Die 3G-Gottes
In seinen Eingangsworten sprach Pfarrer De Blasi davon, dass die Geburt Jesu fast völlig unbemerkt geschah. Die Heilige Schrift erzählt, dass nur die Hirten zur Krippe kamen, um dem Kind die Ehre zu erweisen. Jesus wollte aber nicht im Verborgenen weilen, er wollte offenbar werden für alle Menschen. Am Tag der Erscheinung des Herrn erinnern wir uns daran. In den Weisen aus dem Morgenland erblicken wir die Vertreter der verschiedenen Völker. Von überall her kommen die Menschen, um Jesus zu erkennen und Jesus anzubeten.
Ein alter Brauch ist es, am Fest der Erscheinung des Herrn Wasser, Salz, Weihrauch und Kreide zu segnen.
Wasser, als Zeichen des Lebens
Salz, das schal gewordenes Wasser wieder zu neuem Leben erweckt
Weihrauch, als Zeichen der Verehrung Gottes
Kreide, mit der der Segen der Sternsinger über die Eingänge unserer Häuser und Wohnungen gezeichnet wird.
20*C+M+B+22 - Christus Mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus)
In seiner Predigt berichtet Stadtpfarrer De Blasi von noch immer anhaltenden Vorschriften, die seit Ausbruch von Corona immer noch einzuhalten sind. Will man wohin gehen, laute die Frage: Sind sie geimpft, genesen oder getestet? Die 3Gs bestimmen immer noch unseren Alltag. Sie machen unser Leben anstrengend, sorgen andererseits für ein bisschen Sicherheit. Die Regeln helfen uns momentan, einigermaßen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken zu lassen und uns durch die Zeit der Pandemie zu führen. Wer über die Pandemie hinaus hoffnungsvoll durch das ganze Leben kommen will, der brauche etwas Anderes, etwas Beständiges. Drei uralte Gs: die „3G-Gottes“.
1. G-Gottes: Du bist gesehen. Bei der Taufe hat Gott auf jeden von uns ein Auge geworfen. Seither gib Gott auf uns acht wie auf einen Schatz. Seit diesem Tag haben wir eine persönliche Verbindung zu Gott. Er hat uns gewollt, er schaut mich an, er kann nicht mehr von mir lassen.
2. G-Gottes: Du bist geliebt. Es baut auf dem ersten G auf. Gott hat uns schon vor unserer Geburt erdacht, uns beim Namen gerufen, er hat uns angenommen, mit all unseren Stärken und Schwächen. Auch wenn wir manchmal unzufrieden sind und an uns selbst zweifeln. In einem solchen Moment können wir uns auf das zweite G stützen: Du bist geliebt.
3. G-Gottes: Du bist gerettet. Zu allen Zeiten haben die Menschen gespürt, dass das Leben unvollkommen ist. Rettung und Erlösung kann der Mensch sich nicht selbst geben. Sie muss uns von außen geschickt werden. Die Weisen aus dem Morgenland haben im Kind in der Krippe den von Gott gesandten Retter erkannt. Auch wir stehen an der Krippe und schauen auf Jesus, der uns seine Hände entgegenstreckt als ein Zeichen, dass er uns erretten wird.
In der Festmesse wurden die Sternsinger ausgesandt. Insgesamt 30 Sternsingerinnen und Sternsinger, bestehend aus Lauinger Ministranten und den diesjährigen Erstkommunionkindern, waren daraufhin am Dreikönigstag und am darauffolgendem Tag unterwegs, um den Segen in die Häuser Lauingens zu bringen und Spenden für notleidende Kinder in afrikanischen Ländern zu sammeln.
Text: Claudia Mayer-Lindner