Mariä Lichtmess
Mariä Lichtmess, das wir 40 Tage nach Weihnachten feiern, bedeutete früher das Ende der Weihnachtszeit. An diesem Tag werden in den Gottesdiensten alle Kerzen geweiht, die im folgenden Jahr in den Kirchen verwendet werden. Auch die Kerzen der Kommunionkinder, die in diesem Jahr zum ersten Mal an den Tisch des Herrn treten, werden geweiht.
Zu Beginn der Heiligen Messe am diesjährigen Lichtmesstag sprach Stadtpfarrer Raffaele De Blasi davon, dass Kerzen etwas Schönes und Heimeliges seien; sie schenken Wärme und vertreiben die Dunkelheit. Im Judentum war es üblich, dass eine Frau vierzig Tage nach der Entbindung ihr Kind in den Tempel zu Gott brachte, um es Gott in die Hand zu geben. Gott sollte so seine segnende Hand auf das Kind legen. Auch wir liegen in Gottes Hand, denn er hat uns ins Leben gerufen. Er nimmt uns an seine Hand und führt uns durch das Leben.
Seine Predigt begann Stadtpfarrer De Blasi mit den Worten, dass am Fest Mariä Lichtmess wie an Weihnachten das Licht noch einmal ganz im Mittelpunkt des Gottesdienstes stünde. An diesem Tag feiern wir auch, dass es in der Natur spürbar heller wird. Jetzt merkt man schon, dass die Tage früher beginnen und später enden. Früher war die Zeit des Winters für die Menschen eine Kraftprobe. In Zeiten des Hungers und der Arbeitslosigkeit konnte man auf den Feldern nichts tun. Da sehnte man sich nach Wärme und Licht. Dunkelheit im Leben können Krankheit, Einsamkeit, Trauer und Feindschaften sein. Solche Strecken in unserem Leben können aber leichter bewältigt werden, wenn wir in unserem Leben schon einmal die Erfahrung machen durften, wie kostbar das Licht ist.
Pfarrer De Blasi sprach auch davon, wie wichtig Segnen sei. Segnen bedeutet, jemandem Gutes zuzusprechen. Gott segnet uns, weil er uns Gutes zuspricht, uns sagt, dass wir gewollt sind. Er will uns auf unserem Lebensweg führen. Auch wir können segnen, indem wir zueinander Gutes sagen oder einander Gutes tun.
Text: Claudia Mayer-Lindner