuckumrahmten Bilderfolgen anordnete. Der Stuck verstärkt mit seinen schweren Formen das Architekturgefüge der Langhausmauern, während er die Decke durch seine hier so leichte Anordnung rhytmisiert und freier gestaltet.
Der Wechsel der Farben Weiß und Rosa besizt einen hohen Reiz und stimmungsvollen Ausdruck. Der restlos in weißer Farbe erscheinende Stuck hebt sich vor allem an der Decke wie ein Spitzentuch von den rosa Untergrundsflächen ab. Der Raum selbst ist durch seine etwas gedrungene Struktur unterhalb der Kämpferlinie bäuerlich schwer, aber Farbe und Kuppel lassen diese Schwerfälligkeit als Unterbau für die nach oben strebende Verjüngung erleben. Die Wallfahrtskirche, die vor dem Neubau das Patrozinium Mariä Namen hatte, wurde unter dem Eindruck von 1716 (überwältigender Sieg Prinz Eugens über die Türken am 5.August bei Peterwardein) dem Sieg Mariens über die Türken geweiht. Da die entscheidende Schlacht an diesem Festtag stattfand und eine Feldmesse vor einem Maria-Schneebild die Truppen ermutigt hatte, schrieb der gläubige Mensch des Barock diesen Sieg der Gnadenvermittlung Mariens zu. Darum finden sich in den kleinen Fresken so viele Anspielungen auf Waffen, Stärke, Sieg und Schutz. Der Sieg über die Türken wird nicht nur als militärisch-politisches Ereignis gesehen, sondern als errettung der gesamten Christenheit und als erneuter Beweis für Macht und Gnade Mariens, die der Wallfahrer auch zu seinem ganz persönlichen Anliegen erfleht.
Das Äußere der Kirche: Die Außengestaltung ist nicht vernachlässigt. Die Westseite ist schlicht mit fünf Flachpilastern und dem umrahmten Portal, zu dem drei Stufen führen, gegliedert. Fein geschwungen ist der Giebel mit vier aufliegenden Kugeln, der beiderseits in lockerer Schneckenform endet. Das Türmchen ist in Viereckform gehalten. Um die übrigen drei Seiten der Kirche zieht sich eine Flachpilasterordnung. Die Wände sind wie der Sockel rauh beworfen, während die Flächen der Pilaster glatt sind. Die Nordseite weist drei kleine, fast runde Anbauten auf, von denen einer den Kanzelaufgang bildete. Der Chor ist etwas eingezogen und das Chordach seitlich leicht überhöht. Die Kirche steht weithin sichtbar in dem fast ebenen Feld. Würdigung: In den süddeutschen Spätbarock dringt hier erstaunlich früh das Frührokoko ein. Die Kirche zeigt, wie selten ein Gotteshaus kleinerern Formates, den Übergang vom Spätbarock zum frühen Rokoko. Die Wallfahrtskirche Lehenbühl ist ein Werk der Volkskunst, aber nicht im Sinne naiver Bauernmalerei, sondern als Gemeinschaftswerk einer Gruppe von Künstlern und Geistlichen, deren Namen nur noch zum Teil festzustellen sind. Anzunehmen ist, dass der Erfinder des reichen und wohldurchdachten ikonologischen Programms (jedenfalls ein Geistlicher), sich nicht nur auf dieses beschränkt hat, sondern wie in anderen Fällen nachgewiesen, die Baugestaltung entscheidend bestimmt hat. So dürfte zum Beispiel die Anlage des emblematischen Freskenfrieses auf den Programmentwerfer zurückgehen. Dieser flächenhafte Bilderstreifen zwischen Wand und Wölbung aber ist die wesentliche Neuerung des Innenraums der Kirche von Lehenbühl.
Die Gestalter des Baues, Programmentwerfer, Architekt Stukkator und Maler standen auf der Höhe der geistig-künstlerischen Entwicklung ihrer Zeit und Landschaft; sie schufen in Anlehnung an die heimatliche Überlieferung einen Raum, der in seiner zarten, harmonischen Übereinstimmung von Architektur, Stuckdekoration und Fresko auf die großen Kirchenräume des schwäbisch-bayrischen Rokoko vorausweist. © Hugo Schnell - Ludwig Dorn - Xaver Hofman _________________________________________________________________________________________ August 2015 Pfarrei Legau feiert 300-jährige Grundsteinlegung
zur Lehenbühlkirche mit Abt Johannes Schaber
Vor 300 Jahren begannen fleißige Hände an einem neuen Gotteshaus in Legau-Lehenbühl zu arbeiten – es wurde der Grundstein für die heutige Kirche gelegt. Lehenbühl ist einer der ältesten Marien-Wallfahrtsorte im Allgäu. Ein Schriftstück aus dem Jahre 1701 bezeichnet ihn wie folgt: „Nahe bei Legau ist jene berühmte Wallfahrt und Kapelle der seligsten Jungfrau im Lehenbühl genannt, wo man wegen der außerordentlichen, von der Gottesmutter sehr häufig erlangten Gnaden, einen großen Zulauf des Volkes sieht..."
Groß war auch der Zulauf des Volkes am So., 2. August 2015. Der Obst- und Gartenbauverein Legau hat das barocke Kleinod festlich geschmückt, denn schließlich galt es, an diesem Sonntag die 300-jährige Grundsteinlegung zu feiern.
Abt Johannes Schaber aus Ottobeuren zelebrierte den Festgottesdienst und er zog die Gäste in seiner Ansprache, mit seiner äußerst gewinnenden Art, sofort in Bann. Er wünsche sich für die Besucher dieser Kirche, dass sie sowohl Erholung, als auch Erhörung erfahren mögen, so der Abt.
Der Kirchenchor Legau, samt Orchester, umrahmte den Festgottesdienst feierlich. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Helmut Wiedemann dankte in seiner Rede vor allem den Menschen, die vor 300 Jahren mit größtem Idealismus das herrliche barocke Gotteshaus zu Ehren Mariens geschaffen haben.
Gefeiert wurde freilich auch noch im Anschluss an den Gottesdienst – der Pfarrgemeinderat lud zu einem kleinen Imbiss ein, der bei herrlichstem Sommerwetter und unter den Klängen des Musikvereins Legau im Freien, vor der Kirche, stattfinden konnte.
ka-red