Konzept
Pädagogik
Grundbedürfnisse von Kindern sind das Erfahren von Angenommensein und Zuneigung durch andere Menschen, die Achtung als Person, der Schutz vor Gefahren, gesunde Ernährung und das Gefühl von Geborgenheit. Ihre Berücksichtigung gehört zur Betreuungsaufgabe des Horts. Daneben sind aber stets auch Bildungs- und Erziehungsaspekte zu berücksichtigen.
Als wichtigste Grundvoraussetzung muss den Kindern das Gefühl vermittelt werden: "Hier werde ich so, wie ich bin, angenommen und ernst genommen".
Die Erzieherinnen sind wichtige Ansprechpartner für alles, was die Kinder bewegt. Im Hort sollen die Kinder jemand finden, der ihnen zuhören und raten kann, ihnen aber auch die Möglichkeiten der Ruhe und des Rückzugs einräumt.
Mit zunehmendem Alter sollen den Kindern mehr Wahlmöglichkeiten eingeräumt werden, wie viel Zeit sie mit welchen Angeboten im Hort verbringen wollen. Gemeinsamen Aktionen kommt eine besondere Bedeutung zu.
Personal
In der Gruppe arbeitet eine staatlich anerkannte Erzieherin, als Vollzeitkraft und zwei anerkannte Kinderpflegerinnen als Teilzeitkräfte.
Zudem bieten wir Blockpraktikanten der Fachakademien, Fachoberschulen, Kinderpflegerschulen und Universitäten die Möglichkeit, sich einen Einblick in die Hortarbeit zu verschaffen.
Die Erzieherinnen nehmen regelmäßig an verschiedenen Fortbildungen und Fachtagungen teil, um auf dem neuesten pädagogischen Stand zu bleiben.
Ziele
In Anlehnung an die christliche Grundhaltung versuchen wir, die Kinder in ihrer Entwicklung zu kritikfähigen, eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen und lebensbejahenden Persönlichkeiten zu unterstützen, damit sie sich in konkreten Lebenssituationen zurechtfinden können.
Zu unseren pädagogischen Kernaufgaben zählt die Unterstützung und Begleitung des kindlichen Entwicklungsprozesses, in dem sich die Kinder über bereitgestellte Lernhilfen Schlüsselkompetenzen aneignen können. Diese lassen sich in folgende Bereiche einteilen:
Personale Kompetenz
Die personale Kompetenz umfasst insbesondere:
● Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein
Die Kinder werden ermutigt, ihre Meinung angstfrei zu äußern und sie gegenüber anderen zu vertreten
● Neugier und Weltoffenheit
Durch verschiedene Angebote und Experimente wird die Neugier der Kinder gefördert. Den Kindern werden Informationen über verschiedene Kulturen und Religionen nahegebracht
● Phantasie, Kreativität und Erfindergeist
Den Kindern werden verschiedene Materialien angeboten mit denen sie ihrer Kreativität und Phantasie freien Lauf lassen können.
● Bewussten Umgang mit der eigenen Gefühlswelt
Durch Rollenspiele und Theater lernen die Kinder ihre Gefühle auszudrücken
● Widerstandskraft und Frustrationstoleranz
Im Spiel und Wettkampf erleben die Kinder Erfolg und Misserfolg und den richtigen Umgang damit
Personale Kompetenz umfasst zudem die Fähigkeit und Bereitschaft:
● zum Selbstmanagement
Die Kinder werden schrittweise dazu geführt, selbst zu bestimmen, was sie zu welchem Zeitpunkt mit welchen Personen und an welchem Ort tun wollen
● zur gesundheitsbewussten Lebensführung
Gesunde Ernährung, Sportangebote, Schwimmen
● zur sinnvollen Freizeitgestaltung in einer mediengeprägten und konsumorientierten Gesellschaft
Die Kinder haben die Möglichkeit an verschiedenen Angeboten und Projekten im kreativen, sportlichen und musischen Bereich teilzunehmen
Soziale Kompetenz
Soziale Kompetenz umfasst alle Fähigkeiten zu einem konstruktiven Miteinander im sozialen Zusammenleben und im Verhältnis zwischen Mensch und Natur, insbesondere die Fähigkeit und Bereitschaft zu:
● Toleranz und Akzeptanz dem anderen gegenüber
Im gemeinsamen Umgang lernen die Kinder den Anderen als Individuum zu sehen, ihn in seiner Andersartigkeit zu akzeptieren und zu tolerieren
● Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer zu nehmen und eigene Bedürfnisse auch einmal zurückzustellen
● miteinander streiten können; soziale Konflikte gewaltfrei und nicht diskriminierend zu lösen und eigene Fehler einzugestehen
Durch das Vorleben positiver sozialer Verhaltensweisen werden die Kinder dazu befähigt, in Konfliktsituationen angemessen zu reagieren
● in der Gemeinschaft mit anderen vertrauensvoll zusammenzuarbeiten
Dies geschieht durch verschiedene Gruppenarbeiten, Collagen und vor allem durch das gemeinsame Theaterspiel
Soziales Lernen findet vor allem im Zusammensein mit Gleichaltrigen beim Spiel, bei gemeinsamen Unternehmungen und beim Lernen zu zweit oder in Gruppen statt.
Wissenskompetenz
Die Wissenskompetenz umfasst insbesondere Basiswissen über alle wichtigen Lebensbereiche, um:
● sein Leben in den Bereichen Familie, Schule, Arbeit und Freizeit selbst bestimmt zu gestalten
verschiedene Einrichtungen kennenlernen, 1. Hilfe Kurs für Kinder, Kochkurs...
● mit Medien kompetent umzugehen
Computerkurse, Internet, Film drehen...
● sich umweltbewusst zu verhalten
Mülltrennung und Müllvermeidung...
● sich in fremden Kulturkreisen zurechtzufinden
andere Länder, Kulturen und Religionen kennen lernen...
Lernkompetenz
Lernkompetenz ist das Wissen, wie man Wissen erwerben kann und die Fähigkeit zu lernen. Sie umfasst:
● das Wissen, wo und wie man sich Informationen beschaffen kann
● das Beherrschen der Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen
● das Beherrschen von Lern- und Arbeitstechniken
Um diese Fähigkeiten zu erlernen versuchen wir bestmögliche Lernbedingungen zu schaffen, durch:
Bereitstellung eines ruhigen und geordneten Arbeitsplatzes
Anleitung zu einer richtigen Arbeits- und Zeiteinteilung
Vermittlung von Lern- und Arbeitstechniken
Angebot von Lernspielen und Sachbüchern
Ermutigung zu gegenseitiger Hilfestellung
Bei allem ist uns eine enge Zusammenarbeit mit Schule und Elternhaus wichtig und wir versuchen stets als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.
Öffentlichkeitsarbeit
Damit der Hort als wichtige, in der Stadt verankerte Institution anerkannt wird, ist eine aktive Mitarbeit und Teilnahme am Gemeinschaftsleben erforderlich.
Folgende Aktionen werden von uns mit geplant:
Mitgestaltung von Gottesdiensten
Mitgestaltung von Osterkerzen
Teilnahme und Mitgestaltung von Gottesdiensten nach dem Jahreskreis
Zusammenarbeit mit dem Träger
Für uns ist es wichtig, mit dem Träger einen regelmäßigen und guten Kontakt zu pflegen. Durch gegenseitige Besuche und Telefonate wird er sowohl über die Planung, als auch über Anliegen unserer Einrichtung informiert und als Berater hinzugezogen.
Zusammenarbeit mit der Schule
Um die Kinder in schulischen Belangen bestmöglichst unterstützen und fördern zu können ist es notwendig, einen regelmäßigen Kontakt mit der Schule und den einzelnen Lehrern zu halten.
Dies erreichen wir durch:
Kontaktaufnahme und Informationsaustausch beim ersten Elternabend
Besuch der Lehrersprechstunden
Telefonate
Schriftliche Mitteilung durch die Kinder
Besuch von schulischen Veranstaltungen
Einladung der Lehrer in den Hort
Zusammenarbeit mit anderen sozialpädagogischen Einrichtungen und Behörden
Um eine ganzheitliche pädagogische Arbeit leisten zu können, ist uns eine gute Zusammenarbeit mit Fachdiensten und anderen Institutionen wichtig und hilfreich, z.B.:
Treffen mit einem Psychologen der Erziehungsberatung, der es uns ermöglicht, unsere Handlungsweisen zu durchleuchten und gegebenenfalls zu neuen Problemlösungsmöglichkeiten zu gelangen.
Die Mitarbeiter des Hortes treffen sich regelmäßig zu Arbeitskreisen, um Erfahrungen und Informationen auszutauschen.
Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Günzburg, das verschiedene Familien des Hortes betreut und unterstützt.