Erntdedank
Das Erntedankfest gilt als eines der ältesten Feste überhaupt. Es steht in einer Reihe anderer Feste, als Teil des agrarischen Zyklus, wie etwa Aussaat, erste Ernte, Nachreife. Man muss dabei bedenken, dass von der Antike bis früher Neuzeit harte Arbeit auf dem Feld für ca. 80 % der Menschen Alltag war. Die Bevölkerung war von der Ernte abhängig und kam nur mit ihr durch den Winter. Aus diesem Grunde dankten sie Gott am Ende der Ernte für die gediehenen Feldfrüchte. Noch heute zeigt uns dieses Fest, dass das „tägliche
Brot“ hart erarbeitet werden muss und nicht als „alltäglich“ angesehen werden kann.
(Text: Anita Frey)
Zum Erntedankfest lud die Pfarrei St. Martin Lauingen am Sonntag, den 6. Oktober 2019 ein. Mitgestaltet wurde dieser Gottesdienst vom Bayrischen Bauernverband, Ortsgruppe Lauingen. In seinen Begrüßungsworten erinnerte Stadtpfarrer Raffaele De Blasi an den reich gedeckten Erntealtar, der das Spiegelbild eines reich gedeckten Tisches ist, an den wir uns jeden Tag setzen. An diesem besonderen Tag danken wir nicht nur Gott am Ende der Erntezeit dafür, dass er die Früchte, das Gemüse und das Getreide hat gedeihen lassen sondern auch an die vielen Landwirte, die ihre Felder bestellt und am Ende geerntet haben. Er erinnerte auch daran, dass wir mit unserer Umwelt sorgsam umgehen sollen und Gott nicht aus den Augen verlieren sollen. Gott hat uns in diese Welt hineingestellt und sie uns anvertraut. Wir tragen Verantwortung nicht nur an uns, sondern auch an allen Lebewesen und auch für die kommenden Generationen. Eine kleine Geschichte erzählte von einer Spinne, die ein Spinnennetz baut. Dieses Netz besteht aus vielen einzelnen Fäden so wie unsere Welt. Diese stehen z. B. für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und vieles mehr. Das Netz ist unser Lebensraum. Zerstören wir dieses Netz, kommt es zu Katastrophen.
Denn die Dürreperiode im letzten Jahr, Polkappenschmelzung und der verheerenden Brand im Amazonas zeugen von der Zerstörung.
Die Welt gehört Gott, und mit Blick auf diese Welt halten wir uns an Jesus. Leben und glauben wir an ihn, hängen wir nicht an einem einzigen seidenen, sondern an einem reißfesten Faden.
Zur Gabenbereitung brachten Kinder Brot und Wein, stellvertretend für den Leib und das Blut Christ, sowie Wasser für Leben, ein Kissen zum ausruhen und wärmen und eine Kerze, für Jesus, welcher als Licht in die Welt kam und auch als Symbol für unserer Verstorbenen.
Am Ende überreichten Mitglieder des Bayrischen Bauerverbandes der Ortsgruppe Lauingen einen Scheck in Höhe von 500 € für die Renovierung der Orgel.
Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Stadtkapelle Lauingen.
(Text: Claudia Mayer-Lindner)