Geschichte
St. Ulrich und Afra
Der quadratische Baukörper verliert seine Strenge durch die harmonisch geschwungene Orgelempore und den zurückgesetzten, lichtdurchfluteten Altarraum. Die diagonal angeordneten Bankreihen lenken ebenso wie die zwölf Apostelkreuze an den beiden Seitenwänden den Blick hin zum Altarbezirk.
Die Außenmauern des gesamten Kirchenraumes, die nach oben hin mit einer kräftigen quadratischen Kassettendecke abschließen, sind in einem schlichten grauweißen Farbton gehalten. Der Altarraum bildet auf diese Weise den baulichen und liturgischen Mittelpunkt des Gotteshauses. Der Altarraum Eine Kommunionbank grenzt den Altarbezirk vom Kirchenschiff ab. Der seitliche Ambo, ebenfalls ein Werk des Bildhauers Sepp Mastaller, hat die Form eines geöffneten Buches, das von einem Engel mit Flügeln getragen wird. Drei Stufen führen hinauf zum Altar mit seinem Sockel aus rötlichem Lavagestein und der wuchtigen Mensa. Das kleine Kreuz auf dem Altartisch stammt aus der Hand der Münchener Bildhauerin P. Albert. Um die Gestalt des Gekreuzigten rundet sich der Erdkreis: Alles ist durch die Allmacht Gottes entstanden. Blickfang des ganzen Altarraumes ist das große Bronzekreuz, das über dem Altar hängt. Das 3,50 Meter hohe, 2,58 Meter breite und 250 Kilogramm schwere Kreuz wurde 1984 von Klaus Backmund, einem Künstler aus München, geschaffen. Der lebensgroße, 1,70 Meter hohe Corpus lehnt sich in der künstlerischen Aussage an die mittelalterliche Form der Romanik an und fügt sich harmonisch in den modernen Kirc henbau ein. Der Gekreuzigte trägt als König, der den Tod besiegt hat, keine Dornenkrone, er hat keine offene Seitenwunde. Das nach oben gerichtete Gesicht verleiht Zuversicht und Hoffnung. Mit den weit ausgebreiteten Armen will Christus in seiner Erlöserliebe alle Menschen umfassen. In einer engen Beziehung zum großen Bronzekreuz steht das Bild in der leicht zurückgesetzten Nische in der Wand hinter dem Altar. Das Mosaik wurde von Prof. Knappe aus München mit Natursteinen ausgelegt. Die Absicht des Künstlers war, den Eingang eines Grabes anzudeuten. Die goldfunkelnden Mosaiksteine in der Mitte zeigen das offene Grab des Ostermorgens. Kreuzestod und Auferstehung weisen hin auf die Gnade und den Segen, die den Christen durch die Erlösung geschenkt sind: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit." (Gebet nach der Wandlung) Der goldgefasste Tabernakel mit den beiden Griffen aus Bergkristall stammt vom Architekten des Gotteshauses. Die Marienkapelle Ein besonderes Schmuckstück der Kirche stellt die Marienkapelle dar, die durch die abgrenzenden Säulen den Eindruck eines kleinen Seitenschiffes erweckt. Den einfachen Altar aus grauem Stein schmückt eine spätgotische Pieta.
Diese wertvolle Plastik, das Werk eines unbekannten fränkischen Meisters, wurde aus der früheren Pfarrkirche übernommen. Sehr eindrucksvoll ist die durchlaufende, nur von Betonpfeilern unterbrochene Fensterwand der Seitenkapelle. Der Augsburger Kunstmaler Severin Walter hat in den Glasfenstern symbolhaft die Kreuzwegstationen dargestellt. Die Farben der einzelnen Bilder werden in ihrer Leuchtkraft je nach Tageszeit und Lichteinfall in ihrer Intensität gesteigert. Das erste Fenster ist der Erinnerung an die Kriegsgefallenen gewidmet und vertieft damit das Anliegen der Gedenktafel auf der linken Seite. Jedes der weiteren sieben Fenster zeigt zwei Kreuzwegstationen. Die Gestaltung des letzten Bildes lässt bereits die Auferstehung erahnen. In diesem rückwärtigen Teil der Marienkapelle befindet sich auch die Taufkapelle. Der graue Taufstein ist überwölbt von einer Kuppel, durch die Tageslicht einfällt. Die Stadtpfarrkiche St. Ulrich und Afra ist in ihrer Gesamtkonzeption ein beachtenswerter Kirchenbau, der den Besucher — den betenden wie den betrachtenden —zum Verweilen einlädt. 1998 erfolgte der Einbau einer neuen Orgel. Ihre Weihe erfolgte am 26.April in einem Festgottesdienst durch H.H. Weihbischof Josef Grünwald. Im Jahre 2011 konnte die Pfarrgemeinde von St.Ulrich und Afra ihr 50-jähriges Kirchenjubiläum festlich begehen.