Pfarrkirche St. Martin
Dieses schöne und seit 2007 neu renovierte Gotteshaus lädt alle Menschen dazu ein, hereinzutreten, um die Nähe und Geborgenheit Gottes zu erspüren, sich in allen Anliegen an Ihn zu wenden.
Um 1480 wurde die Kirche, die den heiligen Martin von Tours zum Kirchenpatron hat, eingeweiht. Möglicherweise wurde sie schon ca. 100 Jahre zuvor einmal geweiht, denn ein älterer Turm und Hinweise aus der Römerzeit lassen daraus schließen. Die Kirche wurde als "Wehrkirche" gebaut, um den Bürgern in Kriegszeiten Schutz und Wehr zu bieten. Um die Kirche und den anschließenden Friedhof war eine starke, große, zweistöckige Wehrmauer gebaut, deren Verlauf ungefähr der heutige Straßenrand anzeigt. Um 1560 brannte es in Obergünzburg und viele Häuser und ein großer Teil der Kirche fielen dem Brand zum Opfer. Als es dann auch 1804 zu einer großen Brandkatastrophe kam, in der wiederum viele Häuser niederbrannten, begann man 1805, die Befestigungsmauer und die Tortürme abzubauen, um Baumaterial zum Wiederaufbau der Häuser zu gewinnen. Der Friedhof war schon in der Zeit des 30jährigen Krieges, als die Pest wütete, auf den Nikolausberg verlegt worden. Seit 1684 gibt es deshalb um St. Martin keinen Friedhof mehr.
Die Pfarrkirche St. Martin wurde immer wieder innen renoviert, so z.B. unter Fürstabt Honorius Roth von Schreckenstein, dessen Wappen sich über dem Eingang zum Chorraum befindet. Viele Stukk-und Fresken-Kunstwerke zieren den Kircheninnenraum. Die begabten Künstler wollten damit Gottes Pracht und Herrlichkeit rühmen. Dem einheimischen hochbegabten Kunst- und Historienmaler Johannes Kaspar verdanken wir die herrlichen Altarbilder: In der Mitte Gott Vater, der seine Arme über die Mutter Gottes Maria und das Jesuskind ausbreitet, aber auch über St. Martin als Bischof, uns und unsere Kirche. Links ist der heilige Martin zu sehen, wie er seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Rechts, im strahlenden Licht, der auferstandene Jesus mit dem Mantelteil, den St. Martin dem Bettler gab. Gemäß dem Bibelzitat: "Was Ihr dem Geringsten meiner Brüder tut, das habt Ihr mir getan".