Pfarrgeschichte
Unsere Pfarrgemeinde kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Das Gedächtnis dieser Geschichte ist das Pfarrarchiv. Dort werden für die laufende Pfarrverwaltung entbehrlich gewordene aber für die geschichtliche Forschung über unsere Gemeinde wertvolle Unterlagen gesichert, erschlossen und ausgewertet. Das Schriftgut der Verwaltung wird durch eine Sammlung von Literatur, Fotografien und anderen Erinnerungsstücken über das Leben in unserer Pfarrgemeinde bereichert. Starke Verluste im Bäumenheimer Gemeindearchiv durch den verheerenden Fliegerangriff im März 1945 machen das Pfarrarchiv zur vielleicht umfangreichsten Dokumentationsstelle über die Vergangenheit unserer Gemeinde. Die Unterlagen des Pfarrarchivs wurden durch Truppendurchzüge im Dreißigjährigen Krieg zum größten Teil vernichtet und in der Napoleonischen Zeit stark ausgedünnt. Dennoch reichen die Bestände in kleinen Teilen bis in das frühe 18. Jahrhundert zurück. Um 1800 setzt in unserem Archiv eine breitere Überlieferung ein.
Impressionen aus vergangenen Zeiten
RELIGION UND STÄNDEGESELLSCHAFT
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Mandat des Bayerischen Kurfürsten Maximilian vom 16. April 1799 über Gebetsstunden für eine glückliche Schwangerschaft der Fürstin Das Leben der Pfarrgemeinde und des Pfarrers war in früherer Zeit eng mit dem starren Gefüge der Ständegesellschaft verbunden. Wenige Herrscher besaßen umfassende Machtbefugnisse über die überwiegende Masse der einfachen Landbevölkerung. |
ASBACHER „ÖKONOMIEPFARRER“
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Baupläne eines neuen Ökonomiegebäudes für den Pfarrhof 1862 und eines neuen Pfarrhauses um 1927
Bis ins 20. Jahrhundert gehörten nicht nur die Seelsorge und die Verwaltung der Pfarrei vom Schreibtisch in der warmen Amtsstube aus zu den Aufgaben des Pfarrers. Mit der Pfarrpfründe war auch eine große Landwirtschaft mit Vieh, Feldern und Wiesen verbunden. Zwar wurdem auf dem Pfarrhof Knechte und Mägde beschäftigt, der Pfarrer musste aber auch selbst Hand anlegen, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Die harte Arbeit auf dem Hof und der schlechte Zustand der Gebäude veranlasste die Asbacher Geistlichen nicht selten dazu, der Pfarrei schon nach wenigen Jahren wieder den Rücken zu kehren. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Ländereien des Pfarrhofes zunehmend verkauft oder verpachtet. 1928 wurde ein neues, wohnlicheres Pfarrhaus im Stil der Zeit errichtet. |
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Das Pfarramt – Verwaltungsmittelpunkt des Ortes
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Fotografie des Lehrerwohngebäudes um 1927 (oben)
Impfliste aus dem Jahren 1821/22 (unten) Der Pfarrer hatte nicht nur für die Seelsorge und die Verwaltung der Pfarrfinanzen Sorge zu tragen, er nahm auch viele weltliche Aufgaben wahr, die für ein funktionierendes Gemeindeleben unerlässlich waren. So lässt sich bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts nachweisen, dass der damalige Asbacher Pfarrer Johann Baptist Koch auch - wie damals üblich - in der örtlichen Schule unterrichtete. Später übernahm Koch das Amt des Lokalschulinspektors in der Region. |
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