Der Kupferglanz der erneuerten Turmzwiebel fiel Bischof Bertram schon von Weitem ins Auge…
Der Kupferglanz der erneuerten Zwiebelturmkuppel von St. Vitus war Bischof Dr. Bertram Meier schon ins Auge gefallen, als er sich am Samstagabend Veitriedhausen näherte. In dem nicht minder strahlenden Gotteshaus erwartete ihn eine festlich gestimmte Gemeinde mit ihrem Pfarrer Raffaele De Blasi zur Eucharistie und zur Danksagung für die glücklich abgeschlossene Kirchenrenovierung.
Zwei Schulkinder begrüßten Bishof Bertram mit Blumen und wohlgesetzten Versen, eine Bläsergruppe der Lauinger Stadtkapelle und Michael Finck an der Orgel mit prachtvollen Klängen, die sich dann auch über die Messfeier hin fortsetzten, vereint mit dem Volksgesang.
In seiner Predigt ging der Oberhirte zunächst auf die gar „nicht leichte Kost“ der biblischen Lesungen ein, die auf die Notwendigkeit hinweisen, dass auch die unangenehmen Dinge im Leben angegangen werden müssen. Des Näheren leitete er aus dem Text des Buches Numeri, dem zufolge Mose 70 mit dem Geist Gottes begabte Älteste beigeordnet bekommt, für die Kirche ab: Bei aller Hierarchie ist sie keine „one-man-show“. Vielmehr sind alle berufen, sich auf ihre Weise in der Gemeinde einzubringen. Dass sich in Veitriedhausen so erfreulich zahlreiche Personen und Institutionen bei der Kirchenrenovierung in genau diesem Sinn mit den unterschiedlichsten Leistungen engagiert hatten, veranlasste den Bischof zu herzlichem Dank.
An der genannten Bibelstelle ist aber auch von zwei Männern außerhalb der 70er-Gruppe die Rede, über die der Geist Gottes ebenfalls gekommen war. Die Lehre daraus für heute, so der Prediger: Auch über Leute, die beispielsweise nicht zum Gottesdienst kommen oder sonstwie aus dem gängigen Raster fallen, aber den Willen Gottes erfüllen, sollen sich die Gläubigen freuen. Dennoch darf deshalb der Besuch des Gemeinde-Gottesdienstes nicht als überflüssig erachtet werden, denn dort ist die Anwesenheit Christi zugesichert. Der Geist jedoch weht, wo er will, und es führen so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt. Von allen kann Gottes Stimme gehört werden. Entscheidend ist, dass jeder und jede dann auch lebt, was er oder sie vom Evangelium verstanden hat. Bischof Bertram Meier schloss mit Glückwünschen an die Gemeinde und ermutigte sie zur Zuversicht: Wenn sie vom Geist erfüllt ist, wird auch ihr Angesicht neu. Wie das bereits erneuerte Gesicht des materiellen Kirchengebäudes Gestalt annahm und wer sich daran mit welcher Leistung verdient gemacht hat, stellte Kirchenpfleger Maximilian Bauer detailliert da. Dabei dankte er auch neben vielen anderen Tanja Balletshofer vom Architekturbüro Hienle und Tretter, den überregionalen und kommunalen Zuschussgebern, vertreten durch Bürgermeisterin Katja Müller und Landrat Markus Müller, allen Spendern und Arbeitshelfern und der ständig für die Kirche sorgenden Mesnerin Dora Bertenbreiter. Den Dank, dem ihm auch selbst für die eindrucksvolle Beschreibung des Renovierungsprozesses gebührte, statteten ihm Kirchenbesucher mit kräftigem Applaus ab.
Fortgesetzt wurde die festliche Zusammenkunft im benachbarten Vereinsheim, angeboten zu zwanglosem Gespräch. Die Kommunalpolitiker nutzen diesen Rahmen, um vor den Versammelten den wichtigen Beitrag der Kirche für das gesellschaftliche Leben insgesamt zu würdigen. Wofür letztlich der ganze Festabend selbst ein Beispiel abgab, ein Festabend, der in der Ortschronik einen festen Platz bekommen wird.
Text: Hermann Müller