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Herrgottsruhkapelle Oberndorf a. Lech

Wallfahrtskapelle "Herrgottsruh" in Oberndorf

 

In der linken Seitennische die Darstellung der Legende über die angeblich 1435 erfolgte Entstehung der Wallfahrt mit der Inschrift: ANNO 1435 IST MAN ALLHIE UMB DAS FELD GERIETTEN ALS DER PRIESTER MIT DEM HOCHWÜRDIGSTEN GUT ALLHER KOMBEN, IST DAS PFERD VORHER …..UND HIERDURCH DAS HOCHW. SACRAMENT AUS DEM CIBORIO AUF DIE ERDE GEFALLEN UND ALS HIERAUF EIN BAUERSMANN SOLCHES AUFHEBEN WOLLEN IST SOLCHER HIERÜBER AN DEM ARME JECH ERKRUMBET. HIENACH HAT DER HOCHW. JOH. NACHTRÜB (+1699) PFARHERR ALLHIE REICHLICHE MITTEL ZU UNSERER HERRN RUHKAPELLE VERMACHT.

Nach einer anderen Version habe sich das Pferd des im Reiten unerfahrenen Priesters aufgebäumt, dieser stürzte mit dem Sanctissimum zu Boden. Er konnte den Herrenleib nicht von der Erde auflesen, zu dicht standen dort die Erlen.

Zu Ehren des Allerheiligsten Sakramentes wurde an dieser Stelle zunächst eine Wendelin-Kapelle errichtet, die jedoch 1704 im Spanischen Erbfolgekrieg geplündert und später abgerissen wurde.

Im Jahr 1718 wurde aus einer Stiftung des damaligen Ortspfarrers Nachtrüb die heutige Wallfahrtskapelle gebaut. Die Weihe erfolgte am 22. Oktober 1719.
Der helle, lichtdurchflutete Kirchenraum mit seinen über 200 Engeln weist eine sorgfältige architektonische Gliederung auf.

Der Hochaltar (Dreifaltigkeitsaltar), aus der Erbauungszeit, eine Arbeit des Augsburger Schreiners Georg Blattner und des Augsburger Bildhauers Christoph Bauer. In der Baldachinnische die Schnitzfigur Christus in der Ruh, umgeben von Putten und Engeln. Zwischen den flankierenden glatten Säulen mit korinthischen Kapitellen die Muttergottes und der Hl. Johannes.

Im Auszug zwischen S-förmigen Giebelstücken Gottvater und Heiliggeisttaube. Im Antependium Bild des Grabchristus.

Alle Altäre sind sehr aufwendig ausgestattet und beherrschen den nördlichen Teil des Raumbildes.

 

Linker (westlicher) Seitenaltar, etwas jünger (um 1730-1740) als der Hochaltar, gestiftet von Pfr. Ignaz König (+1747) im Zentrum der Prager Brückenheilige Johannes Nepomuk kniend unter einem lebensgroßem Kruzifix von zahlreichen Putten umgeben und von glatten korinthischen Säulen flankiert. Auf der Mensa Statuetten der hl. Sebastian, Leonhard und Wendelin (17. Jahrhundert), wohl aus der vorhergehenden Kapelle. Im Antependium Relief mit Brückensturz des hl. Joh. Nepomuk.

 

 

Rechter (östlicher) Seitenaltar: Den Seitenaltar (im Aufbau dem linken gleich) schmückt im Antependium ein Gethsemane-Relief, beherrscht wird er jedoch von einer ausdruckstarken Pieta, gestiftet von Johann Georg Wiedemann. Beide Seitenaltäre gelten als Arbeiten des Oberndorfer Bildhauers Johann Georg Bschorer (1692 -1763) (Quelle A. Feulner, Hans Georg Bschorer, Der Bildhauer von Oberndorf in Schwäb. Museum, Jahrg. 1929, S. 72 ff) Im . Alle Altäre sind grünlich-rötlich marmoriert.

 

Die Fresken stammen vom bayerisch-schwäbischen Barockmaler Johann Baptist Kuen. Aus dem Chronogramm am Chorbogen ist das Entstehungsjahr 2018 abzulesen. Die Deckenbilder zeigen die Leidensgeschichte Jesu: das größere Oval die Kreuzaufrichtung, die vier Medaillons die Ölbergszene, die Geißelung, die Dornenkrönung und die Kreuzabnahme. Unter die Orgelempore malte Kuen die Austreibung der Händler aus dem Tempel, darüber den Abschied Christi und an der Brüstung den "guten Hirten". In der linken Seitennische ist die Legende der Wallfahrt abgebildet, wie sie angeblich bereits auf einer im Jahre 1668 erneuerten Holztafel zu lesen war. Gegenüber befindet sich eine Darstellung vom alten Bund mit König David und der Bundeslade.

Bemerkenswert sind auch die Standbilder der 14 Nothelfer, ein Heiliges Grab, welches am Karfreitag und Karsamstag zur Andacht einlädt, und eine große Krippenlandschaft zur Weihnachtszeit.
Die Herrgottsruhkapelle ist ein Kleinod, das Wallfahrer und Gläubige zum Gebet einlädt.