* 1521 - Martinsmünster feiert 500. Geburtstag
Im Jahr 1521 war der Bau des Lauinger Martinsmünsters nach einer Bauzeit von lediglich fünf Jahren vollendet. Der exakte Weihetag der Kirche ist nicht dokumentiert. So feierte die Gemeinde St. Martin am allgemeinen Kirchweihsonntag, dem dritten Sonntag des Oktobers den 500. Geburtstag ihres ehrwürdigen Gotteshauses.
Zu Beginn des festlichen Hochamtes konstatierte Stadtpfarrer Raffaele De Blasi, dass St. Martin seit 500 Jahren das Herz der historischen Altstadt Lauingens bilde und uns daran erinnere, dass es im Leben nicht zuerst um einen Zweck geht, sondern um einen Sinn. Das Martinsmünster ragt durch seine majestätische Größe unter allen Gotteshäusern der Umgebung heraus. So ist sie auch die größte Hallenkirche zwischen Ulm und Ingolstadt. Um so erstaunlicher ist die fünfjährige Rekordbauzeit von 1516 bis 1521. In seiner Festpredigt erzählte Pfarrer De Blasi von einer Begegnung mit einem Betrunkenen, die er zusammen mit einem befreundeten Priester in einer Münchener U-Bahnstation machte. "Glaubt ihr an Gott?", fragte der Betrunkene die beiden Priester, die nicht als solche zu erkennen waren. Um die Situation nicht eskalieren zu lassen, habe sein Freund dies nur zögerlich bejaht. Die Antwort erstaunte: „Ihr wisst gar nicht, wie gut ihr es habt.“ Und der Fremde, der müde und traurig wirkte, sei in der Menge verschwunden. Dieser Mann habe es aber mit einfachen Worten auf den Punkt gebracht. „Denn dieser Glaube gibt dem Leben eine Richtung, eine Perspektive, ist ein Fundament fürs Leben.“, argumentierte der Stadtpfarrer. Es sei ein Schatz, zur Kirche zu gehen und am Gemeindeleben teilzunehmen. „Ich kann mir beim besten Willen ein Leben ohne Glauben und ohne Kirche nicht vorstellen. Und ich glaube, dass es manchem von Ihnen ähnlich geht.“ Pfarrer De Blasi rüttelte die Gemeinde auf, mit Gottvertrauen und voller Hoffnung mitzuhelfen und zusammenzustehen, dass die Kirche im Großen und diese Kirche in der Stadt auch in Zukunft Bestand haben, damit es auch künftige Generationen guthaben werden.
Die Festmesse wurde musikalisch erhöht durch Chor und Orchester der Gemeinde St. Martin unter der Leitung von Herrn Kirchenmusiker Michael Finck. Dem Festtag angemessen, wurde die Nikolaimesse in G-Dur von Josef Haydn aufgeführt.
Nach dem Gottesdienste blickte Diözesankonservator Dr. Michael Schmid auf die Geschichte des Martinsmünsters zurück, bevor er die Ausstellung "Schätze aus fünf Jahrhunderten" in der Sakristei eröffnete.
Eigens zum Kirchenjubiläum wurde auch eine Orgel-CD mit dem Titel "Epitaph für Albertus Magnus“ professionell aufgenommen. Diese kann im Pfarrbüro oder in der Sakristei erworben werden.
Text: René Stiefenhofer in Anlehnung an den Artikel "Ein ehrwürdiges Geburtstagskind wird 500 Jahre alt", Donauzeitung vom 20.10.2021 von Frau Brigitte Bunk