Ludwig Hihler feiert 60-jähriges Weihejubiläum
Mit einem festlichen Gottesdienst und einem Empfang auf dem Kirchplatz in Herbertshofen hat die Pfarreiengemeinschaft Meitingen Pfarrer Ludwig Hihler gefeiert. Der 87-Jährige wurde vor 60 Jahren zum Priester geweiht.
Zu Beginn des Gottesdienstes griff Hihler auf seinen damaligen Primizspruch zurück: „Aus den Menschen genommen und für die Menschen bestellt für ihre Angelegenheiten bei Gott.“ „Das ist das Schöne für uns Priester“, sagte Hihler, „die Gewissheit: Gott hat uns brauchen können.“ Für die Menschen da zu sein, das sei ihm lebenslang wichtig gewesen. Er bezog sich auf ein Wort des Papstes – die Priester gehörten zu den Menschen, nicht hinter den Schreibtisch.
Mit großem Dank, so Hihler, feiere er diesen Gottesdienst gemeinsam mit allen, die da seien: „Ihr alle seid meine Verstärker, um meinen Dank an den Herrgott laut und stark zu machen.“ Er sei auch dankbar dafür, all die Jahre von vielen Menschen begleitet worden zu sein – unterstützt und auch ab und an kritisiert worden zu sein.
Hihler war nach seiner Priesterweihe am 3. Juni 1962 als Aushilfe nach Schwabmünchen gekommen. 1964 wechselte er nach Hiltenfingen und wurde 1968 dort Pfarrer, wo er bis 1989 blieb. Am 1. September 1989 übernahm Hihler die Pfarrei St. Clemens Herbertshofen/Erlingen.
Dort sei er mit seiner offenen Art, auf die Menschen zuzugehen, gut angekommen, berichtete Diakon Bernhard Berchtenbreiter in seiner Dankrede. „Wir schätzen vor allem auch deine Art der Seelsorge – noch vor dem Konzil geweiht warst du deiner Zeit Jahrzehnte voraus und bist es auch heute noch.“
Hihler hatte in seiner Zeit in Herbertshofen unter anderem die Stabilisierungen des Kirchturms begleitet und die St.-Martins-Kapelle in Erlingen eingeweiht, aber beispielsweise auch mit der Marienstatue auf dem Kirchplatz eine bleibende Erinnerung an sein Wirken in der Pfarrgemeinde St. Clemens geschaffen. Zum 250-jährigen Kirchenjubiläum habe er außerdem das Clemenslied initiiert, das die Gemeinde seither begleitet. „Du hast dich immer als Sämann gesehen“, sagte Berchtenbreiter, „und ich bin mir sicher, dass vieles, was du gesät hast, Frucht gebracht hat.“ Hihler entgegnete darauf in seiner bescheidenen Art: „Wie man auf Schwäbisch so schön sagt: Alloi bisch a Depp – es gab so viele Menschen, die mich unterstützt und mit angepackt haben.“
Als Vorsitzender des neuen, die Pfarreiengemeinschaft übergreifenden Pfarrgemeinderates, bedankte sich Norbert Beutmüller anschließend ebenfalls bei Hihler. Mehr als die Hälfte seiner Priesterzeit habe dieser in Herbertshofen verbracht: „Es ist beeindruckend, was Sie mit Liebe und klarer Zielsetzung bewirkt haben.“ Meitingens Bürgermeister Michael Higl bezog sich in seiner Dankansprache auf Hihlers offene Art. „Du hast Spuren hinterlassen, lieber Ludwig – du bist dabei ein Teil von uns allen geworden.“ Mit seiner Seelsorge bereichere Hihler seit einigen Jahren außerdem das Johannesheim in Meitingen, in dem er wohnt.
Im Anschluss an den Gottesdienst, der von Kirchenchor und Schola musikalisch umrahmt wurde, hatte die Pfarrgemeine einen Empfang auf dem Kirchplatz für Hihler vorbereitet. Bei Blaskapellenmusik kam man miteinander ins Gespräch – und Hihler konnte das tun, was ihm immer am Wichtigsten war: bei den Menschen zu sein und für die Menschen da sein. (AL)