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Pfarreien, Gottesdienste, Veranstaltungen
Familliengottesdienst / Gemeindefest

Warum die Kirchentüren verschlossen waren…

30.09.2022

Wer am vergangen Sonntag den „Gemeinde- und Familiengottesdienst“ im Martinsmünster besuchen wollte, stand erst einmal vor verschlossen Kirchentüren. Keiner wusste, warum es kein Hineinkommen gab; eine Kirche kurz vor Gottesdienstbeginn mit verschlossen Türen?! Was ist hier los? Die Reaktionen der Gemeindemitglieder reichten von Verwunderung über Unverständnis bis hin zur Verärgerung. Welch eine Aufregung: Eine verschlossene Kirchentür!!!

Doch dann: Stadtpfarrer Raffaele De Blasi traf mit den Ministranten ein und war nicht weniger verwundert und darüber hinaus erstaunt, wie viele Menschen an diesem Tag vor verschlossener Tür standen, um an dem Gottesdienst teilzunehmen. Nach seinem Pochen an die Tür endlich die Erlösung: Die Tür öffnete sich! Der Gottesdienst konnte beginnen. In seinen einleitenden Worten kam die Auflösung des Spektakels: Die Kirchentüren waren ganz bewusst und geplant verschlossen geblieben. Denn nur wer wisse, so Pfarrer De Blasi weiter, was eine verschlossene Tür bewirken kann, kann sich an einer offenen Tür erfreuen. Die Türen des Münsters wurden zwar durch den Mesner geöffnet, aber letzten Endes sei es Gott selbst, der uns sagt: Komm herein, fühl dich willkommen, es ist spitze, dass du da bist!

„Es ist spitze, dass du da bist“ war dann auch der Titel des Eröffnungslieds des Gemeinde- und Familiengottesdienstes, der von der Jugendstadtkapelle erstklassig musikalisch umrahmt wurde. Neben zahlreichen Familien nahmen insbesondere Frauen und Männer des Jahrgangs 1942 an dem Gottesdienst teil, was sich in einem ausgefüllten Gotteshaus widerspiegelte; bewusst ein Gottesdienst für Jung und Alt.Sodann wurden vier Mädchen und ein Bub unter die Ministranten aufgenommen und für ihren zukünftigen Dienst gesegnet. Ein weiterer Junge, der krankheitsbedingt nicht anwesend war, wird ebenfalls die Lauinger Ministrant*innen bereichern. Das Evangelium vom barmherzigen Vater wurde von Ministrant*innen und weiteren Kindern der Pfarrgemeinde bravourös in Form eines Pantomimenspiels vorgetragen. Alle anwesenden Kinder wurden eingeladen, vorne auf einem großen Teppich Platz zu nehmen, um das Nachspiel des Evangeliums hautnah mitzuerleben. In der sich anschließenden Predigt legte Stadtpfarrer De Blasi das Evangelium familiengerecht aus, mit dem Fazit, dass Gott alle Menschen als eben der barmherzige Vater in seine Arme aufnimmt. Wir alle sind von Gott angenommen, seine Tür stehe uns stets offen. Auch die Fürbitten wurden von Kindern, jeweils unter Vorzeigen eines entsprechenden Symbols, vorgetragen. Nach dem spektakulären Auftakt war es ein sehr schöner Gottesdienst, in dem die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes im Mittelpunkt standen.

An den Gottesdienst schloss sich ein Gemeindefest im Pfarrheim/Pfarrgarten an, welches ebenfalls von allen Generationen sehr gut besucht wurde. Im Pfarrgarten „eröffnete“ Pfarrer De Blasi das neue Insektenhotel, das von Ministrantinnen und Ministranten im Rahmen ihrer Übernachtungsaktion in den Sommerferien erbaut wurde. Zum Mittagessen wurden den Gästen leckere Pizzazungen und Flammkuchen aus dem pfarreieigenen Pizzaofen und ein buntes Salatbuffet angeboten. Die Ministrant*innen sorgten mit ihrer Spielstraße für viel Spaß bei den anwesenden Kindern. Kleinkindern wurde im ersten Stock des Pfarrheims ein Erzähltheater durch das Kindergottesdienstteam aufgeführt. Eine besondere Attraktion war eine Popcornmaschine, die von den Kindern geradezu bestürmt wurde. Nach gemeinsamem Kaffee und von Mitgliedern des Pfarrgemeinrates und Ministranteneltern gebackenen Kuchen klang – so die Stimmen aller – ein schönes Fest aus, das ganz spektakulär vor verschlossenen Türen begonnen hatte…

Text: René Stiefenhofer