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Pfarreien, Gottesdienste, Veranstaltungen
Doppeljubiläum: 500 Jahre Vollendung des Martinsmünsters und 90 Jahre Heiligsprechung Alberts des Großen

Pontifikalamt mit Hwst. H. Diözesanbischof Dr. Bertram Meier

12.12.2021

Gleich zwei Jubiläen feierte die Pfarrei St. Martin in Lauingen dieses Jahr. Pfarrer Raffele De Blasi betonte am vergangen Sonntag zu Beginn des Pontifialamts mit Bischof Bertram Meier: „Dieses Münster ist eines der letzten großen Bauwerke am Übergang der Spätgotik zur Renaissance im gesamten süddeutschen Raum.“ Vor 500 Jahren wurde der Bau nach nur fünf Jahren Bauzeit vollendet. Außerdem jährt sich zum 90. Mal die Heiligsprechung des aus der Donaustadt stammenden Wissenschaftlers und Gottsuchers Albertus Magnus.

Beides nahm die Pfarrgemeinde zum Anlass für verschiedenste Aktionen. Unter anderem zeigte sie im Oktober in einer Ausstellung wertvolle Messgewänder, Heiligenfiguren, Kelche und weitere Schätze aus fünf Jahrhunderten. Und sie nahm eine CD mit Klängen der Albertus-Magnus Orgel auf. Der Gottesdienst war der Abschluss des Jubiläumsjahrs. Er kenne „dieses stattliche Gotteshaus“, meinte Bischof Bertram, da er hier schon die Firmung gespendet habe. Er fügte hinzu: „Mancher Bischof wäre froh und dankbar, um eine solche Kathedrale zu wissen.“ Mit am Altar feierte Studiendirektor Hermann Müller die Heilige Messe. Kirchenpfleger Wilhelm Götz dankte dem Bischof für sein Kommen. Zahlreiche Vertreter kirchlicher Gremien, auch der evangelischen und neuapostolischen Gemeinde, sowie aus Politik und Gesellschaft nahmen teil. Den Einzug bereicherten zahlreiche Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine. Eindrucksvoll sang der Chor der Pfarrei St. Martin das Kyrie, Sanctus und Agnus Dei aus der „Messe solennelle“ von Louis Vierne. Die künstler- ische Leitung hatte Michael Finck inne, Kirchenmusiker an St. Martin.
Auch auf Katholisch TV wurde der Gottesdienst, bei dem rund 300 Gläubige vor Ort waren, per Livestream übertragen. An dessen Ende spendete Bischof Bertram den Segen mit der Monstranz, in welche Pfarrer De Blasi eine Reliquie des um 1200 geborenen heiligen Albertus Magnus eingesetzt hatte.

In der Predigt betonte Bischof Bertram mit Blick auf die Corona-Pandemie: „Statt die Solidarität für die Schwächsten durch die eigene Impfung zu stärken, wurde öffentlich und vor allem in manchen sozialen Medien Angst und Ablehnung, ja Hass gegen die Impfbefürworter geschürt.“ Leute, die sich selbst als Christen und gute Katholiken bezeichneten, griffen Bischöfe, Priester und pastoral Tätige an. Wie könne der Glaube ein Rettungsanker in diesem Chaos sein? Bischof Bertram bat: „Machen wir Christen unserem Namen Ehre und übernehmen wir Verantwortung. Jeder in der Weise, wie es dem Erhalt des Ganzen dient, damit Gesellschaft und Kirche in Einheit zusammenstehen.“ Ohne Vorurteil sei der heilige Martin vom hohen Ross heruntergestiegen und habe den Mantel geteilt.
Der heilige Albert habe als Christ, als Ordensmann, ohne Vorurteile Wissenschaft betrieben und letztendlich keine Meinung ausgeblendet. Bischof Bertram fragte: „Was hätte dieser Vollblutwissen- schaftler und Gottsucher wohl zu der teilweise aggressiven Wissenschaftsfeindlichkeit unserer Zeitgenossen und Mitchristen gesagt?“ Die Gläubigen müssten dem Evangelium ein Gesicht geben: „Das ist der bleibende Auftrag, den uns Martin und Albert gegeben haben. Er gilt für jeden von uns.“

Text: Brigitte Bunk, Katholische SonntagsZeitung